KfW-Förderkredite erreichen kleinere Unternehmen viel zu selten

19.06.2020
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In der Mittelstandsausgabe vom 22. Mai hatten wir über die Vergabe der KfW-Förderkredite berichtet. Zwar kann die KfW darauf verweisen, nahezu alle Kreditanfragen zeitnah bearbeitet und auch bewilligt zu haben (vgl. Mi 11/20), aber wie viele Kreditanfragen wegen einer ablehnenden Haltung der Hausbank gar nicht erst bei ihr landen, ist nicht bekannt. Deshalb haben wir unsere Umfrage gestartet, mit der wir erfahren wollten, wie oft Förderkreditanträge dort aus diesem Grund gar nicht ankommen. Inzwischen haben wir die Antworten der nicht repräsentativen Umfrage ausgewer­tet. Das Ergebnis dürfte kaum jemanden überraschen, der sich mit Unternehmern vor Ort unterhält.

© 'markt intern'

Bevor wir zu den Ergebnissen kommen, noch ein Hinweis, wie sich die ­Teilnehmer zusammensetzen:  83 Prozent beschäftigen bis zu 10 Mitarbeiter  17 Pro­zent haben bis zu 250 Mitarbeiter. Mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigt kein Umfrageteilnehmer. Von den Teilnehmern haben  48 Prozent eine Sparkasse 30 Prozent eine Genossenschaftsbank und  15 Prozent eine Privatbank als Hausbank (7 Prozent machten dazu keine Angaben). Und damit zu den eigentlichen Ergebnissen: Bei  70 Prozent wurde der Förderkredit von der Hausbank abgelehnt 33 Prozent bewerten den Vergabeprozess als „unbürokratisch“. Eine „zügige“ Bearbeitung des Kreditantrags attestieren 48 Prozent den Banken. Ebenfalls sehr interessant sind  die Antworten auf die Frage, ob zusätzliche Sicherheiten verlangt wurden. Dies bejahen beachtliche 28 Prozent.

© 'markt intern'

Darunter ­befinden sich sogar Einzelfälle, bei denen ein Sofortkredit der KfW beantragt wurde, bei dem der Staat zu 100 Prozent die Ausfallhaftung übernimmt und die ­Sicherheit gar nicht verlangt ­werden darf. Wer sich für die vergebenen Noten des Vergabeprozesses und alle Ergebnisse der Um­frage interessiert, dem empfehlen wir unsere Übersicht auf ­miDIREKT mit allen Ergebnis-­Tabel­len (http://www.markt-­intern.de/kfw-ergebnisse).

Die Politik ist jetzt gefordert, aus diesen Ergebnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sollen mehr Mittel bei kleineren Unternehmen ankommen, müssen die Vergabeprozesse bei den Banken aufsichtsrechtlich vereinfacht werden. Ansonsten werden viele Anträge auch zukünftig voraussichtlich daran scheitern, dass sie wegen der aufsichtsrechtlichen Vergabekriterien für nicht wei­terleitungsfähig erklärt werden. Passend zur Umfrage haben wir ein Interview mit Eckhard ­Schwarzer, dem frisch gewählten Präsidenten des Mittelstandsverbunds (ZGV), geführt. Dem ZGV sind über 310 Verbundgruppen aus 45 Branchen und rund 230.000 Unternehmen angeschlossen. Der Mittelstandsverbund hatte bereits im März die 'Taskforce Liquidität für den Mittelstand' gegründet, die unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten des Verbandes Günter Althaus stand. Schwarzer weiß, wo gerade auch kleine und mittlere Unternehmen finanziell der Schuh drückt. Das Interview finden Sie auf miDIREKT hier: http://www.markt-intern.de/schwarzer.

Dr. jur. Frank Schweizer-Nürnberg
Chefredakteur
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