Elias Kaltenberger:„Es war noch nie so einfach wie in der jetzigen Zeit, sich in einem neuen Markt als Fotograf zu etablieren und ­davon auch wirklich gut leben zu können.“

20.05.2021
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Elias Kaltenberger
© E. Kaltenberger
Elias Kaltenberger

Starke Worte eines jungen Unternehmers aus St. Pölten in ­Österreich. Elias Kaltenberger hat sich als Berufsfotograf auf Hochzeitsfotografie spezialisiert und ist zudem Berater für Foto- und Videografen. Seine ersten Euros hat Kaltenberger bereits als Event-Fotograf verdient – neben seiner Ausbildung als Tischler. Doch sein Hobby hat er letztlich zum Beruf gemacht und baute es stetig weiter aus, erst online mit eigener Website, dann über Social Media. Inzwischen lebt der Autodidakt von der Fotografie. Zudem hilft er eigenen Aussagen nach anderen Foto- und Videografen dabei, gleiches wie er in kürzerer Zeit zu schaffen und – so heißt es auf seiner Website unter https://www.eliaskaltenberger.com/[...] sich alle ­diese Fehler zu ersparen, die er damals gemacht hatte. Heute weiß er, dass er seine Ziele auch schneller erreichen hätte können, wenn er einen Mentor an seiner Seite gehabt hätte, der den Weg bereits vor ihm gegangen war. Genau diese Aufgabe übernimmt Elias heute für Foto- und Videografen wie dich.“

Corona hat die ganze Welt auf den Kopf gestellt. Für viele Fotografen bedeutet das Auftragsverlust mangels stattfindender Veranstaltungen. Noch wird nach außen hin gelächelt, doch hinter der Fassade machen sich die Sorgen der Unternehmer breit: Wie geht es weiter? Wie steht es konkret um meine Existenz? Kaltenberger sieht Möglichkeiten für Fotografen – trotz oder gerade in der heutigen Zeit, sich weiter­zuentwickeln. Ein zweites Standbein könnte gerade für die Kollegen ein Ausweg sein, zumindest aber neue bzw. andere Wege zu gehen.

Ihre Redaktion sprach mit dem Unternehmer. Kaltenberger rät jedem, sich nicht länger auf Hochzeiten, Events oder Schulfotografie zu fokussieren, sondern sich ein solides B2B-Standbein aufzubauen. „Wenn sich die Wirtschaft ins Netz verlagert, werden starke Bilder und Videos mehr denn je gebraucht“, ist er überzeugt.

Aber kann man als Fotograf erfolgreich zweigleisig fahren? Und wie sollten Fotografen beim Gebietswechsel vorgehen? Kaltenberger gibt uns eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie seiner Ansicht nach jeder Fotograf, der für Veränderung offen ist, ein solides Business mit seiner Fotografie aufbauen kann. Er war bislang vor allem Premium-Hochzeitsfotograf und selbst in der Situation, dass auf einen Schlag die gesamten eventbasierten Aufträge weggebrochen sind. Dadurch verschmälerte sich natürlich auch der von ihm geplante Umsatz.

Ab dem Moment wo alle eventbasierten Aufträge weggefallen waren, fing er an, sein Fotografen-Standbein zu verändern. Er begann, seine kompletten Businesskontakte, die er über bisherige Events oder sein Netzwerk gesammelt hatte, anzusprechen und diesen Shootings zu verkaufen. Wie seiner Ansicht nach auch jeder andere Fotograf das sofort umsetzen kann und wie Kaltenberger das genau geschafft hat, schildert er uns in den folgenden vier Schritten:

„1. Mut zum Umdenken! Es gibt viele Fotografen, die in ihrer Sache festgefahren sind. Aber: Jede Krise bietet Chancen – Chancen, die in der Form noch nie da gewesen sind. Der Markt hat sich rasant verändert und der Bedarf der Online-Positionierung mancher Bran­chen hat wesentlich größere Dimensionen angenommen, und für ein authentisch kompetentes Auftreten geben viele Unternehmen gerne Geld aus.

2. Fokus auf kaufkräftiges Publikum! Als Fotograf ist gerade jetzt die Zeit, den Markt einmal genau zu analysieren und sich neu zu positionieren, denn gerade in der jetzigen Zeit gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer. Die Gewinner fokussieren sich auf zahlungskräftiges Publikum, sprich Selbständige & Unternehmer, die zur Zeit auch reell Geld verdienen. Dort ist es natürlich viel leichter, ein hochpreisiges Angebot zu verkaufen. Finde die Unternehmer, welche mit hohem Kundenwert arbeiten und somit eine hohe Liquidität bieten. Wie zum Beispiel: Jedes klein- oder mittelständische Unternehmen in der bekannten Umgebung, das eine gute Auftragslage hat. Diese Firmen haben die optimalen Voraussetzungen, als Marktführer zu stehen, wenn sie sich jetzt online stark ­positionieren und präsentieren.

