Jens Naske: „Die Corona-Bestimmungen sind ein Angriff auf die Urklientel des altehrwürdigen 'mi'-Verlages.“

27.04.2021
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In der vergangenen Woche ließen wir Sie an unserem Austausch mit MultiPart-Geschäftsführer Waldemar Dixa zur derzeitigen Situation im deutschen Kfz-Handel und zur Corona-­Politik der Verantwort­lichen teilhaben. Um eine klare Haltung ist Dixa bekanntlich nicht verlegen. Dasselbe kann man von Jens Naske, Geschäftsführer beim Garantieanbieter Wena Car, sagen. Er bestätigt in einem aktu­ellen Interview mit 'mi' unsere Analyse des Edi­torials im letzten 'mi'-Branchenbaro­meter (Sie wollen beschickt werden? Siehe oben), nämlich dass die positive Entwicklung im März beachtlich ist und zeigt, dass Sie als Händler sinnvolle und verantwortungsvolle Wege ­gefunden haben, Autos an Mann und Frau zu bringen.

'mi': Herr Naske, die letzten Monate, das ganze letzte Jahr war ein extremes Auf und Ab. Wie war das Geschäft im Garantiemarkt in den vergangenen dreieinhalb Mona­ten, auch mit Blick auf einen relativ betrachtet ordent­lichen März 2021?

J. Naske: „Insgesamt sind wir mit den Ergebnissen, unter Berücksichtigung des teilweisen Verkaufsverbotes, zufrieden. Unsere Partner im Fahrzeughandel haben bewiesen, was sie als Unternehmer ausmacht. Auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen wurden Möglichkeiten und Wege gefunden, den Fahrzeughandel unter allen Vorgaben und Einschränkungen nicht vollständig zum Erliegen kommen zu lassen. Dabei darf aber nicht ausgeblendet werden, dass die auf diesem Wege derzeit erzielten Erträge vielen Autohandels-Betrieben gerade zur Kostendeckung reichen. Nicht wenige leben aktuell von ihrer (insofern vorhandenen) Substanz.“

'mi': Wie ist Ihre Haltung zur Corona-Politik der Regierung(en) mit Blick auf den Kfz-­Handel und die Erschwernisse durch wechselnde Lockdown- und Schließungsszenarien?

J. Naske: „Ich hatte mich bereits im ersten Lockdown gegen die Maßnahmen engagiert und mich auch persönlich an handelnde Personen gewendet. Mir fehlt jegliche Verhältnis­mäßigkeit und Logik bei den beschlossenen Maßnahmen gegen­über dem Kfz-Handel. Jeder, der schon mal in einem Autohaus ein Fahrzeug gekauft hat, wird sich erinnern, mit wie viel anderen Personen er sich zeitgleich im Verkaufsraum oder im Büro des Verkäufers befand. Warum die Politik das nicht sieht oder sehen will, bleibt mir ein Rätsel.“

Jens Naske zur Corona-Politik und seine Erwartung an 'markt intern'

Jens Naske
Jens Naske

„Die Corona-Bestimmungen sind ein Angriff auf die Urklientel des altehrwürdigen 'mi'-Verlages. Wenn z. B. in einem großen Supermarkt im Eingangsbereich Fahrräder angeboten werden, aber der örtliche Fahrradhändler geschlossen bleiben muss, sollte das einen lauten Aufschrei zur Folge haben. Bitte bleiben Sie laut und kritisch, für den Einzelhandel.“ — ein Kommentar unseres Herausgebers Olaf Weber findet sich auf miDirekt (www.markt-intern.de). Für Kooperationen in Sachen Verfassungsbeschwerde steht der 'mi'-­Herausgeber zu einem Austausch bereit.

'mi': Und die Höfe weisen große Lücken auf.

J. Naske: „Zu den Lücken auf den Höfen kann man nur wiederholen, was Waldemar Dixa in Ausgabe A 16/21 gesagt hat. Das Problem wird bestehen, so lange der Neuwagenverkauf an Privatpersonen schwächelt und es folglich zu wenige Inzahlungnahmen gibt, die anschließend auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen. Die von Herrn Dixa prognostizierte, damit einhergehende Erhöhung der Gebrauchtwagenpreise lässt sich auf den einschlägigen Internetportalen bereits beobachten. Immerhin hat diese Entwicklung den kleinen, positiven Nebeneffekt für den Handel, dass nicht parallel zu den minimalen Umsätzen auch noch die unverkaufte Bestandsware an Wert verliert.“

'mi': Was empfehlen Sie Ihren Partnern in der Situation?

J. Naske: „Hinsichtlich der unsicheren Öffnungssituation ­geben wir seit März 2020 dieselben Empfehlungen an den Handel. Wir empfehlen die tägliche Information darüber, was gerade erlaubt ist (click & meet, click & collect) und zu un­sicheren Bestimmungen (wie Probefahrten) die Rückfrage beim örtlichen Ordnungsamt.“

Zeigen Sie Ihren Kunden Ihren 'Hohen Hygiene-Standard'

Vertrauen ist aktuell die Währung, mit der Sie und Ihre Kunden ­interagieren. Die Verunsicherung aller Altersschichten in der Bevölkerung ist quasi greifbar, und jeder begibt sich nur da in unmittelbaren Kontakt, wo er es muss. Auch wenn der Autohandel mit seinen großen Showrooms und Freiluft-Höfen sowie meist dezentraler Lage als sehr sichere Einkaufsstätte gelten darf, sind auch Kunden unserer Branche verunsichert:  Geht man mit dem Gang zum Kfz-Händler nun ein nicht notwendiges Infektionsrisiko ein oder kann ich mich dort den Umständen entsprechend geschützt fühlen?  Was tut mein Händler, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten?  Sollte ich den Autokauf verschieben, bis sich die Situation entspannt und sich das Infektionsrisiko minimiert hat?

Die vertrauensbildende Kommunikationsmaßnahme 'Hoher Hygiene-Standard' als Doppelpass zwischen grafischem Label und einer Selbstverpflichtung wird Ihnen sowohl in Ihren Betrieben (Schaufenster, Eingangstür, Ladentheke, Kfz-­Werkstatt etc.) als auch bei Ihrer Werbung (Mailings, Postwurf-Sendungen, Annoncen etc.) und Ihren Internetauftritten (­Website, Soziale Netzwerke etc.) helfen, um das Vertrauen Ihrer Kunden zu erhalten. Das Kommunikationspaket ist fix und fertig für Sie geschnürt: Es besteht aus ­einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Hygienemaß­nahmen sowie dem dazugehö­rigen grafischen Label. Bitte beachten Sie, dass Sie mit Nutzung des Labels Ihre Kunden informieren, wozu Sie sich selbst verpflichten und bekennen (Auslage der Selbstverpflichtung im Betrieb bzw. Platzierung eines Links, wo die Maßnahmen einsehbar sind). Für 'mi'-Leser ist dieses vertrauensbildende Kommunikationspaket kos­tenfrei abrufbar und sofort einsetzbar. Wichtig: Ihre 'mi'-Re­daktion hat sich umfassend Gedanken gemacht, welche Hygiene­maßnahmen in einem Betrieb einen ­hohen Standard rechtfertigen. Sollten Sie diese um eigene Zusatzleistungen ergänzen wollen, so steht es Ihnen frei. Senden Sie zum Abruf bitte eine E-Mail mit dem Betreff 'HHS-Hoher Hygiene-Standard' an [email protected].

Martin Brandt M.A.
Chefredakteur
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