Zum Umgang mit rezeptfreien Arzneimitteln: GSK startet Aufklärungskampagne

19.10.2021
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Arzneimittelthemen sind in der öffentlichen Berichterstattung stets präsent. Von Zeit zu Zeit greifen die Publikums­medien dabei den richtigen Umgang mit dem wichtigen ­Gesundheitsgut auf. Wir lesen dann Artikel rund um die ­korrekte Dosierung und Einnahme, etwa über die beste Versorgungsmöglichkeit (die Apotheke vor Ort), den Transport und die Aufbewahrung bis hin zur fachgerechten Entsorgung. Mal sind die Berichte reißerisch aufgemacht, etwa weil die Herstellung und Entsorgung von Arzneimitteln große Trinkwasserverunreinigungen nach sich zögen, mal wird sehr informativ über die Lagerung der Arzneimittel und die sinnvolle Kontrolle einer Hausapotheke berichtet.

Vor einem guten halben Jahr erreicht uns ein Anruf: „Haben Sie in der 'markt intern' schon einmal über den richtigen Umgang mit Arzneimitteln berichtet? Wir bereiten gerade etwas dazu vor!“ meldet sich Martina Gernet, Leiterin Kommunikation DACH bei GSK Consumer Health­care, in der Redak­tion. Wir tauschen uns mehrfach im Jahr zu aktuellen Themen aus. Leider müssen wir in diesem Fall sagen: Über den korrekten Umgang mit Arzneimitteln in der Offizin berichten wir nicht – hierüber wissen unsere Leser, die Apotheker und PTA, mehr als die Redaktion.

Aber zur Entsorgung von Altarzneimitteln gibt es viel ­Material bei uns. Seit die zentrale, industriefinanzierte Ent­sorgung von Altarzneimitteln eingestellt wurde, mussten die Apotheken andere Wege finden. Die Endverbraucher können die Altarzneimittel bei einer Sammelstelle abgeben oder einfach in den Restmüll werfen. Doch das ist für Apotheken ­keine praktikable Lösung: Eine unverschlossene Restmülltonne ist sicher kein geeigneter Behälter für größere Mengen Altarzneimittel. Natürlich sehen Apotheker und PTA gern den Arzneimittelvorrat der Kunden durch. Schließlich wissen sie genau, was noch verwendet werden kann und was nicht. Gerade bei Letzterem bieten sich wiederum Abverkaufspotentiale. Selbstverständlich nur, wenn sie auch die Entsorgung der abgelaufenen Produkte anbieten. Unser ­Material und die Berichterstattung dazu in den 'markt intern' Apotheke/Pharmazie-Ausgaben schicken wir gern an Martina Gernet – obwohl sie noch nicht mit Details zu dem anlaufenden Projekt herausrückte.

Doch Anfang Oktober ist es so weit, aus München erhalten wir die Informationen zur Kampagne, die GSK Consumer Healthcare in dieser Woche startet. In der Überschrift „Bewusst richtig handeln: GSK präsentiert Studie zum Umgang mit rezeptfreien Medikamenten und startet Aufklärungskampagne“ sind die wichtigsten Punkte bereits angesprochen. Durch die Kampagne „Bewusst richtig handeln“ sollen die  Verbraucher über den richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit rezeptfreien Medikamenten aufgeklärt werden. Wie notwendig dies ist, können die Münchener anhand einer begleitend durchgeführten Studie aufzeigen. Stichpunktartig zusammen­gefasst ergab sich: Viele Deutsche nutzen täglich rezeptfreie Medikamente  die wenigsten halten sich an die ­exakte Dosierung und  vor allem Jüngere entsorgen ihre Medikamente falsch.

Im Rahmen der Kampagne veröffentlich GSK nun auch die Ergebnisse einer in Deutschland durchgeführten, repräsentativen Studie zum Umgang mit rezeptfreien Medikamenten im Detail. Dabei wurden insbesondere Antworten dazu erhoben, wie die Kunden ihre Medikamente nutzen, dosieren, aufbewahren und entsorgen. Laut Studie nutzt jeder ­achte Deutsche (12,3 %) täglich OTC-Arzneimittel. Aber nur 6 von 10 der Befragten (60,3 %) halten sich hierzulande immer an die exakte Dosierung laut Packungsbeilage. 27,2 % tun dies nur manchmal, fast jeder Zehnte (9,9 %) kaum, und 2 % halten sich sogar nie an die Dosierungsanleitung. Haben Sie solche Ergebnisse erwartet? Immerhin: Ihre Beratung wird bei 60 % der Kunden nicht 'für die Katz' sein, bei den anderen 40 % ist die Beratung durch pharmazeutisches Personal dringend anzuraten!

