Abstimmung über Steuerbürgerportal: DATEV lehnt Antworten zur geplanten Satzungsreform ab

18.06.2018
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Düsseldorf. Der IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, DATEV eG /Nürnberg, verweigert sich kurz vor der entscheidenden Abstimmung über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens einer offenen Diskussion. Das berichtet aktuell der bei ʹmarkt internʹ in Düsseldorf erscheinende Brancheninformationsdienst ʹsteuerberater intern‘. Hintergrund ist das geplante Steuerportal, mit dem jedermann ohne Einschaltung eines Steuerberaters eine Steuererklärung erstellen können soll.

Bislang war die DATEV nur für ihre Mitglieder tätig. Eine Satzungsänderung würde dieses bislang wesentliche Prinzip der Genossenschaft über Bord werfen. Die für die Satzungsänderung erforderliche Dreiviertelmehrheit wurde bei einer außerordentlichen Vertreterversammlung im Frühjahr mit 74 Prozent Zustimmung nur knapp verpasst. Am 29. Juni soll die Vertreterversammlung ein weiteres Mal abstimmen.

Wie ʹsteuerberater intern‘ berichtet, haben sich eine Vielzahl von Mitgliedern der DATEV gegenüber der Redaktion sehr verunsichert gezeigt, dass die Genossenschaft nun auch Leistungen außerhalb des Berufsstandes anbietet. Allerdings war die DATEV nicht bereit, Fragen der Redaktion zu beantworten, die sich aus den markt intern gegenüber geäußerten Befürchtungen ihrer Mitglieder ergeben haben. Zur Begründung verwies die DATEV darauf, dies seien Fragen, die die „genossenschaftliche Sphäre“ beträfen. Daher bleibt vor der Abstimmung Ende des Monats beispielsweise offen, „welchen konkreten wirtschaftlichen Vorteil die Mitglieder der DATEV davon haben, dass neue Geschäftsfelder außerhalb des Berufsstands erschlossen werden“, ob „die geplante Satzungsänderung auch dazu dient, der DATEV weitere Märkte zu erschließen“, und ob die DATEV beabsichtigt, „in Zukunft Software, wie zum Beispiel Buchhaltungsprogramme, unter Umgehung des Steuerberaters direkt an Unternehmen zu liefern?“

ʹsteuerberater internʹ-Chefredakteur Günter J. Stolz betrachtet das Schweigen der DATEV als verpasste Chance, Befürchtungen unter den Mitgliedern auszuräumen: „Die Antworten auf die oben genannten Fragen hätten einen wesentlichen Teil der bestehenden Bedenken gegen die Satzungsänderung abmildern können. Die Chance hat die DATEV vertan. Es bleibt daher spannend, ob am 29. Juni die erforderliche Mehrheit für die Satzungsänderung erreicht wird.“

Dr. Bastian Peiffer
Pressesprecher
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