Chefsache: Brandheißes Arbeitsrecht

Chefsache: Brandheißes Arbeitsrecht Ohne ausdrückliche Regelung werden bruchteilige Urlaubstage nicht gerundet. Viele Arbeitnehmer kennen das: Schnell nimmt man mal einen halben Tag Urlaub oder nur ein paar Stunden für einen privaten Termin und am Ende bei der Abrechnung fehlt einem ein ganzer Urlaubstag. Das ist im Regelfall aber nicht rechtens, wie das Bundesarbeitsgericht aktuell entschieden hat (Az. 9 AZR 578/17). Damit werden bruchteilige Urlaubstage nicht ab- oder aufgerundet, wenn nicht eine Regelung zur Rundung — z. B. im Arbeits- oder Tarifvertrag — besteht. Hintergrund: Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind gem. § 5 Abs. 2 BUrlG auf volle Urlaubstage aufzurunden. Tarifverträge sehen manchmal vor, dass Urlaubsansprüche, die sich auf einen Bruchteil von weniger als 0,5 belaufen, auf volle Arbeitstage abzurunden sind. Auch die ständige Rechtsprechung nahm vor einigen Jahren noch eine Abrundung vor, so dass in vielen Unternehmen diese Rechtsprechung immer noch gängige Praxis ist, was allerdings im Widerspruch zur neuesten Rechtsprechung des BAG steht. Eine Abrundung des Urlaubsanspruchs kommt nicht in Betracht, weil weder das Bundesurlaubsgesetz noch der (hier im konkreten Fall anzuwendende) Tarifvertrag eine solche Rundungsregelung enthalten.