Erfolgreiches DSGVO-Webinar: Rechtsexperten geben praxisnahe Hilfe auf Ihre konkreten Fragen

18.07.2018
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Kaum eine andere Branche beschäftigt die Datenschutz-Veränderungen (DSGVO) – seit 25.5.2018 in Kraft – mehr als die Augenoptik. Das resultiert aus dem komplexen und zum Teil hochsensiblen Datengebrauch in der Berufsausübung. Neben der obligatorischen Erfassung von Kundendaten, bspw. bei der Refraktion, geht es um Speicherung derselben, das Weiterreichen an Hersteller und die über die Brillenglasbestellung hinausgehende Verwendung. Unter dem Titel 'DSGVO und Augenoptiker – Was gilt es zu beachten?' führte der Justiziar des 'markt intern'-Verlages, Dr. Gregor Kuntze-­Kaufhold, am Mittwoch, den 11.7.2018, durch den Dschungel der neuen Datenschutzverordnung und beantwortete anschließend die Fragen der Webinar-Teilnehmer. 89 interessierte Augenoptiker, Industrie- und Verbandsvertreter hatten sich eingeloggt und zahlreiche positive Rückmeldungen zeigen, dass – trotz Zeitüberschreitung – das Format goldrichtig gewählt und die Antworten kompetent und gehaltvoll waren:

Screenshot Webinar – mehr auf www.markt-intern.de
Screenshot Webinar – mehr auf www.markt-intern.de

„Das Webinar war nochmals sehr informativ, wie auch schon der Ratgeber zum Thema Datenschutz. Durch diese Hilfe war es sehr viel einfacher, das Thema DSGVO im Betrieb umzusetzen. Die Betreuung von 'markt intern' lässt keine Wünsche offen, so hätte ich es mir eigentlich auch von Handwerkskammer etc. erhofft, leider vergebens. Vielen Dank“,Ralph Otterbach, Vision Optik/Markt Indersdorf „Ich fand das Webinar sehr interessant. Da ich zwischendurch Kundschaft hatte, konnte ich nicht alles genau verfolgen. Wo finde ich ein Muster der Einverständniserklärung für Kunden? Vielen Dank“,Angelika Link, schaumaloptic/Berlin „Wir waren sehr zufrieden mit dem Inhalt und die im Anschluss beantworteten Fragen. Wenn die Möglichkeit besteht, wäre es schön, wenn wir die Folien zum Webinar erhalten können“,Anke Kaiser, Mitteldeutscher Augenoptiker- und Optometristenverband/Dresden.

Im Frage-Antwort-Teil des Webinars beantwortete Dr. Kuntze-Kaufhold Ihre Fragen, wie z. B. Dürfen wir unseren Kunden postalisch ohne Einverständniser­klärung Werbung schicken? Wie sieht es aus bei Brillenglas- (oder auch Kontaktlinsen-)Bestellungen. Diese werden von vielen Augenoptikern zusammen mit dem Kundennamen als Referenz an den Brillenglaslieferanten übermittelt. Inwieweit ist das erlaubt und muss es dafür Einwilligungen geben? Wenn man Werbung (z. B. Mailings) 'einkauft' und nicht auf dem eigenen Rechner druckt, dann muss man ja die Adressdaten weitergeben. Bedarf es hierzu wieder zwingend einer Einwilligung oder genügt ein Verzeichnis der Verarbeitungs-Tätigkeiten mit dem Verarbeiter? – Sollten Sie Interesse an den Antworten darauf haben, so ­können Sie sich das Webinar unter www.markt-­intern.de/­redaktionen/augenoptikoptometrie/ in voller Länge noch einmal ansehen. Und dass die in Kraft getretenen Datenschutz-Änderungen durchaus ans Eingemachte gehen können, zeigt die Beantwortung folgender Frage:

Muss ich dem Kunden auf Wunsch seine Kontaktlinsendaten, Bestellwerte etc. aushändigen, so dass er beim Mitbewerber oder im Internet nachbestellen kann? Dr. Kuntze-Kaufhold schätzt die Rechtslage wie folgt ein: „Ja. Der Kunde, also der Betroffene, hat ein Auskunftsrecht. Und das Auskunftsrecht bezieht sich nicht auf das Verarbeitungsverzeichnis, sondern auf seine ganz konkret gespeicherten und verarbeiteten Daten. Dieses Auskunftsrecht muss man – wenn der Kunde darauf besteht – auch in der erforderlichen Tiefenschärfe erfüllen. Heißt natürlich, die dahinterstehende Überlegung ist genauso richtig: Wenn der Kunde mit diesen Daten selber etwas anfangen kann, dann kann er das tun, sie anderweitig nutzen. Der Augenoptiker ist nicht derjenige, der diese Daten monopolisieren kann. Das ist gerade das, was man mit der DSGVO wollte, Stichwort ist hier die Datenportabilität. (…) Man kann das aus meiner Sicht schon übertragen und muss dann auch zu dem Ergebnis kommen, dass die Daten letzten Endes dem Kunden gehören, dass er sie also auch mitnehmen kann und auch auf einen Wettbewerber übertragen kann. Der Augenoptiker kann detaillierte personenbezogene Daten, die er unter Einsatz seiner Arbeitskraft beim Kunden erhoben hat, im Sinne des Kundenservice verwenden, aber er darf diese Daten dem Kunden nicht vorenthalten, wenn der sie haben will. Und, vielleicht noch einschneidender, er hat nicht das Recht, sie zu monetarisieren, darf also die Herausgabe nicht davon abhängig machen, dass ihm seine Aufwendungen nachträglich erstattet werden.“

Die Grundsatzüberlegung, inwieweit und in welcher Höhe man sich Dienstleistungen von den Kunden vergüten lässt, sollte demnach (mal wieder) überdacht werden. Ohne ein Schreckensszenario schaffen zu wollen, muss festgehalten werden, dass Sie zukünftig in der Pflicht sind, alle ermittelten Kundendaten (Werte) diesem auf Wunsch auszuhändigen. Das Rück- oder Einbehalten ausgewählter Schlüsselwerte ist nicht mehr zulässig. – Im nebenstehenden DSGVO-Kasten finden Sie die Antwort auf eine Frage, die uns noch nach dem Webinar erreichte. Auch in der nächsten Zeit werden wir Ihnen Ihre Fragen zu dem Thema in dem eigens dafür geschaffenen Info-Kasten beantworten.

Der 'mi'-Justiziar und DSGVO-Rechtsexperte Dr. Kuntze-Kaufhold ist von zahlreichen Unternehmen und Kooperationen unterschiedlichster Branchen angesprochen und gebeten worden, auf Veranstaltungen zu den neuen Datenschutzbestimmungen praxisnah und verständlich zu referieren. Es kann also gut sein, dass Sie ihm Ihre drängendsten Fragen noch einmal persönlich stellen können. – Nutzen Sie für Fragen zu diesem Thema jedoch auch weiterhin und wie gewohnt die bekannten Wege in Ihre Branchenredaktion ­(E-Mail an [email protected] oder Tel. 0211 6698-152).

Dipl.-Wirtschaftsjurist Marko Schucht
Chefredakteur
Ass. jur. Carsten Schmitt
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