Mi-Leser sind gegen Einstellung der Postzustellung am Montag

23.10.2020
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In der Mittelstandsausgabe vom 25. September hatten wir über Pläne der Deutschen Post berichtet, testweise die Briefzustellung an Montagen für Privatkunden einzustellen. Wie die Post eine solche Trennung überhaupt gewährleisten kann, bleibt dabei ungeklärt. Zudem sollte sich niemand darauf verlassen, dass es zukünftig bei dieser Einschränkung bleibt. Gerhard Hämmerle, Geschäftsführer von EP:Elektro Hämmerle, hatte uns beispielsweise berichtet, schon seit etlichen Wochen montags keine Post mehr zu erhalten (vgl. Mi 20/20). Deshalb hatten wir Sie gebeten, uns im Rahmen einer kleinen Umfrage mitzuteilen, wie Sie zu diesen Plänen stehen. Das Ergebnis ist sehr eindeutig ausgefallen: 86 Prozent der Umfrageteilnehmer lehnen eine Einstellung der Montagszustellung ab, 14 Prozent ist es egal. Die Verantwortlichen der Post wird dies möglicherweise wenig beeindrucken, aber vielleicht macht sie die nachfolgende Auswahl einiger Kommentare nachdenklich, ob dies ein guter Plan ist:

„Der Montag ist nur der Anfang der Nichtverteilungstage. Also: Wehret den Anfängen! Später gibt es von der Post Gründe, am Samstag nicht zu verteilen, weil alle Büros geschlossen sind. Sachlich ist dies falsch. Auf den Samstag wird dann ein weiterer Nichtverteiltag kommen.“ „Das Wort 'Dienstleistung' sollte auch bei der Post ernst genommen werden. Aus welchem Grund sollte montags nicht zugestellt werden?“   „Nicht nur für Unternehmer, auch für Privatpersonen gibt es gesetzliche Zustellungsfiktionen. Wie sollen die angepasst werden? Ist Privatpost dann Post zweiter Klasse? Wie will die Post wissen, ob es sich um Privatpersonen oder Unternehmen handelt? Berufliche Post an Einzelunternehmer enthält oft auch nur den Namen und keinen ­Unternehmensnamen. Wird das gewürfelt? Privatpost an einen Unternehmer wird nicht zugestellt, aber die berufliche Post? Praktisch ist das nicht zuverlässig umsetzbar. Die Post soll ihrer Aufgabe nachkommen.“ „Das Porto wird immer höher und Leistung soll immer weniger werden!! Das passt wohl nicht.“

© 'markt intern'

Wir verzichten unsererseits auf eine eigene Kommentierung dieser Pläne und zitieren stattdessen lieber einen ­Umfrageteilnehmer, der seine Bewertung sehr prägnant auf den Punkt gebracht hat: „Das kann ja wohl nicht wahr sein!“ Ach ja, aktuell macht gerade eine Umfrage die ­Runde, wonach 86 Prozent der Unternehmen planten, Briefpost durch elektronische Kommunikation zu ersetzen (allerdings geben erst 63 Prozent an, dies gelinge zunehmend). Mancher zieht daraus den Schluss, damit erledige sich das Problem der Post­zustellung mittelfristig. Das ist ein Trugschluss. Selbst wenn wirklich mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Rechnungen tatsächlich, und nicht nur geplant, nur noch online verschickt, erledigt sich ­analoge Post nicht. Es gibt auch dann noch viel, das Unternehmen aller Art zugestellt werden muss. Da sollte sich niemand täuschen.

Dr. jur. Frank Schweizer-Nürnberg
Chefredakteur

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