Umsatzsteuerrecht

UmsatzsteuerrechtIn der Rechnung muss nicht (mehr) „wirtschaftlich bedeutsame“ Adresse stehen. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Unternehmer die in einer Rechnung ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer nicht nur dann geltend machen können, wenn in der Rechnung die Anschrift angegeben ist, unter der der Aussteller der Rechnung „seine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt“. Das Recht gilt vielmehr auch dann, falls die Anschrift angegeben ist, unter der der Rechnungsaussteller „zwar per Post erreichbar ist, aber keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt“ (sogenannte Briefkastenadresse). Mit anderen Worten: Solange kein Betrugsfall vorliegt ist, ist es unbedeutend, wo das leistende Unternehmen „wirtschaftlich tätig“ ist – wenn es nur „postalisch zu erreichen“ ist (EuGH, Az. C 374/16 u. a.).