Waldemar Dixa: Kein Verständnis für „Achterbahn-Maßnahmen“

20.04.2021
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Der Geschäftsführer des Garantieanbieters MultiPart aus Ringsheim, Waldemar Dixa, ist ein erfahrenes Branchenurgestein. Eine Situation, wie die seit 13 Monaten herrschende, hat aber auch er noch nicht erlebt. Insbesondere die wechselhafte Politik der letzten Monate stößt ihm übel auf. 'markt intern' sprach mit ihm zum Thema Regierungsarbeit, was aus der MultiPart-Hilfsaktion des letzten Jahres geworden ist und welche Maßnahmen für Kfz-Händler im derzeit angespannten Gebrauchtwagenmarkt wichtig sind.

'mi': Herr Dixa, ich weiß aus einigen Gesprächen des letzten Jahres, dass Sie einen kritischen Blick auf das Geschehen im Land haben. Wie ist Ihre Haltung zur Corona-­Politik der Regierung(en) mit Blick auf den Kfz-Handel und die Erschwernisse durch wechselnde Lockdown- und Schließungsszenarien?

W. Dixa: „Für die Achterbahn-Maßnahmen der letzten Monate bringe ich kein Verständnis auf, weil das aus meiner Sicht nur Versuch und Irrtum war. Man weiß bis heute nichts und macht doch einen auf Aktionismus. Bitte, ich bin ganz sicher kein Leugner des Virus und seiner Gefährlichkeit. Aber plan- und gedankenlos einfach ganzen Bereichen durch die Schließungen den Boden unter den Füßen wegziehen mit der Folge, dass sich die Menschen an anderer Stelle wirklich massiv begegnen, zeigt mir, wie wenig man nachgedacht hat. Jetzt sollen gar die Betriebe die Treiber der Inzidenz sein?“

Der MultiPart-­Geschäftsführer zur 20-%-Corona-­Unter­stützungs­aktion im Vorjahr

Waldemar Dixa
© MultiPart
Waldemar Dixa

„Die Aktion war für uns ganz wichtig, weil wir uns mit unseren Kunden solida­risch erklären und beweisen konnten, dass wir ein echter Partner sind. Wenn ich die durchweg sehr positive Resonanz sehe, manch eine Zuschrift und auch Gespräche reflektiere, dann sind wir sehr stolz darauf, diese Initiative ­gestartet zu haben. Wir würden das wieder tun.“

'mi': Aktuell ist viel davon die Rede, diese mehr in die Pflicht zu nehmen.

W. Dixa: „Wir haben aktuell eine tatsächlich oder vermeintlich kritische Situation in diesem Land, wo der Staat und die Politik gefordert sind und wir sehen ein Versagen auf breiter Front. Es werden wieder einmal die Menschen und die Unternehmen, denen man aktuell das Leben schwer macht, sein müssen, die den Karren wieder zum Laufen bringen – sofern sie dazu überhaupt noch in der Lage sind. Wer seinen Betrieb aufgeben muss, wird hinterher weder Arbeitnehmer beschäftigen noch Steuern zahlen können.“

'mi': Welche Maßnahmen im Kfz-Handel hätten Sie denn für sinnvoll erachtet?

W. Dixa: „Eine Beschränkung der Zahl der sich im Showroom (Fitness-Studio, Blumenladen und vielen anderen Betrieben) aufhaltenden Personen hätte ich noch akzeptiert, weil das im Grunde regelmäßig keine Auswirkungen gehabt hätte.“

'mi': Sie haben im vergangenen Corona-Jahr Ihre Partner im Handel massiv mit einer 20-Prozent-Rabattaktion unterstützt (s. Auto 16/20) – welches Resümee ziehen Sie?

W. Dixa: „Ja, wir waren da durchaus etwas blauäugig. Hätte die Politik im vergangenen Jahr alle, die sich im Ausland aufgehalten haben, kontrolliert in Quarantäne geschickt, wäre die Folge gewesen, dass sich viele das überlegt hätten. Man war ja schon auf ­einem guten Weg. Dann wären acht Monate Unterstützung durch MultiPart, die wir ganz sicher nicht überschätzen, weil wir auf der Kosten­seite ein ganz kleiner Posten sind, eine ­Hilfe gewesen. Leider kann auch ein gesundes Unternehmen, wenn es nicht eine höhere Marge hat als es Rabatt geben möchte, das nicht auf Dauer tun. Die Aktion war für uns ganz wichtig, weil wir uns mit unseren Kunden solidarisch erklären und beweisen konnten, dass wir ein echter Partner sind. Wenn ich die durchweg sehr positive Resonanz sehe, manch eine Zuschrift und auch Gespräche reflektiere, dann sind wir sehr stolz darauf, diese Initiative gestartet zu haben. Wir würden das wieder tun.“

'mi': Welche Probleme sehen Sie auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit zum Teil recht lückenhaften Höfen der Händler?

