Auf gute Zusammenarbeit: Start-ups loben Zusammenarbeit mit Mittelständlern

05.09.2019
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Gute Partnerschaften im Geschäftsalltag zu haben und zu pflegen, ist für den unternehmerischen Erfolg entscheidend. Das sieht auch die junge Unternehmergeneration in Start-ups so, wie eine Befragung von mehr als 300 Start-ups im

Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben hat. „Die große Mehrheit der deutschen Start-ups arbeitet mit etablierten Unternehmen zusammen – und bewertet die Kooperation unter dem Strich als positiv“, heißt es in der Bitkom-Meldung. Vier von fünf befragten Start-ups (79 %) kooperieren auf die eine oder andere Art mit Mittelständlern oder Konzernen. Drei von fünf Start-ups (60 %) geben an, dass sie gemeinsam mit etablierten Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, rund jedes zweite (46 %) kooperiert auf andere Art und Weise, etwa bei Gründerwettbewerben. Und 17 % sagen, dass andere Unternehmen finanziell an dem Start-up beteiligt sind. 16 % der Start-ups arbeiten allerdings überhaupt nicht mit etablierten Unternehmen zusammen.

„Die Kooperation zwischen Start-ups und Mittelständlern sowie Großunternehmen ist nicht nur die beste Start-up-Förderung, sie bringt auch die Digitalisierung in Deutschland voran“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir sehen, dass etablierte deutsche Unternehmen derzeit noch auf den Weltmärkten führend sind, sich aber schwer tun mit dem Einsatz neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain. In diesen Bereichen haben viele Start-ups ihre Expertise, dafür fehlt ihnen häufig der Marktzugang. Von einer Zusammenarbeit profitieren beide Seiten und die gesamte Wirtschaft.“ Jene Unternehmen, die nicht mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten, geben als häufigsten Grund an, dass die anderen Konzerne kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit haben (38 %). An zweiter Stelle (34 %) liegt der Grund, dass sie auf Kooperationen verzichten, weil sie selbst unabhängig bleiben wollen. Weitere in der Umfrage genannte Gründe sind ein fehlendes konkretes Projekt (30 %), fehlender Kontakt zu etablierten Unternehmen (28 %) und dass ein junges Unternehmen keinen Mehrwert in einer Kooperation sieht (24 %).

Solche Start-ups, die bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und Mittelständlern gesammelt haben, bewerten diese vorwiegend als positiv. 81 % geben an, dass sie damit zufrieden sind, 60 % sagen, dass durch diese Zusammenarbeit neue Kunden gewonnen oder Märkte erschlossen werden konnten. Etwa jedes zweite junge Unternehmen (52 %) hat nach eigenen Angaben durch die Kooperation das eigene Produkt verbessern können. 43 % geben an, dass die Partner sich aufgrund unterschiedlicher Stärken und Schwächen sehr gut ergänzt haben und dass das Start-up seine fachliche und technologische Expertise verbessern konnte (37 %). Allerdings wird in der Bitkom-Befragung auch deutliche Kritik geäußert. So beklagt jedes zweite Start-up, das mit Etablierten kooperiert (53 %), dass die Prozesse bei den Partnern viel zu langsam und aufwändig waren. 29 % sind der Auffassung, dass die etablierten Unternehmen von der Kooperation mehr profitiert hätten als sie selbst. Und fast jedes vierte Start-up (23 %) hat die etablierten Unternehmen als arrogant im Umgang mit dem unternehmerischen Nachwuchs empfunden.

Das Interesse an der Zusammenarbeit ist allerdings unterschiedlich hoch, denn Start-ups stehen einer Zusammenarbeit deutlich aufgeschlossener gegenüber als umgekehrt die etablierten Unternehmen. So haben in einer Bitkom-Befragung im Frühjahr zwei Drittel (67 %) der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern angegeben, nicht mit Start-ups zu kooperieren. Jedes Zweite von ihnen (53 %) nannte als Grund fehlende Zeit, ähnlich viele hatten dafür kein geeignetes Projekt (56 %) oder sahen in einer Kooperation mit den jungen Unternehmern keinen Mehrwert (59 %). Hauptgrund für fehlende Kooperationen war aus Sicht der etablierten Unternehmen allerdings ganz schlicht der fehlende Kontakt zu Start-ups (73 %).

'mi'-Fazit: Die Bitkom-Umfrage zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und mittelständischen Unternehmen große Synergieeffekte haben kann. Die einen bringen Innovationen und frische Ideen mit, die anderen jahrelange Erfahrung und Hintergrundwissen aus der Branche. In der Sportbranche werden junge Unternehmen auf unterschied­liche Weise gefördet. Sei es im Rahmen des Start-up Days auf der Eurobike in Friedrichshafen (Sp 34/19), wo sich einen Tag lang alles um die 'Jungen' dreht, oder wie auf der Outdoor by ISPO/München im Sommer – hier gab es einen großen Stand mit Start-ups aus Oregon (Sp 22/19). Dadurch haben auch Mittelständler und Hersteller leichter die Möglichkeit, Kontakte zu passenden Start-ups zu knüpfen.

Katharina Mika
Ressortleiterin
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