DMEA — Lauterbach und die Digitalstrategie

DMEA — Lauterbach und die Digitalstrategie Vom 26. bis 28. April fand in diesem Jahr die DMEA – Digital Medical Expertise & Applications-Messe statt. Sie ist zweifelsfrei eine der wichtigsten Veranstaltungen rund um digitale Gesundheitslösungen. In den Berliner Messehallen zeigten die entsprechenden Aussteller ihre Angebote begleitet von einem breit gefächerten Vortragsprogramm. Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach nutzte die Plattform der DMEA-Eröffnung zu einer Ankündigung: Ohne eine Strategie könne das deutsche Gesundheitssystem nicht sinnvoll weiter digitalisiert werden. So solle das deutsche Gesundheitswesen nach der parlamentarischen Sommerpause eine Digitalstrategie erhalten, die ihren Namen auch verdient habe – und zwar aus dem Hause des Bundesgesundheitsministeriums. „Ich verstehe mich als Digitalisierungsminister und stehe in der Bringschuld“, lautete die erstaunliche These Lauterbachs. Seine ärztliche Profession kann er jedoch nicht leugnen: „Die elektronische Patientenakte ist und bleibt die Kernanwendung in der TI. Als Arzt benötige ich hier eine Suchfunktion, um relevante Befunde zu finden und Zeit zu sparen.“ Auch das elektronische Rezept biete durch eine Vorbestellfunktion für die Abholung in der Apotheke Vorteile für die Patienten. Die nationale Strategie zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens soll federführend von Dr. Susanne Ozegowski umgesetzt werden. Sie ist seit 1. April als Leiterin der Abteilung 5 (Digitalisierung und Innovation) im BMG tätig und war zuvor Geschäftsbereichsleiterin Unternehmensentwicklung der Techniker Krankenkasse. Politisch scheint für Lauterbach 'alles im Lack' zu sein: „Alle drei Ampel-Partner sind fest davon überzeugt, dass wir im Gesundheitswesen Digitalisierung dringend benötigen – und zwar weit darüber hinaus, was im Koalitionsvertrag steht.“ Wie gut der 'Digitalisierungsminister' vorankommt, kann er in diesem Sommer beweisen: Nach nur 30.000 E-Rezepten in der Testphase soll der flächendeckende Betrieb mit mehr als einer Million Verordnungen am Tag reibungslos starten. Ein Retax-Schutzengel-Minister wäre dann vermutlich sehr von Nutzen!