Impfung in der Apotheke: Ärzte sehen Risiken

26.10.2021
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Modellprojekte zur Impfung in der Apotheke laufen bereits in etlichen Regionen, weitere sind in Planung. Nach Meinung der Apothekerverbände können Impfungen durch Apotheker zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beitragen. Wie die Ärzte zu dieser Entwicklung stehen, hat der Ärztenachrichtendienst (änd) bei mehr als 1.000 Haus- und Fachärzten abgefragt. Wie nicht anders zu erwarten, fielen die Antworten deutlich aus: 91 % der Befragten lehnen eine Impfung in der Apotheke kategorisch ab. Die Apotheker seien medizinisch nicht für diese Tätigkeit ausgebildet. Sie setze schließlich voraus, dass Indikationen und Kontraindikationen korrekt bewertet werden können, argumentieren die befragten Ärzte in den Freitextantworten. Apotheker seien im Extremfall auch nicht in der Lage, bei unerwartet auftretenden Komplikationen – zum Beispiel schweren ­allergischen Reaktion – medizinisch angemessen zu handeln. Interessanterweise sind Kommentare zum möglichen Honorarverlust praktisch nicht zu finden: Finanziell scheint das Impfen für die Niedergelassenen kein großer Faktor zu sein. Im Rahmen der Diskussion wird derzeit wieder die Forderung nach einem erweiterten Dispensierrecht für Ärzte von Verbänden aufgegriffen. Dies würde bedeuten, dass Ärzte beispielsweise Patienten im ambulanten ­Bereitschaftsdienst direkt eine erste Notfall-Medikation mitgeben könnten. Rund 66 % der befragten Ärzte stehen aktuell hinter dieser Forderung. 20 % halten ein erweitertes Dispensierrecht nicht für nötig. Die Online-Befragung unter 1.094 Ärzten beantwortet einige wichtige Fragen der Apotheken: Sie schaden mit einem Impfangebot nicht dem Umsatz des benachbarten Arztes, der aber Ihrem Umsatz Schaden zufügen möchte – und zwar rein aus Prinzip!

RA Christoph Bach
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