GroKo bestätigt — Spahn ist gesetzt

GroKo bestätigt — Spahn ist gesetzt Am Sonntag entschieden die SPD-Mitglieder über den Eintritt in eine große Koalition. Damit ist auch klar: Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorab präsentierten Personalia werden umgesetzt. Schade eigentlich, dass Hermann Gröhe das Kabinett verlässt. Der kompetente Arbeiter als Bundesgesundheitsminister hat viel bewegt, im Vergleich mit seinen Vorgängern ein durchaus positives Bild hinterlassen. Mit dem jungen Jens Spahn (37) rückt ein versierter Politiker nach, der immerhin seit 2002 ein Mandat im Bundestag innehat. In seinem jüngsten Interview (Wirtschaftswoche 10/2018) vom 2. März wird er zu seinen Visionen befragt. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle. Mit Blickrichtung Gesundheit erklärt er: „Bei Facebook und Amazon ist es einfach, jeder erkennt sofort für sich den Mehrwert. Die elektronische Gesundheitsakte wird dann akzeptiert werden, wenn Ärzte, Krankenhäuser und Patienten merken, dass die Versorgung effizienter und besser wird. Bislang ist die Karte aus Patientensicht aber nur Theorie, und jeder macht sich Gedanken, was alles schief gehen könnte.“ Insofern möchte Spahn zwar den Rahmen setzen, ansonsten mehr auf die Kräfte der Wirtschaft vertrauen. Als konkrete Idee für den künftigen Gesundheitsminister nennt er: „Ich kann mir gut vorstellen, einmal im Quartal einen Pitch für alle interessierten Beschäftigten im Gesundheitsministerium zu machen, bei dem Start-ups ihre Innovation vorstellen. Dann bekommen alle Beteiligten ein Gefühl dafür, was in der Branche gerade läuft.“ Zuhören, verhandeln und vermitteln wären schon einmal gute Grundvoraussetzungen für das neue Amt – Durchsetzungsvermögen hat Jens Spahn erwiesenermaßen.