Fachhandwerk und Coronaprämie

06.01.2021
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Ende des vergangenen Jahres berichtete Ihr 'mi'-Team über die Zahlung einer Coronaprämie an die Mitarbeiter u. a. von Hersteller Villeroy & Boch/Mettlach und Großhändler Reisser/Böblingen (s. ISH 51/20). Verschweigen wollen wir allerdings auch nicht, dass viele Fachhandwerker teilweise sogar vierstellige Prämien an ihre Mitarbeiter ausschütten oder bereits ausgeschüttet haben. Ein Beispiel bildet Ihr Kollege Reiner Möhle/Osnabrück, der sich mit folgenden Worten in der Redaktion meldet:

© pixabay

„Aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit (Präsident der HWK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Anm. d. Red.) und den vielen Gesprächen mit meinen Kollegen weiß ich, dass die Zahlung der sog. Coronaprämie durch Fachhandwerker alles andere als selten ist. Wir selbst haben unseren Mitarbeitern mit der Oktoberabrechnung durchschnittlich 1.000 € Coronaprämie überwiesen. Es gibt aber durchaus noch höhere Beträge, die von Betrieben jeglicher Größe als Anerkennung für die Leistungen und die Treue zum Unternehmen gezahlt werden.“

Reiner Möhle ist der erste aus Ihren Reihen, der uns auf diese außerordentliche großzügige Vorgehensweise aufmerksam macht. Denn schließlich handelt es sich nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – um Beträge, die Sie sich von Vater Staat zurückholen können. Möhle dazu: „Das haben manche im Hinterkopf, wenn sie das Wort Coronaprämie hören. Aber das ist falsch. Wir zahlen diese Prämie aus eigener Tasche und ich kann jedem Kollegen nur raten, dass er dies auch kommuniziert. Es ist richtig, dass die Prämie für uns als Betriebs­ausgabe absetzbar ist und wir dafür keine ­Arbeitgeberanteile entrichten. Aber damit hat es sich auch schon. Meine Frau und ich haben allen unseren Mitarbeitern einen Brief geschrieben, in dem wir uns persönlich bei ihnen bedanken, aber auch darauf aufmerksam machen, dass es sich bei der Coronaprämie um eine freiwillige Leistung handelt, die wir aus eigenen Mitteln erbringen.“

Ein Rat, den Sie für Ihre eigenen Maßnahmen beherzigen sollten. Andernfalls dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die oben beschriebene falsche Meinung bei Ihren Mitarbeitern nicht die gewünschte Zufriedenheit erzielt, sondern als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Unser Tipp: Überlegen Sie, ob das vergangene Jahr inklusive Pandemie für Sie unterm Strich zufriedenstellend gelaufen ist Wenn ja, ­sollten Sie prüfen, ob und wie viel Prämie Sie Ihren Mitarbeitern zukommen lassen wollen – falls noch nicht geschehen  Betonen Sie dabei, dass es sich um eine freiwillige Leistung aus Ihrer eigenen Tasche handelt. Das wird Ihren Ruf als fairer Chef bekräftigen Der Betrag sollte dann allerdings auch in den Augen der Mitarbeiter als gerecht empfunden werden. Vermeiden Sie also unterschiedliche Prämienhöhen ohne nachvollziehbare Begründung Für alles Wei­tere sollten Sie Ihren Steuerberater zurate ziehen.

Ass. jur. Hans Georg Pauli
Chefredakteur
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