Osnabrücker Hasewelle erfolgreiches Exportmodell

21.03.2019
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Vor gut einem Jahr eröffnete Lengermann & Trieschmann (L&T) in der Osnabrücker Innenstadt ein Sporthaus mit 5.000 qm Verkaufsfläche und der spektakulären Weltneuheit Hasewelle, einem Wellenbecken mit einer künstlich stehenden Welle zum Surfen. Der Name der inzwischen zur Touristenattraktion gewordenen Welle geht auf einen Nebenfluss der Ems, die Hase, zurück.

Hat sich die gewaltige Investition über 35 Mio. Euro für das Sporthaus in der Osnabrücker Innenstadt nebst Fitnessstudio und Surf-Becken gelohnt? Die Geschäftsführer des gerade vom HDE ausgezeichneten (s. Sp 06/19) Traditionsunternehmens, Mark Rauschen und Thomas Ganter, ziehen in der 'Neue Osnabrücker Zeitung' vom 8.3. Bilanz. Die Großinvestition sei „ein Bekenntnis zum stationären Handel“ und „ein Ausrufezeichen für den Standort Osnabrück“. Ohne konkrete Zahlen preiszugeben, nennen die L&T-Chefs die Auswirkungen der Wellen-Attraktion auf den Umsatz „super“. Der Einzugsbereich habe sich erweitert und die Verweildauer im Sporthaus sei auch gestiegen.

© Lengermann & Trieschmann

Zur großen Überraschung habe man sich bei der Kernzielgruppe der Welle verschätzt. Es seien vor allem die 40- bis 50-Jährigen, die auf der Welle reiten. Es sei erwartet worden, dass insbesondere die 30- bis 40-Jährigen von dem sportlichen Angebot, das sie normalerweise zu einer Reise ans Meer zwingt, angezogen würden. Das habe auch zu einer Umstrukturierung der Verkaufsfläche geführt. Das Angebot sei sehr gut gebucht. Samstags kommen die Profis. Das zieht natürlich Publikum an, d.h. der Werbeeffekt ist enorm.

„Online ist nicht alles, die Leute wollen immer noch gerne in die Stadt“, wird Thomas Ganter zitiert. Nun hat nicht jeder Fachhändler die Mittel, eine Attraktion wie ein Surf-Becken mit stehender Welle zu bauen. Wichtig seien schon die verkehrstechnischen Rahmenbedingungen. Die Innenstadt ­müsse immer gut erreichbar sein. „Wenn eine wichtige Straße gesperrt ist, merken wir das hier sofort“, spricht Ganther sicher allen Fachhandelskollegen aus der Seele.

Auch international erregt die Hasewelle Aufmerksamkeit, weshalb demnächst Kopien des Sporthauses auch in China und Dubai entstünden. Nicht zuletzt hat sich diese Investition in einem besonders wichtigen Bereich ausgezahlt: Dem Personal. Der positive Effekt auf die Belegschaft ist nicht zu unterschätzen: „Man ist stolz auf seinen Arbeitgeber“. Und die Anzahl der Bewerbungen habe sich auch gesteigert, ein unschätzbarer Vorteil in Zeiten des Fachkräftemangels. Wir gratulieren den Osnabrückern zu dem Mut, den örtlichen Fachhandel mit einer kostenintensiven Innovation zu einem echten Einkaufserlebnis zu machen. Damit erweisen sie dem Image des stationären Fachhandels schlechthin einen wertvollen Dienst.

Nicole Beckers
Redaktionsleiterin
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