3. Zeige deine Kompetenz!“ Für Fotografen, die noch kein Portfolio haben, hat Kaltenberger einen Weg parat, wie sie trotzdem die ersten zahlenden Kunden im vier- bis fünfstelligen Auftragsbereich gewinnen können. Er sagt:  Man sucht sich direkt 100 Unternehmen aus, mit denen man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann.  Als Fotograf ruft man am besten direkt bei den Firmen an und fragt, ob der Marketingleiter oder Chef im Hause ist, da es um eine wichtige Sache bei der Außenpräsenz des Unternehmen geht  In dem Telefonat ist es wichtig, relevante Fragen zu stellen, denn Interesse ist Dein bestes Marketing! Fragen wie z. B.:  »Was ist aktuell Ihr unternehmerisches Ziel?«  »Wo haben Sie aktuell Herausforderungen im Marketing?«  Fragen Sie nach, ob das Unternehmen grundsätzlich Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit hat.

4. Dann vereinbart man im besten Fall ein Testshooting. Bei diesem Testshooting geht es nur darum, sein Gegenüber von der Kompetenz zu begeistern. Dies gelingt am einfachsten mit kundenorientierter Kommunikation. Ganz egal, wie groß das Unternehmen ist, für welches fotografiert wird, das Gegenüber will die Kompetenz der Dienstleistung wahrnehmen. Wenn das Testshooting nach einer halben bis einer Stunde vorbei ist, vereinbaren beide Seiten einen weiteren Termin, bei dem der Fotograf seine Bilder präsentiert. Dieses Gespräch ist dann wie ein Verkaufsgespräch zu sehen und hat insgesamt sieben essenzielle Schritte, die zu beachten sind:

1. Klare Termin-Agenda setzen, 2. Das Shooting Revue passieren lassen, 3. Nochmal eine klare Bedarfsanalyse, 4. Wunsch­situation vom Unternehmen aufzeigen lassen, 5. Bilder und ­finale Arbeit zeigen und präsentieren, 6. 'Commitment' ein­holen vom Unternehmer, 7. Abschluss und Vertrag fix machen.“

Laut eigener Angaben hat Kaltenberger durch genau diesen Ablauf schon Aufträge in Höhe von manch Angestellten-Jahresgehältern realisieren können. „Unternehmen sind heute bereit, mehrere Tausende bis sogar Zehntausende Euro im Monat in ihr Marketing zu investieren, wenn man weiß, wie man den Wert richtig vermittelt. Und das Beste daran ist, dass die Unternehmen selbst ihre Umsätze durch die Marketing-Arbeit und mithilfe professioneller Bilder oder Videos steigern können, somit profitieren alle von dieser Win-win-Situation“, so der Jungunternehmer. Er ist der festen Überzeugung: „Jeder Fotograf kann sich ganz einfach ein zweites Standbein aufbauen, das ihm innerhalb kürzester Zeit ein attraktives Einkommen generiert. Mit diesem Vorgehen schaffen es Foto- und Videografen aus dem kompletten DACH-Bereich, innerhalb kürzester Zeit, mehrere Aufträge zu generieren und einen Monatsumsatz von 10.000 € und mehr zu erwirtschaften. Es war noch nie so einfach wie in der jetzigen Zeit, sich in einem neuen Markt als Fotograf zu etablieren und davon auch wirklich gut leben zu können. Nicht nur der Umsatz steigert sich, sondern auch die Bekanntheit und die Wertschätzung von den Kunden und deiner Arbeit.“

Und genau bei einem solchen Vorhaben will Kaltenberger unterstützend, quasi als Mentor, behilflich sein. Doch was konkret befähigt den Jungunternehmer dazu, wollen wir wissen: „Dass ich jahrelang selbst als Fotograf tätig war und noch nach wie vor bin (nur noch für sehr ausgewählte Kunden). Zu fotografieren begann ich vor zwölf Jahren ca. und die ersten Foto­aufträge hatte ich vor ca. sieben bis acht Jahren, womit ich mir mein Taschengeld aufgebessert habe. Sehr schnell wurde daraus ein richtiges Business. Die Erfahrungen, die ich dadurch aus der Praxis gewonnen habe, gebe ich aktuell meinen Teilnehmern weiter.“ Ihm sei es wichtig, dieses Gefühl und die Leidenschaft, die dahinter steckt, weitergeben zu können, davon auch gut leben zu können und nur noch das zu machen, was einen wirklich erfüllt. „Dieses Gefühl hatte ich auch damals, als ich mich mit meiner Fotografie komplett selbstständig gemacht habe, und ich liebe es, wenn sich jemand dazu entscheidet, von seiner Leidenschaft auch wirklich leben zu wollen.“

Kaltenberger wirft interessante Aspekte in den Ring. Und er hat Recht, wenn er sagt, dass gerade im Online-Auftritt ohne starke Bilder kaum was geht. Darauf ließe sich in der Tat aufbauen. Er beweist mit seinem Werdegang Mut. Und er ist Feuer und Flamme für seine Tätigkeit. Das sind Eigenschaften, die dem Erfolg schon immer vorausgingen. Zeiten, in denen sich vieles ändert, erfordern eben Anpassungen. Wie sehen Ihre konkreten Strategien aus?

RAin Ulrike Kafka
Chefredakteurin
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