DAK legt AMNOG-Report 2018 vor

DAK legt AMNOG-Report 2018 vor„Neue Krebsmedikamente weiter auf dem Vormarsch“ beginnt der Bericht der DAK-Gesundheit, gefolgt von der Forderung an die Pharmahersteller zu mehr Transparenz bei Zusatznutzen. Über die Hälfte der dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Bewertung vorgelegten Wirkstoffe stamme aus dem Bereich der Onkologika – mit einem Anstieg von 30 auf 57 % innerhalb der letzten vier Jahre. Insgesamt 68 % davon konnte ein konkreter Zusatznutzen bescheinigt werden. „Bei vielen neuen Arzneistoffen lässt sich dieser Zusatznutzen für die Patienten jedoch nur schwer ermitteln, da die Pharmahersteller oft nur unzureichende Daten für die frühe Nutzenbewertung liefern“, kritisieren die Forscher der Universität Bielefeld, die den AMNOG-Report für die DAK-Gesundheit erstellen. Überraschend ist die Feststellung, dass vielfach eine fehlerhafte Datengrundlage eine umfassende Nutzenbewertung unmöglich macht. Bei 41 % der Fälle hat die mangelhafte Daten- oder Studiengrundlage den Gemeinsamen Bundesausschuss zu einem negativen Urteil bewogen – und nicht etwa ein widerlegter potenzieller Zusatznutzen. Können oder wollen die Hersteller keine belastbaren Daten vorlegen? Reformbedarf zeigt der AMNOG-Report auch im Preisbildungsverfahren nach Abschluss der Frühbewertung auf. Während von einzelnen Wirkstoffen besonders viele Patienten profitieren können, ist es bei anderen nur eine sehr begrenzte Anzahl. Für fast ein Drittel aller bewerteten Wirkstoffe wurde daher ein Mischpreis vereinbart. Handlungsbedarf sehen die Forscher ebenfalls beim Arztinformationssystem, dessen Einführung beschlossen, aber noch nicht konkret ist. Analysen des AMNOG-Reportes zeigen, dass ein Arzt im Durchschnitt knapp vier verschiedene neue Arzneimittel innerhalb eines Jahres verschreibt. Marketing statt Informationen – das scheint zu wirken!