PayPal — ungelöste Probleme aufgrund von CBD-Produkten

03.08.2021
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Seit Juni dieses Jahres schleppen etliche Apotheken ein Problem bei PayPal mit sich: In unserer ersten Juli-Ausgabe (P27/21) berichteten wir über die Meldung von Apotheker Andreas Grünebaum, der einen Click & Collect-Shop für seine drei easyApotheken betreibt, selbstverständlich mit Online-Zahlungsmöglichkeiten und darunter auch PayPal. Das Angebot von CBD-Produkten verstößt gegen PayPal-­Richtlinien – so wurde Ihrem Kollegen das Konto gesperrt, ein Zugriff auf das vorhandene Guthaben war nicht mehr möglich. Kurze Zeit später wurde die Löschung des Kontos angekündigt.

Die 'markt intern'-Redaktion wandte sich unverzüglich an die von PayPal-Deutschland beauftragte Presseagentur – wie bei vielen amerikanischen Unternehmen und auch Start­ups ­üblich, möchten die Problem-Verursacher selbst keine Anfragen beantworten. Recht schnell erhielten wir die Auskunft, das Problem sei von PayPal erkannt worden und man arbeite an einer Lösung. Allein, uns fehlte der Glaube daran, dazu haben wir einfach schon zu viele negative Erfahrungen mit den heute allgegenwärtigen Portalen gemacht. Diese möchten zwar an den Abverkäufen und Dienstleistungen mitverdienen, entziehen sich ansonsten allerdings jeglicher Verantwortung.

Seit unserer ersten Anfrage Ende Juli hatte sich leider beim PayPal-Konto des Apothekers Grünebaum nichts getan. Vier Wochen später teilte er uns telefonisch mit, es sei immer noch gesperrt. Auf sein Guthaben sollte er noch bis zu 180 Tage warten. Klar, dass wir sofort über einen größeren Beitrag nachdenken, der dieses überhebliche bis selbstgerechte Verhalten von PayPal nochmals aufgreift.

Die easyApotheken-Zentrale hat inzwischen Wege gefunden, die Anzeige der CBD-Produkte in den Shops zu unterdrücken. Aber was sich für mehr als 100 Kooperations-­Mitglieder lohnt, das kann nicht jeder Einzelapotheker für seinen Online-Shop leisten. Wir haben also aus unserem ­Unmut keinen Hehl gemacht und noch einmal eine Anfrage an PayPal rausgeschickt. Wir könnten doch auch den bargeldlosen Euro als künftiges Zahlungsmittel der ersten Wahl bei Online-Käufen empfehlen!

„Unser Kundenservice hat den Fall von Herrn Gruenebaum erneut geprüft und konnte diesen lösen. Da PayPal dem Bankgeheimnis unterliegt, können wir Ihnen keine direkten Informationen über Herrn Gruenebaums Konto geben. Wir würden Sie bitten, sich direkt mit Ihrem Leser auszutauschen. Unser Kundenservice hat Herrn Gruenebaum bereits Freitag über die Entwicklungen informiert“, erfahren wir über die Agentur der Hamburger kurz darauf. Eine Einschränkung gibt es aber noch: „Wir können Ihnen zudem derzeit keine weiteren Informationen geben, als dass PayPal den Verkauf von Produkten, die Cannabidiol (CBD) enthalten, grundsätzlich nicht gestattet.“

Logischerweise haben wir die Antwort durch ein Telefonat mit Andreas Grünebaum überprüft. Tatsächlich konnte er auf sein Guthaben zugreifen. Zumindest der erste Schritt ist getan. Doch den Schlusssatz von PayPal ( „PayPal gestattet den Verkauf von Produkten, die Cannabidiol (CBD) enthalten, grundsätzlich nicht“ ) muss man sich deutlich durch den Kopf gehen lassen: Der deutsche Ableger des amerikanischen Unternehmens ist also nicht in der Lage das nach deutscher Gesetzeslage Erlaubte umzusetzen – erst recht nicht, wenn dies im Widerspruch zu den amerikanischen Gepflogenheiten steht. Interessant wäre die Antwort auf die Frage, inwieweit PayPal Deutschland deutsche oder europäische Verbote umsetzen kann, wenn PayPal USA das ganz anders sieht! Für uns steht fest: PayPal macht nicht nur Probleme – PayPal ist ein Problem!

RA Christoph Bach
Chefredakteur
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