W. Dixa: „Die Lücken auf dem Hof entsprechen dem schwachen Neuwagengeschäft im Privatbereich. Liefere ich keinen Neuwagen an einen Privatkunden aus, kommt kein Gebrauchtwagen zurück. Die Verknappung des Angebots hatte eine massive Erhöhung der Gebrauchtwagenpreise zur Folge. Das ist gerade für das Frühjahrsgeschäft fatal, weil hier die größte Nachfrage auf einen aktuell niedrigen Bestand trifft.“

'mi': Was empfehlen Sie denn Ihren Kunden, die ja zusätzlich noch vor eine unsichere Öffnungssituation gestellt sind?

W. Dixa: „Man muss sehen, dass man trotzdem gezielt zukaufen kann. Wir empfehlen unseren Kunden auch, wenn immer möglich, Kontakt jedweder Form zu den Kunden zu haben, Probefahrten unter Beachtung der Hygienevorschriften anzubieten und zuzusehen, dass man trotz der Einschränkungen auch im Fahrzeugverkauf punkten kann. Wenn man der Situation etwas Positives abgewinnen möchte: die Zahl der Kunden, die nicht wissen, was sie wollen oder die in zig Autohäusern flanieren, ist nach unserer Beobachtung deutlich gesunken. Aktuell kommen kaufwillige Kunden, die schon ganz klare Vorstellungen davon haben, was sie wollen und das dann auch kaufen. Doch der Kunde kommt nur, wenn er weiß, dass er, in welcher Form auch immer, willkommen ist. Aktuell ist Kampf angesagt, Kreativität gefragt und Ausdauer erforderlich. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.“

Zeigen Sie Ihren Kunden Ihren 'Hohen Hygiene-Standard'

Vertrauen ist aktuell die Währung, mit der Sie und Ihre Kunden ­interagieren. Die Verunsicherung aller Altersschichten in der Bevölkerung ist quasi greifbar, und jeder begibt sich nur da in unmittelbaren Kontakt, wo er es muss. Auch wenn der Autohandel mit seinen großen Showrooms und Freiluft-Höfen sowie meist dezentraler Lage als sehr sichere Einkaufsstätte gelten darf, sind auch Kunden unserer Branche verunsichert:  Geht man mit dem Gang zum Kfz-Händler nun ein nicht notwendiges Infektionsrisiko ein oder kann ich mich dort den Umständen entsprechend geschützt fühlen?  Was tut mein Händler, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten?  Sollte ich den Autokauf verschieben, bis sich die Situation entspannt und sich das Infektionsrisiko minimiert hat?

Die vertrauensbildende Kommunikationsmaßnahme 'Hoher Hygiene-Standard' als Doppelpass zwischen grafischem Label und einer Selbstverpflichtung wird Ihnen sowohl in Ihren Betrieben (Schaufenster, Eingangstür, Ladentheke, Kfz-­Werkstatt etc.) als auch bei Ihrer Werbung (Mailings, Postwurf-Sendungen, Annoncen etc.) und Ihren Internetauftritten (­Website, Soziale Netzwerke etc.) helfen, um das Vertrauen Ihrer Kunden zu erhalten. Das Kommunikationspaket ist fix und fertig für Sie geschnürt: Es besteht aus ­einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Hygienemaß­nahmen sowie dem dazugehö­rigen grafischen Label. Bitte beachten Sie, dass Sie mit Nutzung des Labels Ihre Kunden informieren, wozu Sie sich selbst verpflichten und bekennen (Auslage der Selbstverpflichtung im Betrieb bzw. Platzierung eines Links, wo die Maßnahmen einsehbar sind). Für 'mi'-Leser ist dieses vertrauensbildende Kommunikationspaket kos­tenfrei abrufbar und sofort einsetzbar. Wichtig: Ihre 'mi'-Re­daktion hat sich umfassend Gedanken gemacht, welche Hygiene­maßnahmen in einem Betrieb einen ­hohen Standard rechtfertigen. Sollten Sie diese um eigene Zusatzleistungen ergänzen wollen, so steht es Ihnen frei. Senden Sie zum Abruf bitte eine E-Mail mit dem Betreff 'HHS-Hoher Hygiene-Standard' an [email protected].

Martin Brandt M.A.
Chefredakteur
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