HDE: „Fällige Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge sollten für mindestens sechs Monate zinslos gestundet werden“

20.03.2020
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Josef Sanktjohanser ist Präsident des Handelsverbands Deutschland ((HDE). Der HDE ist die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels und vertritt Handelsbetriebe aller Größenordnungen. Insgesamt erwirtschaften in Deutschland 300.000 Einzelhandelsunternehmen mit drei Millionen Beschäftigten an 450.000 Standorten einen Umsatz von rund 535 Milliarden Euro jährlich.

mi: Herr Sanktjohanser, wie realistisch ist die Feststellung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, die Bundesregierung werde verhindern, dass ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen nur wegen der Coronakrise in die Insolvenz falle?

Sanktjohanser: Wir teilen die Auffassung der Bundesregierung, dass die Coronakrise eine nie dagewesene Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. Ohne Umsätze ist die Lage im Nonfood-Handel, zum Beispiel bei Textilien, dramatisch und es kommt nun auf eine schnelle und unbürokratische Unterstützung an.

mi: Was muss politisch und seitens der Verwaltung getan werden, damit möglichst viele Einzelhandelsunternehmen die Coronakrise tatsächlich wirtschaftlich überleben?

Sanktjohanser: Fällige Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge sollten für mindestens sechs Monate zinslos gestundet werden.

mi: Reichen die bisher beschlossenen Maßnahmen aus?

Sanktjohanser: Wir müssen heute schon die Zukunft im Blick haben. Die von den staatlich verfügten Geschäftsschließungen betroffenen Unternehmen müssen dringend für die erlittenen Vermögensschäden entschädigt werden.

mi: Gibt es spezielle Forderungen des HDE, die die Bundesregierung- oder Landesregierungen noch umsetzen sollten?

Sanktjohanser: Vorrangig ist eine unbürokratische Arbeitnehmerüberlassung. Beschäftigte, die wegen Geschäftsschließungen zurzeit ohne Tätigkeit sind, sollen ohne große Hindernisse an Handelsunternehmen im Lebensmittelbereich ausgeliehen werden können, die dringenden Bedarf an weiteren Arbeitnehmern haben.

mi: Was halten Sie davon, statt der zugesagten Kredite unmittelbar Hilfsgelder an kleine Mittelständler auszuzahlen?

Sanktjohanser: Wir fordern staatliche Soforthilfen in Form von Direktzuschüssen. Nur so besteht die Chance, in der nötigen Geschwindigkeit die Liquidität insbesondere mittelständischer Betriebe zu erhalten.

 

Dr. jur. Frank Schweizer-Nürnberg
Chefredakteur
Themen:
Corona

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