Olympus trennt sich von der Kamerasparte

02.07.2020
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Als gäbe es nicht schon genug schlechte Nachrichten zurzeit, ist in der vergangenen Woche bekanntgegeben worden, dass Hersteller Olympus sich zum Jahresende vom ­Kamerageschäft trennen wird. Der japanische Investor ­Japan ­Industrial Partners, Inc. (JIP) und Olympus haben in der vergangenen Woche ein sogenanntes 'Memorandum of Understanding' (MOU) unterzeichnet und führen nun Gespräche mit dem Ziel, das Kamerageschäft von Olympus zum Jahresende auf JIP zu übertragen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„JIP ist ein starkes Unternehmen, das bereits ähnliche strategische Ausgliederungen zum Erfolg geführt und das Wachstum vieler Marken maximiert hat. Olympus sieht die mögliche Übertragung als eine Gelegenheit, das Imaging-Geschäft so zu entwickeln, dass sowohl langjährige als auch neue Kunden davon profitieren können. Olympus und JIP sichern den Stakeholdern volle Transparenz zu, sobald sich die Pläne konkre­tisieren“, heißt es in der Mitteilung. Trotz aller Maßnahmen, die Olympus ergriffen habe, um den extrem schwierigen Verhältnissen im schrumpfenden Digitalkameramarkt zu begegnen, die durch die Entwicklung der Smartphones verursacht wurden, verzeichnete das Imaging-Geschäft des Herstellers in drei aufeinander ­folgenden Geschäftsjahren Verluste, so der Hersteller. Olympus will mit der Ausgliederung an JIP die Organisationsstruktur schlanker, effizienter und agiler machen. Außerdem verspricht sich der Hersteller von dem neuen Investor Maßnahmen, die zu einem kontinuierlichen und nachhaltigen Wachstum der Kamerasparte beitragen werden. Olympus selbst wird sich künftig auf den weiteren Ausbau der erfolgreichen Medizinsparte konzentrieren, die zuletzt das Imaging-Geschäft mitgetragen hat.

Patrick Mess
© Olympus
Patrick Mess

„Wir glauben, dass dies der richtige Schritt ist, um das Erbe der Marke, den Wert der Technologien und die herausragenden Produkte zu bewahren. Olympus sieht diesen Transfer als Chance, seinem Imaging-Geschäft zu ermöglichen, weiterhin Werte für langjährige und neue Kunden, Fans und Fotografie-­Enthusiasten zu schaffen“, teilt Olympus seinen Partnern mit. Wir erkundigen uns bei Patrick Mess, Regional Sales Manager Region DACH-WEST bei Olympus, was die Nachricht zur Ausgliederung des ­Kamerageschäfts für die deutschen Fachhändler ganz konkret bedeutet: „Wir werden alle Aktionen, Promotions und Events wie geplant fortführen. Es wird in den nächsten Wochen und Monaten auch wie ­geplant einige spannende Neuheiten für den Fachhandel geben, denen wir mit flankierenden Aktionen zu ­einem guten Start in den Markt verhelfen werden. Unser Außendienst-Team wird jetzt wieder verstärkt reisen und die Aktivitäten bei den Händlern vor Ort unterstützen. Wir wollen uns im Handel, aber auch vor allem bei den Kunden zeigen und Sicherheit geben. Wir sind da und wir sind ansprech­bar. Wir werden ganz bewusst auch die Verkäufer informieren und schulen. Nach dem aktuellen Stand der Planungen werden wir auch bei der Roadshow der United Imaging Group im Herbst dabei sein. Gerade die letzten beiden Monate liefen für uns sehr gut, was uns zuversichtlich in die ­Zukunft blicken lässt. Über den Deal mit JIP ­können wir hier aus Deutschland nichts kommu­nizieren, aber wir sind uns sicher, dass Olympus alles dafür tun wird, um den Prozess vernünftig zu begleiten.“

Telezoomobjektiv C95 E-MIX
© Olympus
Telezoomobjektiv C95 E-MIX

Einen kleinen Vorgeschmack, was von Olympus in Kürze zu erwarten ist, lieferten die Hamburger dann ganz aktuell auch gleich mit. Zum einen ist die Objektiv-Roadmap erweitert worden und enthält nun Informationen zum M.Zuiko Digital ED 8 – 25 mm F4.0 PRO und wurde um ein Makro-Objektiv ergänzt. Außerdem gibt es Neuigkeiten zum Supertele­zoomobjektiv M.Zuiko Digital ED 150 – 400 mm F4.5 TC1.25x IS PRO mit eingebautem 1,25-fach-Telekonverter. Das Objektiv wurde im Januar 2019 angekündigt und wird voraussichtlich ab Winter 2020 verfügbar sein. Das Design des Produkts ist final. Außerdem arbeitet Olympus an einem Firmware-Update für die E-M1X. Die sogenannte Bird Detection wird dem Motiverkennungsautofokus hinzugefügt. Das Firmware-Update soll ebenfalls im kommenden Winter erscheinen. Darüber hinaus gibt der Hersteller noch bekannt, dass die Beta-Version der OM-D es ermöglicht, die E-M1X, E-M1, E-M1 Mark II, E-M1 Mark III und E-M5 Mark II als Webcam zu nutzen. Die Software kann kostenlos heruntergeladen werden. Wenn die Kamera per USB mit dem PC verbunden wird, muss der Nutzer den Tethered-Modus auswählen, eine Webkonferenzanwendung aktivieren und in den Kameraeinstellungen 'OM-D Webcam Beta' auswählen. Weitere Informationen und den kosten­losen Software-Download gibt es unter https://t1p.de/olympus-download.

'mi'-Fazit: Dass sich in einem seit Jahren schrumpfenden Markt die Verhältnisse auf der Seite der Hersteller auch irgendwann verändern und anpassen werden, war ­abzusehen. Olympus hat nun einen Investor für seine ­Kamerasparte gefunden und die Vorzeichen stehen nach ­allem, was aktuell bekannt ist, positiv, dass der neue Eigen­tümer Marke und Produkte weiter­entwickeln und ­erfolgreich im Markt halten möchte. Möglicherweise stehen solche oder ähnliche Entwicklungen künftig auch bei anderen Herstellern ins Haus. Wie viele ­aktive ­Marken es in fünf oder zehn Jahren geben wird, vermag niemand zu pro­gnostizieren. Fürs Erste ist es sicherlich wichtig, den Endverbrauchern zu signa­li­sieren, dass bei Olympus nicht die Lichter ausgehen werden – ganz im ­Gegenteil – sondern dass auch in Zukunft Innovationen unter diesem Namen zu erwarten sind. Kommunizieren Sie offen und ehrlich mit Ihren Kunden, die nun sicherlich viele ­Fragen haben, und binden Sie ­aktiv Ihren Olympus-Außendienst in Ihre Aktionen ein. Wie haben Sie auf die Nachricht des Verkaufs der ­Kamerasparte reagiert? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns.

Julia Lappert
Redaktionsleiterin
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