Nach der Flut: Arzneimittelversorgung im Krisenmodus

Zur Lage nach der Flutkatastrophe in mehreren Regionen Deutschlands halten Sie die Nachrichtensendungen im 30-Minuten-Abstand auf dem Laufenden. Die Bilder sind einfach unglaublich, wirken wie aus einer anderen Welt. Allein im besonders stark getroffen Gebiet des Ahrtals und der Umgebung sind mehr als 60 Apotheken betroffen.

Diese Gegend ist quasi unser (des Redakteurs und der Familie) verlängerter Garten, den wir für Ausflüge gern nutzten, wo uns vor vier Wochen eine Motorradtour genau am Rurstausee vorbei, durch Schuld und das gesamte Ahrtal entlangführte. Nun sehen wir in allen möglichen Medien: Schöne Fachwerkhäuser sind einfach weggespült worden – von den menschlichen Schicksalen kann ich nicht reden. Viele persönlich Bekannte haben Angehörige und Freunde verloren, Existenzen, darunter auch mehrere Apotheken, wurden in wenigen Momenten zerstört.

Vergangene Woche riefen wir per Rundmail an die 'mi'-Partner auf: „Falls Sie geschäftliche Beziehungen in die Region unterhalten, handeln Sie aktuell bitte mit dem rechten Augenmaß. 'markt intern' unterstützt die Abonnenten ebenfalls. Und falls Sie in den TV-Berichterstattungen gesehen haben, dass etliche Bürger einfach nicht das Geld haben, um neue Elektrogeräte oder Möbel zu kaufen, dann lassen Sie Ihr Herz sprechen. Auf den Homepages der betroffenen Gemeinden finden Sie Ansprechpartner, falls Ihnen die Spendenkonten der großen Organisationen nicht so zusagen.“

Aber auch ohne dies wurden viele Unternehmen aktiv, wie uns die prompt eintreffenden Meldungen von Beiersdorf WEPAARZ HaanapoBankSebapharma und BD Rowa aufzeigten. Sicher haben viele weitere Unternehmen ihre Unterstützung angeboten, denen wir ebenso danke sagen – unsere Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig. Hervorzuheben ist ebenso, wie viele Kollegen aus nicht betroffenen Regionen Sachspenden anbieten und sogar tatkräftige Unterstützung vor Ort leisten. Kammer und Verband in Nordrhein setzen insbesondere für den Wiederaufbau der zerstörten Apotheken auf Unterstützung von Bund und Land. Derzeit sei die Arzneimittelversorgung in den Krisengebieten zwar erschwert, aber gesichert. Kammer und Verband hätten kein zuverlässig vollständiges Bild der Lage – weil es in einigen Orten weder Strom noch Handyempfang gibt. „Außerdem sind Kolleginnen und Kollegen erst einmal mit anderen Dingen beschäftigt, als ihre Apotheke bei Kammer oder Verband als 'temporär geschlossen' zu melden“, hören wir aus Düsseldorf – eine Aussage die viel Augenmaß für die Lage der Kollegen beweist!

In zwei inhaltsgleichen Erlassen vom 16.7.2021 haben sowohl das Finanzministerium NRW (Az. S 1915 – 6/48 – V A 3 als auch das Finanzministerium Rheinland-Pfalz (Az. S 1915 #2018/0001-0401 447 eine Vielzahl steuerlicher Maßnahmen zur Berücksichtigung der Schäden im Zusammenhang mit den Unwetterereignissen zusammengestellt. Die Erleichterungen betreffen in erster Linie die Geschädigten selbst, enthalten sind dort aber auch Hinweise für Vereinfachungen bei Spendenaktionen. Alle diesbezüglichen und weitere Informationen mit entsprechenden Fundstellen finden Sie auf www.markt-intern.de/blog. Auch die 'markt intern'-Geschäftsleitung möchte einen Beitrag leisten:

Auch bei Hochwasser: Gemeinsam aktiv vor Ort!

„Ein Unglück kommt selten allein. Gerade hatten wir die Hoffnung, das Umsatzgift der Corona-Beschränkungen würde langsam versickern. Mitten in den Aufräumarbeiten hat uns nun die nächste Welle überrollt. Diesmal in Form einer echten Flutwelle, ausgelöst durch sintflutartige Regenfälle. Und schon wieder stellt sich die Frage: Was können wir tun? Dass das Katastrophenmuster sich wiederholt, hat einen Vorteil: Wir wissen, wie wichtig richtiges und rechtzeitiges Handeln ist.

Hilfe leisten, auch aus der Ferne, soweit möglich und nötig — spätestens hier kommen wir alle ins Spiel. Um mit uns, dem 'markt intern‘-Verlag, anzufangen: Alle Abonnenten, die vom Hochwasser geschädigt sind, stellen wir für drei Monate beitragsfrei. Sprechen Sie im Bedarfsfall bitte Ihre Redaktion an! Gemeinsam finden wir eine Lösung.

Kommen Sie bitte auch auf uns zu, wenn Sie wissen, wie Kollegen Sie oder Betroffene in Ihrer Nachbarschaft oder Gemeinde unterstützen können. Von außen ist es oft schwer zu entscheiden, welche Hilfe gerade benötigt wird. Manchmal kann es ein Tipp sein, manchmal werden es bestimmte Sach- und manchmal auch Geldspenden sein. Sagen Sie uns, wer vor Ort was braucht! Ihre Redaktion gibt den Aufruf weiter. Dies ist nicht als Ersatz für den Einsatz von Bund, Land und privaten Spendern gemeint. Auch gibt es mit www.hochwasserhilfe-navi.de eine Plattform mit Tipps für Anlaufstellen und Spendenadressen vor Ort. Doch wissen wir alle, dass niemand die Situation so gut einschätzen kann wie Ortsansässige. Nutzen Sie unser Netzwerk! Wir setzen uns für Sie ein, wo immer es um Kompetenz und gezieltes Handeln zugunsten vitaler stationärer Strukturen vor Ort geht.

Bleiben Sie gesund und widerstehen Sie allen Fluten“,

wünscht Ihnen

André Bayer, Geschäftsführer