Prof. Dr. med. Justus Benrath, Leiter der Schmerz-Ambulanz am Universitätsklinikum Mannheim, weist darauf hin: „An die Vorgaben aus dem Beipackzettel sollte man sich ­unbedingt halten. Sie beruhen auf sorgfältig durchgeführten Studien der Hersteller. Daraus ergibt sich ein Dosierungs­bereich, in dem das Medikament sicher und wirksam ist. Die maximale Tagesdosis eines OTC-Medikaments sollte auf gar keinen Fall ohne Rücksprache mit einem Arzt überschritten werden.“ Oder, noch besser, Sie sprechen die Kunden in der ­Offizin auf die korrekte Dosierung und Einnahme an.

Eine ganze Reihe Anregungen für Ihre Beratung in der Apotheke fördern die weiteren Studienergebnisse zutage: Bei der Dosierung noch unbekannter OTC-Medikamente halten sich die Deutschen zuerst an die Packungsbeilage (51 %). 44,2 % suchen Rat in der Apotheke. Bei bereits bekannten Medikamenten verlassen sich 47,8 % der Befragten vor allem auf ihre vorherige Erfahrung 28,5 % der 18- bis 34-jährigen Befragten prüfen selten oder nie das Verfallsdatum ihrer OTC-­Medikamente. Menschen über 55 sind hierbei gewissenhafter: Nur 19,5 % achten selten oder gar nicht auf die Haltbarkeit  37,4 % der Befragten mit Kindern bewahren ihre Medikamente in einem einfach zugänglichen Schrank, einer Schublade oder einer Box auf. Dabei kann die falsche Aufbewahrung von Medikamenten, für jedermann offen zugänglich, schwerwiegende Folgen haben.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt laut Studie besonders bei der Entsorgung eine große Rolle. 28 % der Befragten entsorgen ihre Medikamente zumindest teilweise falsch, indem Sie diese zum Beispiel in die gelbe Tonne werfen oder in der Toilette herunterspülen. Bei Jüngeren zwischen 18 und 34 sind dies sogar über 55 %.

Medical Director Agnes Magdalena Hug
Medical Director Agnes Magdalena Hug

Mit Blick auf die Ergebnisse erklärt Agnes Magdalena Hug, Medical Director GSK Consumer Healthcare DACH: „Wir freuen uns, eine so wichtige Kampagne zu starten und sind fest von ihrer Notwendigkeit überzeugt. Als eines der weltweit größten Gesundheitsunternehmen wollen wir etwas gegen die Wissenslücken im Bereich der Selbstmedikation unternehmen und unseren Teil zu einem ­sicheren und nachhaltigen Umgang mit unseren Produkten leisten!“

Sie hat auch gleich einen Praxistipp im Zusammenhang mit einer großen Produktgruppe in petto. 50,8 % der Deutschen tragen Cremes und Gels mit den Händen auf und waschen diese anschließend. Das ist allerdings die falsche Vorgehensweise: „Durch das Händewaschen können Arzneimittelrückstände in die Umwelt gelangen. Deshalb sollte man die Hände lieber mit einem Papierhandtuch abwischen und das dann im Hausmüll entsorgen.“ So gehen laut Studie allerdings nur 10,9 % der Befragten vor. Auch die Kollegen in den Redaktionen haben – vor unserer internen Blitzumfrage – nicht darüber nachgedacht!

'mi'-Fazit: Ein bewusster Umgang mit Arzneimitteln sollte, auch im OTC-Bereich und der Selbstmedikation, selbstverständlich sein Darauf zahlt die GSK-Kampagne ein: Auf Basis der Studienergebnisse informieren die ­Münchener die Verbraucher in Online-Anzeigen und auf der Website www.bewusstrichtighandeln.de über den richtigen und verantwortungsvollen Umgang mit ­rezeptfreien Medikamenten Alle angesprochenen Fakten und Tipps können Sie als Apothekeninhaber ebenfalls dort herunterladen und zur Beratung in Ihrer Offizin einsetzen Nehmen Sie den Ball auf, den GSK Con­sumer Healthcare ins Spiel gebracht hat – kein anderer Ort ist besser für die Aufklärung zu allen Themen rund um Arzneimittel ­geeignet als Ihre Apotheke!

RA Christoph Bach
Chefredakteur
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