Messe-Chef Jens Heithecker ist davon überzeugt: „Die IFA bleibt ein Pflichttermin für jeden aktiven Händler!“

19.06.2020
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In CE 21/20 hatten wir Sie über die IFA 2020 Special Edition brandfrisch informiert. Die Botschaft, die Jens Heithecker, Executive Director der IFA Berlin, und IFA-Director Dirk Koslowski am 19. Mai der internationalen Presse mitteilen konnten, sorgte branchenweit verständlicherweise für große Zustimmung: Denn trotz Corona, trotz Verbotes größerer Menschenansammlungen, trotz aller Widrigkeiten insgesamt findet die Leitmesse für Consumer Electronics auch in diesem Jahr statt! Zwar als Special Edition unter veränderten Bedingungen und in begrenztem Rahmen. Dennoch als Plattform der persönlichen Begegnung. Eine Form der Kommunikation, die in diesem Jahr aus den bekannten Gründen bisher noch leider viel zu selten durchgeführt werden konnte respektive durfte.

Logisch, dass das neue und zeitgleich wiederum hoffentlich nur einmalige Format viele Fragen bei Ihnen, aber auch bei potenziellen Ausstellern hervorruft. 'markt intern' möchte Ihnen allen an dieser Stelle die notwendige Aufklärung bringen. Ab dieser Woche bis zur IFA werden wir daher Ausgabe für Ausgabe ein bis drei Fragen an die Herren Heithecker und Koslowski richten. Frei nach dem Motto: 'markt intern' fragt, die IFA antwortet! Der heutige Start ist natürlich gleich etwas ausführlicher. Steigen wir daher direkt ein in die Themen, die Sie uns in den vergangenen Tagen bereits sofort nach Bekanntgabe der Entscheidung pro IFA am Telefon und per Mail gestellt haben:

'markt intern' (mi): 'Warum ist die IFA 2020 sowohl für die Fachhändler, die zur IFA fahren dürfen, als auch für die, die nicht kommen können, wichtig? Welche Rolle spielt hier die angekündigte MwSt.-Senkung für das zweite Halbjahr?'

Jens Heithecker
© Messe Berlin
Jens Heithecker

Jens Heithecker (JH): „Die gesamte globale Tech-Branche hat in den letzten Monaten einen massiven Innovationsstau erleben müssen. Für Markenhersteller und OEM/ODM-Lieferanten der Consumer und Home Electronics wird die IFA 2020 damit zur ersten Gelegenheit seit dem Ausbruch der Pandemie, neue Produkte, Services und Dienstleistungen markenübergreifend dem Handel und den Medien physisch zu präsentieren. Neben den persönlichen Gesprächen mit namhaften Partnern aus der Industrie werden wir für unsere Händler vor Ort Informationsangebote aus bekannten und neuen Innovationsbereichen der IFA NEXT, SHIFT Mobility und IFA Global Markets zugänglich machen. Damit erhalten alle Besucher vor Ort einen klaren Zeit- und Informationsvorsprung. Für all diejenigen, die die IFA rein virtuell verfolgen wollen oder müssen, finalisieren wir im Moment den geeigneten digitalen Rahmen.

Die geplante MwSt.-Senkung zum 1.7. wird sicherlich als positiver Impuls zur weiteren Belebung des Geschäftes beitragen. Zusammen mit den Partnern aus der Industrie kann sich gerade auf der IFA der Handel warenseitig für ein erfolgreiches letztes Quartal und das Jahresendgeschäft präparieren. Und genau dafür bietet z. B. die IFA Special Edition mit dem Sonderbereich IFA Retail & Business Lounges beste Voraussetzungen: Für Handelsgespräche in Kombination mit hocheffizienten Beteiligungsmöglichkeiten der Industrie.“

'mi': 'Wie ist die erste Resonanz des Handels, der Industrie und der Journalisten nach der Ankündigung, die IFA 2020 als Special Edition stattfinden zu lassen?'

