10 Steuertipps für 2020

06.01.2020
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Das deutsche Steuerrecht wartet auch in diesem Jahr mit einer Vielzahl an Änderungen auf. Von der teilweisen Abschaffung des Soli, über die Anhebung des Grundfreibetrags bis hin zur Geltendmachung von Unterhaltsleistungen hat sich einiges getan. Die wichtigsten Änderungen stellen wir Ihnen heute in einer Checkliste kurz und knapp vor. Auf vieles werden wir in den nächsten Wochen im ‘steuertip‘ noch ausführlich eingehen. Hinweis: Soweit nichts anderes angegeben ist, gelten die Neuerungen erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2020. Abonnenten können die Beilage st 50/19 mit vielen weiteren Tipps hier als PDF abrufen: zum Download




1. Grundfreibetrag

Anhebung des Grundfreibetrags zur Freistellung des steuerlichen Existenzminimums von 9.168 € auf 9.408 € (bei Zusammenveranlagung von 18.336 € auf 18.816 €).
 

2. Unterhaltsleistungen

Entsprechende Anhebung des Höchstbetrags für den Abzug von Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastungen auf 9.408 €.
 

3. Heimunterbringung

Entsprechende Anhebung der anzurechnenden Haushaltsersparnis bei Heimunterbringung auf 9.408 €.
  

4. Einkommensteuertarif

Geringfügige Verschiebung sämtlicher Eckwerte des Einkommensteuertarifs, um den Effekt der kalten Progression zu entschärfen (Eingangssteuersatz und Steuersätze zu Beginn der jeweiligen Tarifzonen bleiben unverändert).

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Hinweis: Reichensteuer mit 45 % Spitzensteuersatz ab 270.501 € bei Ledigen bzw. 541.000 € bei Verheirateten.

  
5. Solidaritätszuschlag

Teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags ab 2021 zu Gunsten niedriger und mittlerer Einkommen (Erhöhung der Freigrenzen von 972 € bzw. 1.944 € bei Einzel- bzw. Zusammenveranlagung auf 16.956 € bzw. 33.912 € Einkommensteuerschuld,Ausweitung der Freigrenze auf sonstige Bezüge,Anpassung der sog. Milderungszone, um einen Belastungssprung beim Überschreiten der Freigrenze zu vermeiden).

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Hinweis: Soli fällt für rund 90 % aller Zahler bei der Lohnsteuer und veranlagten Einkommensteuer vollständig weg, weitere 6,5 % werden teilweise entlastet. Es profitieren nicht: Bezieher hoher Einkommen (zu versteuerndes Einkommen über 96.409 € bei Ledigen bzw. 192.818 € bei Verheirateten), Anleger mit Kapitalerträgen, die der Abgeltungsteuer unterliegen (Ausnahme: positive Günstigerprüfung bei niedrigem Steuersatz), juristische Personen, insbesondere Kapitalgesellschaften.

Unsere Einschätzung: Wir halten die nur teilweise Streichung für verfassungswidrig (vgl. ‘steuertip‘-Beilage 42/19).

steuertip: Einsprüche gegen die Festsetzung des Solidaritätszuschlags in Vorauszahlungsbescheiden ab dem 1. Quartal 2020 können laut OFD Nordrhein-Westfalen ( st 47053) im Hinblick auf eine beim FG Nürnberg unter dem Az. 3 K 1098/19 anhängige Musterklage des ‘Bund der Steuerzahler‘ ruhen (vgl. ‘steuertip‘ 42/19).

  
6. Kranken- und Pflegeversicherung

Neuregelung des Sonderausgabenabzugs bei Vorauszahlungen von Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung (der dreifache Jahresbeitrag kann steuersparend vorausgezahlt werden, vgl. 'steuertip' 33/17).
 

7. Pauschalen für Auslandsreisen

Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen im Inland von 24 € auf 28 € und von 12 € auf 14 €, neue Verpflegungs- und Übernachtungspauschbeträge für Auslandsreisen.

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Unser Service: Zusätzliche Infos und Formulare für 2020 finden Sie in der ‘steuertip‘-Beilage 48/19.

 
8. Wohnungsbauprämie

Erhöhung des max. geförderten Sparbetrags bei der Wohnungsbauprämie ab 2021 für Singles von 512 € auf 700 € bzw. für zusammenveranlagte Ehegatten/Lebenspartner von 1.024 € auf 1.400 € und Erhöhung des Prämiensatzes von derzeit 8,8 % auf 10 % (ergibt bei voller Ausschöpfung eine Prämie von 70 € bzw. 140 € pro Jahr).

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Hinweis: Voraussetzung ist, dass die ebenfalls angehobenen Einkommensgrenzen von 35.000 € (derzeit 25.600 €) bzw. 70.000 € (derzeit 51.200 €) nicht überschritten werden. Insbesondere junge Menschen sollen so motiviert werden, frühzeitig Eigenkapital für die eigenen vier Wände anzusparen.

  
9. Grenzüberschreitende Steuergestaltungen

Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen an das Bundeszentralamt für Steuern — BZSt (Umsetzung einer entsprechende EU-Richtlinie — ‘DAC VI‘— in deutsches Recht); geplante Meldepflicht für rein nationale Gestaltungen ist erfreulicherweise — zunächst — nicht verwirklicht worden.

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Hinweis: Sog. Intermediäre — insbesondere Kreditinstitute, Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer — sind ab dem 1.7.2020 verpflichtet, Informationen über offenzulegende Modelle zu melden, die sie nach dem 24.6.2018 konzipiert, organisiert oder quasi verkauft haben. Die Mitgliedstaaten müssen dann alle drei Monate Informationen austauschen (innerhalb eines Monats nach Ablauf des Quartals, in dem die Informationen eingegangen sind). Der erste automatische Informationsaustausch muss somit zum 31.10.2020 erfolgen. Die Staaten sollen so schneller auf ungewollte, aber legale Steuerspar-Praktiken reagieren und mögliche Lücken schließen können.

 
10. Kinderfreibetrag

Erhöhung des Kinderfreibetrags um 192 € von 4.980 € auf 5.172 €. Der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf — BEA-Freibetrag — von 2.640 € bleibt unverändert, macht zusammen 7.812 €.

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Hinweis:
Das Kindergeld war bereits ab Juli 2019 erhöht worden. Es bleibt unverändert bei 204 € für das 1. und 2. Kind, 210 € für das 3. Kind und 235 € ab dem 4. Kind. Für 2021 ist eine Erhöhung um 15 € angekündigt.

   




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