Pro Generika Zahl des Monats Oktober ≥ 50 Prozent

Pro Generika Zahl des Monats Oktober ≥ 50 Prozent Das Thema Lieferengpässe ist in der Öffentlichkeit angekommen. Zahlreiche Beiträge informieren die Patienten und sonstige Interessierte. Eine Ursache zeigt eine Analyse des Marktforschungsinstituts INSIGHT Health im Auftrag von Pro Generika auf: Für die wichtigsten Wirkstoffe gibt es auf dem Markt jeweils nur einen Hauptanbieter. In ihrer Erhebung gingen die Experten der Frage nach, wie hoch der Marktanteil des Marktführers bei den 200 absatzstärksten generischen Wirkstoffen war. Das Ergebnis: Bei über der Hälfte dieser Wirkstoffe trägt ein Konzern die Hauptlast der Versorgung – schultert also 50 % und mehr. Fällt dieser aus, können die anderen Hersteller den Ausfall der Produktion nicht kompensieren. Drei besonders herausragende Beispiele: Bei der Wirkstoffkombination Tilidin+Naloxon, von der 2018 mehr als 5 Mio. Packungen abgegeben wurden, sichert ein Konzern 87 % der Versorgung. Die übrigen fünf Anbieter stellten hingegen nur 13 % der benötigten Mengen bereit. Vom Beruhigungsmittel Diazepam wurden 2018 rund 865.000 Packungen abgegeben, davon stellte ein Konzern 76 % her. Für die verbleibenden Prozente waren weitere acht Konzerne zuständig. Das Herzmittel Molsidomin: Davon wurden 2018 mehr als 656.000 Packungen abgegeben – und ein Konzern schulterte 75 %. Die Produktion der restlichen Packungen teilten acht weitere Konzerne unter sich auf. Bei den absatzstarken Medikamenten, so Pro Generika, ist es somit zu einer Versorgungssituation gekommen, die schon vor Jahren in kleineren Wirkstoffmärkten begann: Aufgrund der Rabattvertragsgestaltung der Krankenkassen und des damit einhergehenden Preisdrucks sind immer weniger Unternehmen an der Versorgung interessiert und beteiligt. Die abgebildete Grafik zeigt die Konzentration bei den zweihundert absatzstärksten generischen Wirkstoffen. Es wird deutlich: Nicht selten liegt der Marktanteil bei mehr als 50 %! Nur, wie soll da die deutsche Politik gegensteuern? Etwa die Produktion in Deutschland subventionieren, gegen alle Regeln des Marktes?