Die gesund.de-Geschäftsführung im 'mi'-Interview

13.07.2021
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Dr. Sven Simons, Dr. Peter Schreiner, Maximilian Aschenbach
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Dr. Sven Simons, Dr. Peter Schreiner, Maximilian Aschenbach

Auf eine Ankündigung folgte die nächste, der Start von ­gesund.de, dem Gemeinschaftsprojekt von NOVENTI, PHOENIX, Wort & Bild Verlag, BD Rowa und Sanacorp, verlief wahrlich nicht so geradlinig, wie die Macher und auch die Apotheken sich dies gewünscht hätten. Dazu haben Sie schon viel gelesen. Doch nun sind mit Dr. Peter Schreiner, Dr. Sven Simons und Maximilian Aschenbach drei Geschäftsführer mit Branchenerfahrung an Bord, die das Ruder fest in die Hand genommen haben. Bereits vor Wochen haben wir um ein Interview gebeten, das jetzt mit allen drei Geschäftsführern zustande kam. Viel Spaß bei der nachfolgenden Lektüre!

Mit gesund.de wollen Sie die zentrale Gesundheitsplattform für Deutschland schaffen. Wie wollen Sie das erreichen?

Dr. Schreiner: „Unser Ziel ist es, das Beste aus der Vor-Ort-Versorgung mit digitalen Services zu kombinieren. So vernetzen wir für den Endverbraucher fast 19.000 Apotheker, über 400.000 Ärzte sowie die vielen Hilfs- und Heilmittelerbringer in Deutschland auf einer umfassenden und vertrauenswürdigen Plattform: gesund.de. Ganz wesentlich ist dabei, dass wir den Nutzer und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Aus seiner Sicht sind das Convenience und echte digitale Mehrwerte von der einfachen Kontaktaufnahme mit dem Heilberufler via Chat, über bequeme Einlösung des E-Rezepts bis hin zu telemedizinischen Leistungsangeboten und attraktiven neuen Angeboten.“

Dr. Simons: „Zudem unterstützen wir mit gesund.de die komplette pharmazeutische Wertschöpfungskette vom Hersteller über den Großhandel zur Apotheke vor Ort bis hin zum Endverbraucher. Damit stärken wir die lokale Gesundheitsversorgung nachhaltig.“

Sie sagen, dass Convenience ein entscheidender Faktor ist. Haben die Versandapotheken in dieser Hinsicht nicht einen Vorteil, denn die Kunden sind nicht nur pandemiebedingt im Bestellmodus?

Dr. Simons: „Das Angebot der Leistungserbringer vor Ort ist nicht zu toppen. Über gesund.de finden die Endverbraucher beispielsweise einfach und schnell online ihre OTC-Produkte. Entweder sie holen die Produkte in der Apotheke ab oder die Apotheke bringt sie über einen Botendienst zum Kunden nach Hause. Das alles gepaart mit der Leistungsqualität der Vor-­Ort-Apotheke – das ist ein Riesenpfund!“

Achenbach: „Zudem werden wir dem Endverbraucher deutlich mehr bieten als nur die Bestellung. Convenience beginnt dort, wo Angebote intelligent verknüpft und zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden. Mit einem digitalen Service lässt sich der Service von Apotheken vor Ort leicht ergänzen.“

Dr. Schreiner: „Wettbewerb ist gut, spornt und treibt Innovation an. Wir vertrauen auf unsere Stärke und wir werden uns im Markt behaupten, weil wir eine Vernetzung schaffen können, die es noch nicht gibt. Am Ende des Tages wird sich die Plattform durchsetzen, die es schafft, Traffic zu generieren und den Endverbraucher zu aktivieren. Wenn die Bedürfnisse des Endverbrauchers durch digitale Services wie gesund.de bedient werden, wird gewährleistet, dass Rezepte auch als ­E-Rezepte zukünftig weiterhin an die Apotheke vor Ort gehen.“

Gerade ist die App von gesund.de an den Start gegangen und steht in den App-Stores zum Download bereit. Wie ist die erste Resonanz?

Achenbach: „Das Feedback der ersten Nutzer, die die App heruntergeladen haben, stimmt uns positiv. Sowohl im Google-Play-­Store als auch im Apple-App-Store wird die App positiv bewertet. Auch wenn die App zunächst nur ein MVP ist, also ein Produkt mit einem begrenzten Angebot, welches nun kontinuierlich ausgebaut wird, ist es wichtig, dass wir nun auch endlich beim Endkunden erlebbar sind. Die nächsten Entwicklungsstufen stehen schon in den Startlöchern, insbesondere der gesund.de Marktplatz.“

Dr. Schreiner: „Von Seiten der Apotheken ist die Resonanz überwältigend: In den ersten beiden Monaten nach Vertriebsstart ist es bereits gelungen, mehr als 5.000 Apotheken von gesund.de zu überzeugen. Bis zum Jahresende streben wir an, dass jede zweite Apotheke in Deutschland mitmacht und wir sind optimistisch, dass das klappt. Damit die Plattform aus Endverbrauchersicht gut funktioniert, müssen wir deutschlandweit flächendeckend möglichst viele Apotheken gewinnen. Es hat nämlich einen positiven Effekt, wenn der Nutzer in der App gleich erkennt, wenn er seine Stamm-Apotheke um die Ecke auch auf der Plattform findet und diese sich dort mit ihrem Leistungsangebot präsentiert.“

Warum sollte ein Endverbraucher die App von gesund.de nutzen, er könnte doch die Suchfunktion oder auch Google Maps nutzen?

