Botendienste — nach der Pandemie erst recht Standard!

05.05.2020
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In der vergangenen Woche erreicht uns eine Pressemitteilung der Apothekerverbände Linker Niederrhein und Aachen: www.der-arzneimittelbote.de. Neue Botendienst-Plattform der Apotheken am linken Niederrhein und in der StädteRegion ­Aachen ist online.“ Einfach und schnell sollen die Patienten über die neue Online-Plattform Informationen über die Botendienstleistungen der Apotheken in ihrer Nähe erhalten und deren qualifizierten Ser­vice nutzen können. Die Vorsitzenden der Bezirksver­bände, Dr. Wolfgang Boventer (Linker Niederrhein) und ­Gabriele ­Neumann (Aachen) erklären im Weiteren, der Patient finde über einen Link zur jeweiligen Apotheke alle wichtigen Kontaktdaten und weitere Informationen, beispielsweise unter welchen Bedingungen die Botendienstleistung kostenlos angeboten wird oder ob es eine Mindestbestellsumme gibt. Auch über die täglichen Lieferzeiten und die Möglichkeit einer kontaktlosen Bezahlung beim Boten werde informiert. Die Initiative wird sogar durch Werbung im Lokalradio bekannt gemacht.

Gut, wenn Apotheker mit Lösungen nach vorne gehen, die der Kunde heutzutage erwartet, die er im Online-Zeitalter für selbstverständlich halten wird. Wir erinnern uns noch an die Ankündigung der Pharmazieräte, den Kollegen in Sachen Botendienst genauer auf die Finger zu schauen – bevor der Bundesgesundheitsminister wenige Tage später beim Deutschen Apothekertag eine Lockerung der Botendienstvorschriften anbot. Seit Jahren wird der Markteintritt von Amazon in das Geschäft mit Arzneimitteln erwartet, DocMorris ist näher an den Kunden dran als uns aus Apothekensicht lieb ist. Die örtlichen Apotheken sollten ihren systemimmanenten Vorteil der ständigen Warenverfügbarkeit nicht verschenken. Warum liefern Apotheken nicht in einer oder zwei Stunden Arzneimittel an die Kunden vor Ort aus – sondern der Versandhandel macht das Geschäft mit der Lieferung in 24 Stunden? Da läuft doch was falsch!

Warum finden wir 'der-arzneimittelbote.de' nicht in allen 8 Bezirken von Apothekerverband Nordrhein und Apothekerkammer Nordrhein? Die Aktion war im Verband vorgestellt worden, doch dieser setzte sich offensichtlich nicht an die Spitze der Initiative, die im derzeitigen Markt­umfeld sehr positiv für alle dortigen Apotheken wäre. Also hat die 'mi'-Redaktion nachgefragt, warum die Standesvertretungen die Aktion nicht für den gesamten Bezirk vorantreiben. In Abstimmung mit der AKNR antwortet Dr. Peter Szynka, Geschäftsbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit beim Apothekerverband Nordrhein:

„Auch auf der Ebene unserer acht bezirklichen Verbände in Nordrhein gibt es immer wieder engagierte Initiativen und Maßnahmen, die nachhaltig zeigen, dass diese bundesweit einzigartige Struktur der bezirklichen Verbände ein Erfolgsmodell ist. Aktuell hat der Apothekerverband Linker Niederrhein in Kooperation mit dem Bezirksverband Aachen die Initiative 'der-arzneimittelbote.de' gestartet, und allem Anschein nach auch mit positiver Resonanz. Wir sind überzeugt, dass die Ini­tiatoren, nachdem nun zunächst die Presse informiert wurde, über den Verlauf ihres Projektes im Rahmen der nächsten Gremiensitzung mit allen Bezirksverbandskollegen wie geplant berichten werden.“

Dr. Wolfgang Boventer hat sich viel Arbeit aufgehalst. Im Beirat der acht Bezirke hat er seine Idee vorgestellt. Dann mehr als 320 Apotheken, die sich nach und nach meldeten, mit Kontaktdaten und den angebotenen Leistungen eingetragen. Aktuell sind die lobenden Worte der teilnehmenden Kollegen, schriftlich wie telefonisch, der schönste Lohn ­für die eingesetzte Zeit. Wie geht es wohl beim AV Nordrhein weiter, wenn die ersten Ergebnisse/Kontaktzahlen präsentiert werden?

'mi'-Fazit: Eine Bestellmöglichkeit mit Boten-/Lieferdienst ist für Ihre Patienten oder Kunden heute selbstverständlich Ist ein Arzneimittel beim Besuch in der Offizin nicht vorrätig, sollten Sie die Kunden nicht einfach weglaufen lassen, sondern die Lieferung nach Hause oder an den Arbeitsplatz anbieten Nur gemeinsam werden die Vor-­Ort-Apotheken genügend Durchschlagskraft entwickeln, um sich – nicht nur online – gegen versierte Versender zu behaupten Wir würden uns viel mehr Power 'von oben' wünschen: Eine ABDA, die das Plattform-Thema viel früher für sich entdeckt hätte, und einen DAV, der schon Lösungen bietet, die mehr Teilnehmer repräsentieren als alle sonstigen Initiativen zusammen. Aber darauf warten wir wohl vergeblich.

RA Christoph Bach
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