Muss ein Arbeitgeber Reisen in Risikogebiete dulden?

Muss ein Arbeitgeber Reisen in Risikogebiete dulden? Die vom Robert Koch-Institut geführte Liste der Corona-Risikogebiete ist lang. Noch bietet auch Deutschland sommerliche Abende. Im nasskalten Herbst dürfte der Wunsch nach südlichen Destinationen wieder steigen. Dürfen Sie als Arbeitgeber bei der Auswahl des Reiseziels mitreden? „Nein“, sagt 'mi'-Justiziar Dr. Gregor Kuntze-Kaufhold. „Das Verbot einer Urlaubsreise ist ein zu großer Eingriff des Arbeitgebers in Persönlichkeitsrechte und Privatangelegenheiten der Arbeitnehmer. Wie Arbeitnehmer ihren Urlaub gestalten, liegt außerhalb des Weisungsrechts des Arbeitgebers. Außerdem ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts kein Reiseverbot – daher kann auch der Arbeitgeber kein Verbot aussprechen.“ Aber: „Im Rahmen der Fürsorgepflicht darf der Arbeitgeber – und muss ggf. – seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer danach fragen, wo sie sich im Urlaub aufgehalten haben. Auch Fragen zum 'Wie' gehören für mich dazu, wenn sie sich darauf beschränken abzugleichen, ob das im Betrieb geltende Infektionsschutzkonzept eingehalten wurde. Nur so kann der Arbeitgeber eine potenzielle Gefährdung anderer Mitarbeiter ausschließen, z. B. durch zeitweilige Versetzung ins Homeoffice oder andere Vorsichts- und Isolierungsmaßnahmen am Arbeitsplatz bis hin zu einer möglichen 14-tägigen Quarantäne.“ Nicht zu verwechseln ist diese arbeitgeberseitig angeordnete häusliche Quarantäne mit der behördlichen Einreise-Quarantäne, die nach den derzeit geltenden Einreise-Quarantäne-Verordnungen gilt.