VDA zu den Folgen der Ukraine-Invasion: „Ökonomische Fragen treten für uns dahinter heute zurück“

02.03.2022
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Zum derzeitigen Geschehen in der Ukraine wurde in den vergangenen Tagen vieles geschrieben, kommentiert und angemerkt. Die russische Invasion bringt Leid in die Welt und sie läutet nach der Grundsatzrede von Bundeskanzler Olaf ­Scholz am Sonntag eine neue Sicherheitspolitik und ein geo­politisches Umdenken in Deutschland ein. 'markt intern' versteht sich als Branchenmedium und nicht als Tagesbericht­erstatter, daher wenden wir den Blick auf Zusammenhänge mit unserer Branche. Wir haben in dem Zuge beim Verband der Automobilindustrie (VDA) nachgefasst, wie er sich zu den aktuellen Vorgängen positioniert, vor allem aber, welche Auswirkungen der deutlichen Sanktions­antworten von NATO und EU ­sowie anderer Staaten bereits abgeschätzt werden können. Hildegard Müller, VDA-Präsidentin, äußerte sich nach unserer Anfrage Ende vergangener Woche mit Sorgen:

Hildegard Müller
© VDA
Hildegard Müller

„Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine stellt einen tiefen und bedrückenden Einschnitt in der Geschichte Europas dar. Die russische Führung muss die Kriegshandlungen unverzüglich einstellen und zum politischen Dialog zurückfinden. Krieg ist kein Mittel der Politik und gefährdet die Zukunfts­chancen Europas. Die Lage unterstreicht die Bedeutung für einen gemeinsamen und konsequenten europäischen Weg, der sich an Vernunft, Verantwortung und Freiheit orientiert.“ Dabei betont sie, bevor sie zu den Folgen für die Automobilwirtschaft kommt, das Primat der Menschenrechte: „Wir denken an die Menschen in der Ukraine, unsere europäischen Nachbarn. Deren Sicherheit und Recht auf eine friedliche Entwicklung ihres Landes ist oberstes Gebot. Ökonomische Fragen treten für uns dahinter heute zurück.“

Tatsächlich dürften aus Sicht der deutschen Autohersteller die wirtschaftlichen Folgen in Sachen Export überschaubar sein. Relevanter sind die Sicherheit der vor Ort lebenden Mitarbeiter und der Einschnitt für die Produktion in Russland und der Ukraine: „Für die Automobilindustrie hat der Konflikt aktuell nur begrenzte Auswirkungen. Die deutschen Hersteller haben im vergangenen Jahr rund 39.700 Fahrzeuge in beide Länder – Russland und Ukraine – exportiert, dies entspricht 1,7 % aller aus Deutschland heraus exportierten Pkw. Allerdings unterhalten die deutschen Unternehmen der Automobil­industrie, Hersteller und Zulieferer, 49 Fertigungsstandorte in Russland und der Ukraine. Die Folgen für die Unternehmen und ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind derzeit noch nicht konkret absehbar. Ein Abbruch der Lieferketten hätte negative Auswirkungen.“

Sie möchten spenden?

Einer unserer Branchenkontakte schrieb uns Anfang dieser ­Woche an: „Ich wollte einmal kurz erfragen, ob Sie eine geeignete Organisation kennen, um den Menschen in der Ukraine gezielt zu helfen. Von unserer Seite haben wir an Caritas International gedacht. Dadurch, dass Sie ggf. aber mehrere Personen/Organisationen kennen, dachte ich mir einfach mal, ich frage kurz an.“ Klar, gerne. Wir sind zwar keine Experten auf dem Feld, aber einen Tipp haben wir schon.

Wenn es um Geldspenden geht, ist eine Liste seriöser und erfahrener Organisationen wichtig. Überlegen Sie sich am besten auch, ob Sie wirklich zweckgebunden oder allgemein spenden wollen. Die zweckgebundenen Spenden dürfen tatsächlich nur für diesen Zweck verwandt werden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat aus aktuellem Anlass eine Übersicht erstellt. Diese findet sich unter folgendem Link in einem hinterlegten pdf: https://tinyurl.com/DZI-Spendeninfo-Ukraine.

Martin Brandt M.A.
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