Achenbach: „Derzeit lassen sich mit der App Apotheken in der Umgebung und Ärzte aller Fachrichtungen finden. Die Suche wollen wir noch auf sonstige Leistungserbringer erweitern, und sie wird letztlich ein zentrales Alleinstellungsmerkmal von gesund.de sein. Von den gefundenen Ärzten und Apotheken werden aktuell neben den Öffnungszeiten die Services angezeigt: Ob man dort Payback-Punkte sammeln kann, ob es einen Botendienst gibt und demnächst auch, ob Corona-Tests gemacht oder Impfzertifikate ausgestellt werden. Zudem können die Nutzer Ärzte nach der gewünschten Fachrichtung filtern, Termine vereinbaren, Medikamente in ihrer Apotheke bestellen und Arzneimittel inklusive Produktinformationen finden. Mit der Chatfunktion können Kunden zudem mit Ihrem Apotheker in Austausch treten.“

Wie ist der weitere Ausbau geplant?

Dr. Schreiner: „Wir haben uns für einen sukzessiven Ausbau entschieden, um auf die Bedürfnisse des Marktes schnell reagieren zu können. Neben Endverbrauchern und Apothekern, Ärzten und sonstigen Leistungserbringern ist auch die pharmazeutische Industrie für uns interessant. Wir führen derzeit viele Gespräche mit den Top-Playern des Marktes, von der Rx-­Industrie bis OTC-Industrie und Freiwahl-Herstellern, um sie eng einzubinden. Die Hersteller tun viel für den Endverbraucher: Sie entwickeln moderne Therapien und stellen wertvolle Informationen zu Indikationsgebieten und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Da sind zusammen mit gesund.de viele Synergieeffekte zu erzielen. Nehmen wir Social-­Media-Kampagnen, die viele Hersteller von nicht-verschreibungspflichtigen Produkten nutzen, um Endverbraucher zu aktivieren. Dabei ist das Problem, dass es bislang keine zufriedenstellende Lösung dafür gibt, wie der Endverbraucher am Ende der Kampagne zum Kauf bewegt wird. Es fehlt die Verbindung von Social-­Media-Kampagne mit dem Call-to-­Action. Mit gesund.de ändert sich das jetzt. Wir verbinden die Social-Media-Kampagne mit »jetzt kaufen«. Über unsere Plattform schließt der Endverbraucher seinen Kauf mit der Apotheke seiner Wahl ab.“

Achenbach: „Die Aktivitätsrate auf der Plattform ist eine der wichtigsten Kenngrößen für uns und entscheidet, welche ­Angebote wir weiter ausbauen. Hierfür müssen die Angebote und Ser­vices auf der Plattform intelligent entlang der Patient-Journey mit­einander vernetzt werden. Wir sehen uns dabei anhand verschiedener Cluster an, welches Angebot welche Leistung für den Endkunden und damit für das Ökosystem von gesund.de erbringen kann: Von der Attraction, also Angebote, welche den Endkunden zu gesund.de bringen (zum Beispiel Suchfunktion), über Excitement, also Services, die Spaß machen und die für den Kunden ein Erlebnis darstellen (bspw. der Einkauf), bis hin zu Retention, also Angebote, welche den Kunden langfristig an gesund.de binden. Hierzu zählt beispielsweise die Gesundheitsakte, in der ich meine Informationen rund um die Behandlung sicher ablegen kann.“

Die Marke und das Angebot von gesund.de ist neu, Mitbewerber wie der Zukunftspakt Apotheke oder der DAV mit seinem Angebot geben sich ebenfalls sehr erfolgsbewusst. Was setzen Sie dem entgegen?

Dr. Schreiner: „Unsere Marke gesund.de ist fantastisch und hat eine riesige Strahlkraft. Wir sind sicher, dass wir es in kurzer Zeit schaffen werden, eine hohe Markenbekanntheit beim Endverbraucher zu realisieren. Schließlich ist die Marke intuitiv und hat alle Tests hervorragend bestanden. Dabei kam heraus, dass sie sehr positiv besetzt ist und einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat. Und um wieder die Convenience ins Spiel zu bringen, gesund.de kann im Web sehr einfach gefunden werden.“

Dr. Simons: „Gerade haben wir unsere Werbekampagne gestartet, mit der wir die Marke gesund.de auf verschiedenen Ebenen bekanntmachen: Wir nutzen zum Beispiel die Medienpower unseres Gesellschafters Wort & Bild Verlag, der rund 28 Millionen Menschen monatlich in Print und online erreicht und ein gesund.de-Magazin herausgeben wird. Wir wenden uns mit TV-Spots und viel Social Media direkt an den Endverbraucher, um die Marke bekannt zu machen.

Zudem setzen wir sehr stark darauf, dass die Leistungs­erbringer ihre Kunden auf gesund.de aufmerksam machen. Wir wollen die Apotheken und die anderen Leistungserbringer vor Ort mit ihren Kundenkontakten aktivieren, damit sie auf gesund.de aufmerksam machen. Dafür haben wir entsprechendes Unterstützungsmaterial vorbereitet, das vor Ort ausgestellt und übergeben werden kann. Es gibt auch QR-Codes, die die Apotheker an die Fenster in ihren Apotheken kleben können.“

'mi'-Fazit:  Nach dem Umweg über pro AvO legen die Münchener unter gesund.de richtig los  Die App zur E-Rezept-Verwaltung, der Anbindung an Telemedizin-Anbieter, der Apothekenfinder mit Zusatzfunktionen – das ist schon eine hohe Schlagzahl  Alle Services werden dem hohen Qualitätsverständnis der Gesellschafter entsprechend entwickelt und angeboten  Was in der Praxis angenommen wird, was die Endverbraucher und die Apotheken nützlich finden, wo es auch mal hakt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen  Herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Beiträge – wir freuen uns auf ein Update!

RA Christoph Bach
Chefredakteur
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