JH: „Um es zunächst ganz deutlich zu sagen: überraschend positiv. Es ist bemerkenswert, wie schnell und in welcher Vielzahl uns seitens der Industrie, der Medien und des Handels zu verstehen gegeben wurde, wie sehr persönliche Treffen – in welcher Form auch immer – im Rahmen der IFA im September geschätzt werden. Dies selbstredend stets unter Berücksichtigung der jeweils geltenden Reiseauflagen, Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen. Die noch immer vorherrschenden Unsicherheiten in den jeweiligen Märkten, ausgelöst durch die Pandemie, nehmen wir sehr ernst. Sie geht durch alle Bevölkerungsschichten und ist auch in unseren Gesprächen weiterhin spürbar. Aber das allgemeine Interesse, neue Produkte hautnah und live erleben zu können, ist offensichtlich in einer Zeit, in der alle namhaften internationalen Messen seit nunmehr fünf Monaten abgesagt werden mussten, ebenfalls größer als jemals zuvor. Dennoch hatten wir nicht, nach nur sechs Tagen seit Veröffentlichung unserer Veranstaltungskonzeption, mit Vorregistrationen von mehr als 800 Medienvertretern aus 60 Ländern gerechnet. Das ist, wie wir glauben, ein starkes Statement.

Mit unseren Partnern aus der Industrie stehen wir darüber hinaus in intensiven Gesprächen, wie wir ihre Interessen und Wünsche mit unserem angepassten Veranstaltungskonzept bestmöglich berücksichtigen können. Insofern sind wir gerade jetzt, nach den aktuellen Ankündigungen der Politik über weitere Reiseerleichterungen und stufenweise Marktöffnungen in Europa, noch intensiver im Austausch und sehr zuversichtlich, ein nicht nur preislich hocheffizientes, sondern für die Branche auch sinnvolles Angebot im Markt platziert zu haben. Auch aus diesem Grund freuen wir uns sehr über den sehr positiven Zuspruch unserer Kooperations- und Handelspartner Euronics, expert und telering und werden selbstredend auch auf weitere Händler und Handelspartner mit der Einladung für einen Besuch der IFA Special Edition 2020 in Berlin zugehen.“

'mi': 'Welche Empfehlung haben Sie an die Händler, die (noch) nicht wissen, ob und wie sie sich zum Stichwort 'Besuch der IFA' verhalten sollen?'

JH: „Vorab: Wir haben volles Verständnis für eine gewisse Befangenheit und Vorsicht. Der Umgang mit aktuell noch geltenden Abstands- und Kontaktbeschränkungen war und ist für uns alle eine herausfordernde und neue Erfahrung. Aber in Anbetracht der sich beschleunigenden Marktöffnungen und Reisefreiheit im Schengenraum seit dem 15. Juni dieser Woche sehen wir uns umso mehr darin bestätigt, für unsere Partner aus dem Handel nicht nur einen sehr effizienten Austausch mit relevanten Industriepartnern zu ermöglichen, sondern gleichzeitig mit den Anregungen aus dem IFA NEXT meets SHIFT Mobility-Bereich Inspiration, Energie und Zuversicht mit auf den Weg in ein erfolgreiches Jahresendgeschäft geben zu können. Da wir über die Jahre gelernt haben, dass viele engagierte Händler über den Tellerrand ihres aktuellen Abverkaufs hinausdenken, werden sich insbesondere diese nicht die Chance auf neue Themen und neue strategische Kooperationen nehmen lassen. Die IFA bleibt damit ein Pflichttermin für jeden aktiven Händler. Und nebenbei: Insbesondere in diesem Jahr wird eine Reise nach Berlin zu noch attraktiveren Konditionen möglich sein als jemals zuvor. Wir planen deshalb in den kommenden Tagen mit einer Vorregistration potenzieller Teilnehmer für die jeweiligen IFA-Veranstaltungsbereiche zu starten. Diese Vorregistrierung soll zum einen helfen, eine Abschätzung zu ermöglichen, welche Raum- und Organisationsanforderungen wir in der Planung der individuellen Veranstaltungsteile berücksichtigen müssen. Ihnen als Händler möchten wir aber durch die zeitnahe Vorregistration die Möglichkeit geben, sich frühzeitig einen Zugriff auf die begrenzten Ticket-Kontingente zu sichern. Für uns ist es nur folgerichtig, dass wir hierfür im ersten Schritt bewusst auf unsere Handelspartner zugehen. Auch wenn wir aufgrund der ungewöhnlichen Rahmenbedingungen in diesem Jahr vergleichsweise späte Entscheidungen Einzelner für eine Teilnahme erwarten, werden wir, nach Machbarkeit, alles versuchen, auch diese zu berücksichtigen.“

'mi': 'Welchen Rat geben Sie Herstellern, die noch überlegen, ob eine Teilnahme für sie in diesem Jahr Sinn macht?'

