Streit um Rechte an Produktbildern: Ebay beugt sich Händler-Protest

02.03.2018
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Düsseldorf. Ebay-Händler müssen die Rechte an ihren auf der Plattform eingestellten Produktbildern und -Daten künftig doch nicht an das Onlineauktionshaus abtreten. Das gab das Unternehmen Ebay jetzt auf seiner Website bekannt (https://verkaeuferportal.ebay.de/verkaeufer-news/2018-fruehling/ebay-katalog#agb). Damit beugt sich das Onlineauktionshaus offenbar massiven Protesten der Ebay-Händler.

Ursprünglich sollten Ebay-Händler mit der Einführung neuer allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) ab Mai dieses Jahres die Rechte an Produktbildern und -daten an Ebay abtreten. Jetzt gab das Unternehmen bekannt: „Wir werden mit bekannten Markeninhabern und Partnern am Aufbau eines umfassenden eBay-Katalogs arbeiten. Deshalb wird die Lizenz zur Nutzung Ihrer Bilder und anderer Produktdaten nicht in unsere AGB aufgenommen.“ Händler, die einer entsprechenden Lizenzierung bereits zugestimmt haben, müssen laut Ebay derzeit keine exklusive Verwendung ihrer Daten fürchten. Bis zum 31. Mai 2018 können betroffene Händler der erteilten Zustimmung zudem widersprechen; eine E-Mail an Ebay genügt.

'markt intern'-Justiziar Dr. Gregor Kuntze-Kaufhold kommentiert: „Den Protest gegen Ebays Herrschaftsallüren kann ich gut nachvollziehen. Ebay hat offenbar die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Dabei muss die Idee aus unternehmensstrategischer Sicht verführerisch gewirkt haben: Als Plattformbetreiber lasse ich mir die Bildrechte meiner Nutzer abtreten und komme durch ein optisch gepflegtes Auftreten nach und nach aus der Reste- und Schmuddelecke heraus. Das ganze kostet mich noch nicht einmal etwas, weil die Rechteinhaber auf meine Reichweite angewiesen sind. Das Verhalten der Händler zeigt aber, dass es so einfach nicht ist. Bildrechte sind ein hochkomplexes Thema. Längst nicht jeder, der Bilder nutzt, ist berechtigt, die Rechte daran zu übertragen. Und diejenigen, die mit hohem Aufwand professionelle Produktfotos anfertigen, wären mit dem Klammerbeutel gepudert, ein solches Asset kostenlos an gewerbliche Dritte abzugeben. Kommt die Aufforderung von einem Unternehmen mit überlegener Marktmacht, ist es zwar denkbar, dass ein kleinerer, abhängiger Nachfrager sich zur Ader nehmen lässt, weil ihm nichts anderes übrig bleibt. Das wäre aber wettbewerbsrechtlich bedenklich. Und das ist noch nicht alles. Denn man darf davon ausgehen, dass Hersteller nicht tatenlos zusehen werden, wie ein Plattformbetreiber, mit dem sie nicht zusammenarbeiten, sich komplette Bilder-Datenbanken aufbaut. Sie dürften argwöhnisch darauf achten, dass fremde Produktbilder ihre immateriellen Rechte nicht verletzen. Diesbezügliche Streitigkeiten können teuer werden. Ebays Ansatz war, Händler für die Rechteübertragung garantieren zu lassen. Das hätte für Händler unabsehbare Risiken mit sich bringen können.“

 

Dr. Bastian Peiffer
Pressesprecher
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