Chefsache: Brandheißes Arbeitsrecht — Auch ein ärztliches Attest ist keine 'heilige Schrift'

Chefsache: Brandheißes Arbeitsrecht — Auch ein ärztliches Attest ist keine 'heilige Schrift' Behauptet eine Frau, sich zu Beginn der Corona-Pandemie im Job mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben, so muss sie das beweisen, wenn sie gegen den Arbeitgeber Schadenersatz und Schmerzensgeld einklagen will. In dem konkreten Fall hatte eine Krankenschwester (die einen schweren Verlauf erlitt) argumentiert, sie habe seinerzeit vom Arbeitgeber keine „Maske erhalten“ und dementsprechend ungeschützt arbeiten müssen. Auch ein Attest ihrer Ärztin, aus dem hervorging, dass sie sich am Arbeitsplatz angesteckt haben soll, reiche nicht, wenn nicht nachvollziehbar ist, wie die Ärztin zu dieser Feststellung gekommen sein will. Die Frau habe sich damals auch außerhalb ihres Arbeitsplatzes anstecken können (Arbeitsgericht Siegburg, Az. 3 Ca 1848/21).