Dirk Koslowski
© Messe Berlin
Dirk Koslowski

Dirk Koslowski (DK): „Zum einen: Jetzt ist der entscheidende Zeitpunkt, um die zweite Jahreshälfte strategisch und operativ zusammen mit ihren wichtigsten Partnern aus dem Handel maßgeblich vorzubereiten. Zum anderen: Nach fünf Monaten 'Messeabstinenz' ist der Bedarf und die Neugier auf Produktneuheiten auf Medienseite höher denn je. Dies in Kombination mit einem ausgesprochen fairen Beteiligungsmodell für sich zu nutzen, sollte ein klassisches Win-Win-Modell sein. Daneben könnte es sich insbesondere für mittelständische Unternehmen in diesem Jahr als ausgesprochen sinnvoll erweisen, sich u. a. im Retail-Bereich auf der IFA zu präsentieren: Eine vergleichbare Anzahl von Kundengesprächen mit vergleichsweise kleinen Vertriebsteams individuell zu organisieren, ist – allein aus zeitlicher und personeller Perspektive – mehr als herausfordernd. Hier unterstützen wir gerne mit unseren Angeboten.“

'mi': 'Sicherlich werden insbesondere in diesem Jahr Hersteller eine eigene Roadshow o. ä. durchführen. In welchem Verhältnis stehen 2020 derartige Aktivitäten zur IFA und was sollte aus Ihrer Sicht für den Fachhändler Priorität haben bzw. warum sind beide Angebote gleichermaßen interessant und wichtig?'

JH: „Es bleibt unbestritten, dass insbesondere neue Produkte die Nachfrage der Konsumenten anregen. Das ist gut und wichtig. Es gibt aber in der Tat sehr unterschiedliche Optionen, sich über neue Produkte zu informieren. Eine Möglichkeit kann eine Roadshow sein, die aber auch bei aller professioneller Vorbereitung erfahrungsgemäß eine nur begrenzte Informationsbreite liefert. Hingegen ist die IFA für neue Produkte nicht nur eine unverzichtbare Informations- und Vertriebs-, sondern gleichzeitig Werbe- und Kommunikationsplattform. Nur zu Messen werden die Produkte und Innovationen in ansonsten unerreichter Breite auch der Öffentlichkeit nicht zuletzt durch die Medien zugänglich gemacht. Diese Bündelungsfunktion kann keine Roadshow erfüllen. Mit Blick auf limitierte Budgets, zeitliche Ressourcen und personelle Verfügbarkeiten, auch von Vertriebsteams im Markt, sollte unter Effizienzgesichtspunkten die Stärke einer zentralen, professionell organisierten und markenübergreifenden Plattform unstrittig sein.“

'mi': 'Gibt es bereits erste Zusagen von Herstellern, deren Namen schon heute verraten werden können?'

(DK): „Selbstredend sind wir mit allen namhaften Partnern der Branche in noch andauernden Gesprächen über Beteiligungsmöglichkeiten. Auch hier sondiert die Industrie mit unserem IFA-Team gewissenhaft, welche Veranstaltungsangebote in diesem Jahr eine maßgebliche Ergänzung der Kommunikations- und Vertriebsaktivitäten zur weiteren Belebung des Jahresendgeschäftes und darüber hinaus bieten können. Wie zu vermuten, ist und bleibt es unser Anspruch, einen repräsentativen Querschnitt namhafter Industriepartner zu gewinnen, die die Chance sehen und nutzen möchten, um sich zum besten Zeitpunkt des Jahres dem Handel und den internationalen Medien zu präsentieren. Eine korrespondierende Aufstellung der jeweiligen Marken bzw. Unternehmen planen wir zeitnah zu veröffentlichen.“

Soweit erste konkrete Aussagen zur IFA Special Edition 2020. Schon nächste Woche geht es weiter. Wir hoffen, Ihnen mit den Aussagen heute und in Zukunft die Entscheidung zu erleichtern, ob sich ein Besuch der IFA für Sie auch in diesem Jahr lohnt. Wie dieser übrigens konkret aussehen könnte, auch darüber informieren wir Sie selbstverständlich ausführlich!

RA Lorenz Huck
Chefredakteur
RAin Ulrike Kafka
Redaktionsleiterin
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