Keine Innovationen ohne Fachkräfte

08.01.2019
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Vor allem viele klein- und mittelständische Unternehmen in Deutschland schieben infolge des zunehmenden Fachkräfte­mangels Investitionen in Innovationen auf die lange Bank oder lassen sie ganz. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von rund 800 kleinen und mittelgroßen Unter­nehmen (KMU) mit einem Umsatz zwischen 500.000 und 125 Millionen €, die im Auftrag der DZ-Bank (www.dzbank.de) durchgeführt worden ist. Befragt wurden also die Unternehmen, in denen die meisten Menschen in Deutschland arbeiten und die damit entscheidend für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands sind. Positiv dabei war zunächst, dass lediglich 7 % der Befragten ihre all­gemeinen Investitionen in den kommenden Jahren verringern wollen. 93 % dagegen wollen ihre bisherigen Investitionsausgaben konstant halten oder sogar erhöhen. Dennoch ist die Innovationsmüdigkeit eine ernstzunehmende Bedrohung, denn wenn bei 2/3 der KMU die Fachkräfte fehlen, leidet ihre Wettbewerbsfähigkeit. Laut der Studie streben nur 29 % der befragten Unternehmen in den nächsten drei Jahren danach, ihre Investitionen in Inno­vationen und Forschung sowie Entwicklung hochzu­fahren. An der finanziellen Lage der Unternehmen scheint dies jedenfalls nicht zu liegen. Denn selbst bei den finanzstärkeren großen Mittelständlern liegt der Anteil der Inno­vationsfreudigen nur bei 33 %. Vor einem Jahr sah die Situation in Bezug auf die Ausgabenfreudigkeit für Innovationen noch anders aus, denn mehr als die Hälfte aller großen Unternehmen (54 %) wollte in den kommenden Jahren mehr Geld in Innovationen stecken. Schuld an dieser Entwicklung ist laut den Studienautoren die Unzufriedenheit mit den bisherigen Innovationserfolgen sowie der sich immer stärker bemerkbar machende Mangel an qualifizierten Fachkräften. Die Fördermittel von bis zu einer Milliarde € der „Agentur zur Förderung von Sprung­innovationen“, einer neuen Behörde, sollen helfen, 'bahnbrechende Ideen' umzusetzen. Das jedoch geht am eigentlichen Problem des wachsenden Fachkräftemangels vorbei. Und es geht ebenso vorbei an der Tatsache, dass es auch vor allem staatliche Regulierungen sind, die Innovationen behindern. Der Staat kann also in der Tat helfen, aber eben nicht nur mit Geld.

Dr. Claudia Ossola-Haring
Chefredakteurin
Peter Vogt
Chefredakteur
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