miDIREKT Pressemitteilungen

Ehemalige Opel-Mitarbeiter verlieren Steuervorteil auf Abfindung

Ehemaligen Mitarbeitern des Bochumer Werks der 'Adam Opel AG', deren Arbeitsverhältnis im Jahr 2014 gegen Zahlung einer Abfindung aufgehoben wurde, drohen erhebliche Steuernachzahlungen. Das berichtet der bei ʹmarkt internʹ in Düsseldorf erscheinende ʹsteuertipʹ unter Bezugnahme auf eine interne Verwaltungsanweisung der Oberfinanzdirektion (OFD) Nordrhein-Westfalen. Hintergrund ist, dass zahlreiche 'Opelaner' in diesem Jahr auf dem Vergleichsweg Nachzahlungen zu den ursprünglich erfolgten Abfindungen ausgehandelt haben. Dies führt steuerrechtlich dazu, dass die sogenannte Fünftelregelung nicht mehr greift. Die Fünftelregelung besagt, dass einmalige Sonderzahlungen wie Abfindungen zwar voll versteuert werden müssen, aber nur ein Fünftel des Betrages in die Steuerprogression eingeht. Für die betroffenen ehemaligen Opel-Mitarbeiter bedeutet das: Nicht nur für die Zusatzzahlung entfällt die Steuerminderung, sondern  rückwirkend  auch für die Ursprungszahlung.

steuertip-Chefredakteur Karl-Heinz Klein:  „Betroffene sollten unbedingt einen Antrag auf Erlass einer Billigkeitsregelung gemäß § 163 AO stellen, nach der die in 2018 erhaltene Abfindung und die hierauf einbehaltenen Steuerabzugsbeträge im Ursprungsjahr der Abfindungszahlung zu berücksichtigen sind und die Steuerfestsetzung des Ursprungsjahres entsprechend zu ändern ist. In diesem Fall bleibt es dann bei der Fünftelregelung.“

Ehemalige Mitarbeiter des Bochumer Opel-Werks sollten zudem nicht darauf bauen, dass die nachträgliche Zahlung nicht auffällt. Wie der ʹsteuertipʹ berichtet, liegen den Finanzämtern bereits entsprechende Kontrollmitteilungen des Betriebsstättenfinanzamts in Bochum vor. Im Übrigen sind nicht nur die OPEL-Mitarbeiter betroffen, die Regel greift auch in vergleichbaren anderen Fällen.