DSGVO — Praxisnah und aktuell

DSGVO — Praxisnah und aktuell Mein Unternehmen ist seit 28 Jahren am Markt. Ich möchte im Herbst eine Aktion fahren und meine Kunden per Post anschreiben. Kann ich dies bedenkenlos tun oder muss ich vorab meine Bestandskunden um Einwilligung bitten? 'mi': „Dieser Fachhändler kann seine Kunden bedenkenlos per Post anschreiben, wenn sich das mit einer ordnungsgemäßen Datenschutzorganisation vereinbaren lässt. Heißt konkret: Er muss sicherstellen, dass seine Löschfristen angemessen sind und von ihm eingehalten werden. Zu dem Thema hatten wir eine Frage, bei der es um bestimmte Höchstfristen der Aufbewahrung ging. Die gibt es nicht, aber es gilt der Grundsatz, je länger, desto rechtfertigungsbedürftiger. Zum Schwur kommt es, wenn ein Kunde sich bei der Datenschutzaufsicht beschwert. Die wird dann den Fachhändler nach seinem Verzeichnis für Verarbeitungstätigkeiten (VVT) fragen. Dort muss drinstehen, nach welchem Zeitraum Kundendaten gelöscht werden. Sollte die Kundenbeschwerde nicht in das Löschraster fallen, müsste der Fachhändler mit Sanktionen rechnen. Eine Einwilligung ist nicht erforderlich, wenn der Fachhändler eine ordnungsgemäße Datenschutzorganisation hat (siehe oben) und nur Daten verwendet, die er von den Kunden selbst erhalten hat. Natürlich schadet es nicht, wenn er Einwilligungen seiner Kunden einholt, aber auch die ändern nichts an den Vorgaben für das VTT, d. h. es müsste auch in diesem Fall Löschfristen für Altkunden/Karteileichen geben.“