Warenknappheit und Teuerung – Fachhandel fordert transparente Informationen für Verbraucher

20.07.2021
Kommentieren
Merken
Drucken

Düsseldorf, 20.07.2021: Im Fachhandel und -handwerk kommt es in zahlreichen Sortimentsbereichen und Gewerken aufgrund von Lieferverzögerungen zu akuter Warenknappheit. Die Ausfälle sind insbesondere auf Störungen in den globalen Liefer- und Produktionsketten infolge der Corona-Pandemie sowie der Havarie im Suezkanal zurückzuführen. Erschwerend kommen Teuerungen bei Rohstoffen und Frachtkosten hinzu, die in einzelnen Warengruppen zu deutlichen Preissteigerungen führen. Beschwerden der Endkunden schlagen in der Regel zuerst bei betroffenen Fachhändlern und Handwerkern auf. Unternehmer fordern jetzt transparente Informationen von Verbänden und Herstellern für Verbraucher.

In etlichen Handelsbereichen werden die Waren knapp oder sind bereits nicht mehr lieferbar. Auch verschiedene Gewerke im Handwerk sind betroffen. Das berichten mehrere Fachredaktionen des Düsseldorfer ‘markt intern‘ Verlags. Neben Fertigprodukten fehlen insbesondere Bauteile für die Produktion und Ersatzteile. Hauptgrund hierfür sind pandemiebedingte schwere Störungen in den globalen Distributionsketten, die zu einem Mangel an Frachtcontainern und Logistikkapazitäten für die Verschiffung führen. Alternative Logistikwege, z.B. per Luftfracht, Zug oder gar Lkw, seien beinahe ausgeschöpft.

Infolgedessen kommt es zu Verzögerungen auch bei deutschen Produktionsanlagen und zu akuten Verfügbarkeitseinschränkungen im Fachhandel und Fachhandwerk. Einige Fachbetriebe sehen sich darüber hinaus etwa aufgrund einer außergewöhnlichen Auftragslage, saisonaler  Spitzen und anderer, teils coronabedingter Sondereffekte mit einer stark erhöhten Nachfrage konfrontiert.

Jörg Maschke, Inhaber des Fachgeschäfts für Haus- und Elektrogeräte Electroplus Maschke im niedersächsischen Hildesheim, beschreibt die Situation vor Ort so: „Die seit eineinhalb Jahren andauernde Pandemie verlangt Herstellern und uns Händlern einiges ab, z.B. Preiserhöhungen, Schließungen der Verkaufsflächen, Quarantäne. Mittlerweile häufen sich aber besonders Beschwerden, Beleidigungen und teils gar Drohungen der Kunden wegen ständig weiter verschobener Liefertermine. Wir fordern daher Branchen- und Herstellerverbände auf, in eine offenere Kommunikation mit der Presse einzusteigen und die Liefersituation in entsprechenden Mitteilungen darzustellen. Denn uns glauben die Kunden nicht mehr: Während die Akteure anderer Handelszweige dieses heikle Thema offen ansprechen, erhalten wir nur interne Schreiben, die wir nicht an die Endkunden herausgeben dürfen!“

Auch vor dem Hintergrund spürbarer Teuerungen bedarf es einer besseren Verbraucherkommunikation. Während laut Statistischem Bundesamt (Destatis) die Inflationsrate im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,3 % lag, erhöhten sich die Großhandelspreise im Jahresvergleich um 10,7 %. Wie gut informierte Quellen gegenüber ‘markt intern‘ berichten, haben sich die Preise zur Verschiffung von ISO-Frachtcontainern seit Dezember 2020 mehr als verzehnfacht. 

„Zusätzlich zu den allgemeinen Steigerungen der Händlereinkaufspreise sehen sich Hersteller gezwungen, die exorbitant gestiegenen Fracht- und Rohstoffpreise an den Handel und in Konsequenz auch an den Endkunden weiterzureichen. In Verbindung mit hohen Nachfragespitzen und Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit lastet somit ein enormer Druck auf dem Fachhandel und dem Fachhandwerk, dem Endverbraucher auch weiterhin einen kompetenten und schnellen Service sowie eine gewohnt große Auswahl an qualitativen Markenprodukten zur Verfügung zu stellen. Hier sind dringend lieferantenseitige Unterstützung und Lösungsangebote gefordert, aber auch Geduld und Verständnis auf Verbraucherseite!“, erklärt René Efler, Chefredakteur der 'markt intern'-Redaktion Elektrofachhandel.
_

Gerne vermitteln wir Ihnen in diesem Zusammenhang Interviews mit den Branchenexperten des ‘markt intern‘ Verlags, Europas größtem Brancheninformationsdienstverlag. Die von uns redaktionell abgebildeten Handels- und Handwerksbereiche finden Sie hier.

Über ‘markt intern‘
Seit 50 Jahren versteht sich die im Jahr 1971 gegründete markt intern Verlag GmbH als publizistisches Sprachrohr des gewerblich geprägten Mittelstandes in Deutschland. Mit 25 Informations- und Aktionsbriefen setzt sich der Verlag Woche für Woche für die berechtigten Interessen von Freiberuflern, Steuerberatern, Fachhandel und Fachhandwerk ein.

Robin Meven M.A.
Pressesprecher

miDIREKT Login

Dieser Inhalt ist nur mit einem entsprechenden miAbo zugänglich. Falls Sie über ein miAbo verfügen, können Sie sich hier einloggen.

Abbrechen
Wir haben Ihnen einen Link zur Erstellung eines neuen Passwortes geschickt. Bitte überprüfen Sie Ihren Posteingang.

Sie benötigen Unterstützung? - Hier geht´s zum Hilfebereich.
Wenn Sie sich über unsere Abo-Angebote informieren möchten, klicken Sie hier:
Liebe Leserinnen und Leser,
in unserem monatlichen Newsletter erhalten Sie regelmäßig einen Überblick über die wichtigsten Nachrichten, Standpunkte, Experten-Tipps, Ratgeber sowie aktuelle Verlagsaktionen, die Sie im täglichen Geschäft gewinnsteigernd einsetzen können.
Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen markt intern-Newsletter






* Pflichtfelder

Artikel teilen

Bitte wählen Sie eine Plattform, auf der Sie den Artikel teilen möchten:

Merkliste
Sie sind noch nicht angemeldet.
Bitte melden Sie sich als User an, dann können wir Ihre Merkliste erweitern.

Abbrechen

Legende
  • frei zugängliche, gekaufte oder jene Artikel, die in Ihren Abonnements enthalten sind.
  • Artikel, die Sie mit Ihrem erworbenen Pass-Kontingent
    (Tagespass oder 5 Artikel PLUS Pass) freischalten können.
  • gesperrte Artikel, die Sie durch den Kauf eines Passes
    (Tagespass oder 5 Artikel PLUS Pass) oder Abonnements freischalten können.

Bitte beachten Sie, dass der Tagespass nur Artikel beinhaltet, die nicht älter als 7 Tage sind. Details entnehmen Sie bitte unserer Abo-Übersicht. Alle Ihre gekauften Produkte finden Sie nach Login unter MEIN MI rechts oben im Hauptmenü.