Studie belegt: Einzelhandel ist kein Infektionsherd!

10.02.2021
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Eine erneute Lockdown-Verlängerung bis in den März ist beschlossen – ungeachtet der gravierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen. Die immer neue Verlängerung der gleichen Maßnahmen gibt ein trauriges Zeugnis der Mut- und Ideenlosigkeit der politischen Entscheider, die sich selbst in diese Sackgasse manövriert haben. Dabei belegen mittlerweile unabhängige Studien, dass – anders als in der politischen Argumentation ins Feld geführt – im Einzelhandel kein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht. „Bei der Arbeit im Einzelhandel kommt es nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung durch das SARS-CoV-2-Virus“, lautet das eindeutige Fazit einer gemeinsamen Untersuchung der Berufs­genossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Demnach infizierten sich im Erhebungszeitraum von Mitte März bis Ende Oktober 2020 nur rund 0,6 % der über 330.000 Beschäftigten in den untersuchten Einzelhandelsunternehmen. Der Wert liege sogar unter dem Mittel der entsprechenden Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung und die Ursache der gemeldeten Infektionen habe überwiegend im außer­betrieblichen Bereich gelegen! Auch gebe es keine wesent­lichen Unterschiede in den betrachteten Handelsbereichen. Selbst im dauerhaft geöffneten Lebensmitteleinzelhandel sei die Infektionshäufigkeit unauffällig geblieben. Ein Grund dafür liege in den konsequent umgesetzten Hygienekonzepten der Unternehmen, so Dr. Stefan Mayer von der Präventionsabteilung der BGHW.

Die bislang pauschal angeführte Vermutung eines erhöhten Infektionsrisikos aufgrund längerer Kontaktdauern können BGHW und BAuA ebenfalls widerlegen: „Die hohe Anzahl an Kontakten zwischen Beschäftigten und Kundinnen und Kunden legte bislang die Vermutung erhöhter Infektionsrisiken nahe. Epidemiologische Daten aus unterschiedlichen Kontaktszenarien zeigten jedoch, dass kurze Kontaktdauern, wie sie im Einzelhandel typisch sind, im Allgemeinen geringere Infektionsrisiken bergen als längere Kontaktdauern. Die Kontaktdauer von 15 Minuten, die als Grenzwert für Hochrisikokontakte gilt, wird in Abhängigkeit vom regionalen Infektionsgeschehen auch beim Kontakt Beschäftigter mit Infizierten über die Arbeitsschicht nicht unweigerlich erreicht. Sechs bis zehn Minuten summierte Kontaktdauer wurden beispielhaft für Szenarien abgeleitet, die bei lokalen Ausbrüchen auftreten könnten.“ In einer „weiteren, methodisch unabhängigen Analyse von Krankenkassendaten“ sei zudem festgestellt worden, „dass Erkrankungsrisiken für den Einzelhandel insgesamt unauffällig blieben.“

„Der Einzelhandel hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass Pandemiebekämpfung und offene Ladentüren kein Widerspruch sind“, schlussfolgert daraus Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Deutschland (HDE). Er fordert ein sofortiges Umdenken: „Die geschlossenen Handelsunternehmen brauchen schleunigst eine realistische Öffnungsperspektive. Ansonsten werden wir zehntausende Geschäfte verlieren. Der pauschale und flächendeckende Lockdown ganzer Wirtschaftsbereiche muss durch ein intelligentes Konzept zielgenauer und regional differenzierter Einzelmaßnahmen zur wirksamen Viruseindämmung ersetzt werden.“

'mi'-Fazit:  Die Veröffentlichung der Studienergebnisse wie auch die Aussage des HDE-Geschäftsführers erfolgte wohlgemerkt vor den neuerlichen Lockdown-Verlängerungen  Obwohl der Studien-Mitherausgeber eine Bundesanstalt mit medizinischer Fachkompetenz ist, wurde diese ganz offensichtlich aus dem politischen Entscheidungsprozess herausgehalten  Die Mitteilung zur Studie finden Sie auf den Seiten der BGHW unter https://t1p.de/bghw-corona-­studie  Umso wichtiger ist daher, dass mittelständische Unternehmer zusammenstehen und sich über alle zur Verfügung stehenden Kanäle Gehör verschaffen  Bereits Mitte Januar startete 'markt intern' daher die Aktion 'ÖFFnEN mit Verant­wortung – GESCHLOSSEN gegen Entmündigung!', die aktuell um weitere Bausteine ergänzt wurde  Machen Sie mit und beachten Sie den untenstehenden Kasten!

'mi'-Protestaktion: 'ÖFFnEN mit Verantwortung — GESCHLOSSEN gegen Entmündigung!'

Seit einigen Tagen läuft die 'markt intern'-Protestaktion, mit der wir für ein verantwortungsbewusstes Verhalten und die daraus resultierende Öffnungsmöglichkeit vieler Fachgeschäfte aufmerksam machen. Den aktuellen Stand können Sie jederzeit unter www.markt-intern.de/corona-protestaktion einsehen. Die dort abgebildeten Poster und Protestbriefe haben wir für jedermann zum kostenfreien Download bereitgestellt. Am vergangenen Freitag haben wir noch einmal nachgelegt: Mit einem Offenen Brief an die Bundes­regierung zum gleichen Anliegen. Möchten Sie unserem Offenen Brief beitreten? Darüber freuen wir uns. Sie finden diesen ebenfalls auf den vorgenannten Seiten. Welcher Unternehmer möchte denn schon leer­stehende Geschäftsräume und Laden­lokale, unattraktive Orts­kerne oder Innen­­­städte, wenn die Kunden wieder ohne Einschränkungen shoppen dürfen!

Dipl.-Wirtschaftsjurist Marko Schucht
Chefredakteur
Ass. jur. Carsten Schmitt
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