Home of Smart City — Elektro-Innung Düsseldorf zeigt, wie man elektrischen Strom sehen, anfassen und fühlen kann

08.01.2019
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Screenshot vom 8. Januar 2019
Screenshot vom 8. Januar 2019

Mit guten Vorsätzen ist es immer so eine Sache! Dass die Elektro-Innung Düsseldorf in der Lage ist, konkrete Pläne in aller Konsequenz umzusetzen, zeigt sich unter anderem an ihrem Showroom 'Home of Smart City'. Doch der Reihe nach:

Vor knapp zwei Jahren berichtete uns Georg Eickholt, Obermeister der Elektro-Innung Düsseldorf, dass er damit beschäftigt sei, ein großes Projekt zu planen. Denn: Für den erfolgreichen Vertrieb von Hausautomationslösungen müsse man sich etwas einfallen lassen. Bei Einstiegslösungen im unteren und mittleren Preissegment kann man zwar durchaus auf den einen oder anderen praxistauglichen Konfigurator zurückgreifen. Wer sich etwas auskennt, weiß aber auch: Ab einem gewissen Level kommen derartige Planungstools schnell an ihre Grenzen. Um einen Kunden für ganzheitliche Lösungen zu begeistern, sind zusätzliche Faktoren ganz entscheidend: Sehen, anfassen und fühlen.

Dort, wo es einem SHK-Meister ohne weiteres gelingt, seinen Kunden mit hervorragend gestalteten Armaturen, hochwertigen Badewannen und ebenerdigen Duschlandschaften mit bloßen optischen Mitteln ein Wellness-Gefühl zu vermitteln, können elektrotechnische Fachbetriebe in der Regel nur mit der Achsel zucken. Mit automatisierten Steuerungsabläufen kann man viele tolle Dinge machen, aber: Das sinnliche Erlebnis hält sich in Grenzen, wenn der Kunde eines elek­trotechnischen Fachbetriebs die Tür eines Schaltschranks öffnet. Der optische Reiz von Reiheneinbaugeräten ist gering. Anfassen sollte ein technischer Laie die Komponenten lieber nicht. Tut er es doch, wäre allen Beteiligten zu wünschen, dass er den elektrischen Strom so wenig wie möglich fühlt – andernfalls geht es um Leben und Tod.

„Genau deshalb“, so berichtete uns damals Georg Eickholt, „werden wir in Düsseldorf einen innungseigenen Showroom errichten, in dem potenzielle Interessenten die Chance erhalten, in einem hochwertigen wohnlichen Ambiente zahlreiche technische Funktionalitäten in Funktion zu erleben.“ Auf einer Fläche von 230 Quadratmetern, so der Plan, sollte ein repräsentatives Umfeld geschaffen werden, das Innungsbetriebe für etwaige Beratungsgespräche jederzeit nutzen können. Gesagt, getan! Vor gut einem Jahr, am 13. Oktober 2017, konnte die Elektro-Innung den Showroom eröffnen. Zuletzt hatte 'markt intern' die Gelegenheit, sich im 'Home of Smart City' etwas umzusehen:

Foto: Uwe Isenbügel

Wohn- und TV-Zimmer – Der Besucher wird zunächst in einem geräumigen TV- und Wohnzimmer-Ambiente in Empfang genommen. Als Diener tritt Pepper auf den Plan – ein humanoider Roboter, der grundsätzlich in der Lage ist, seine Gäste in verständlicher Form zu begrüßen. Dabei erkundigt sich der 1,20 m große digitale Assistent unter anderem nach dem persönlichen Befinden seiner Gäste und fragt nach etwaigen Wünschen. (Weitere Details zu Pepper befinden sich im Info-Kasten).

Technische Hintergrundinfos zu dem humanoiden Roboter Pepper — Auszug aus Wikipedia vom 4. Januar 2019:

Foto: Uwe Isenbügel

Kopf und Arme des etwa 1,20 Meter großen und 28 Kilogramm schweren humanoiden Roboters Pepper erinnern an Nao, ein früheres Produkt von Aldebaran. In Peppers Kopf befinden sich vier Mikrofone, zwei HD-Kameras (eine an Stelle des Mundes, eine auf der Stirn) und ein 3D-Abstandssensor (hinter den Augen). Im Torso befindet sich ein positionstabilisierender Gyrosensor. Der Kopf und die fünffingerigen Hände verfügen über Berührungssensoren. Die Basis (Bein/Fußbereich) enthält zwei Sonarsensoren, sechs Laserscanner, drei Stoßfängersensoren und einen weiteren Gyrosensor […] Versorgt wird Pepper durch eine Lithium-Ionen-Batterie (30 Amperestunden / 795 Wattstunden), die etwa 12 Stunden Autonomie erlaubt. Der Touchscreen hat einen Durchmesser von 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter). Pepper verfügt über Wifi […] und Ethernet […] und kann selbständig im Internet nach Daten suchen. […] Im Innern von Pepper befinden sich kompartimentartige Verstrebungen, die dem Körper Stabilität verleihen, und mehrere Ventilatoren sorgen für Kühlung der Motoren und der Intel-Atom-CPU, die sich in seinem Kopfteil befindet. Beweglichkeit in der Hüfte wird durch zwei breite Gummibänder stabilisiert.

Für die Beweglichkeit sorgen 20 Motoren: Pepper kann sich auf flachem Boden mittels dreier, im Fußteil befindlicher und verdeckter Allseitenräder mit maximal 3 km/h bewegen. Die Stellung des Kopfes kann durch zwei Motoren verändert werden, ebenso die Schultern; je ein Motor steuert das Handgelenk und die fünffingerige Hand, zwei Motoren sorgen für Beweglichkeit in der Hüfte und einer erlaubt Beweglichkeit im Unterkniebereich. Die Hände können ein maximales Gewicht von 500 Gramm halten und tragen. Die erzeugten Bewegungen sind fließend und wirken lebensecht. Durch Verwendung von unterschiedlichen Sensoren und die entsprechende Software kann Pepper durch Gesichtserkennung individuelle Personen identifizieren und ist in der Lage, durch eine grobe Analyse von Mimik und Gestik sowie durch akustische Analyse von Wortwahl und Lautstärke der Stimme emotionale Grundstimmungen zu erkennen […] Zusätzlich ist er darauf programmiert, aufgrund der Analyseresultate dieser emotionalen Zustände entsprechend auf sein menschliches Gegenüber zu reagieren.

Da Pepper selber über kein Mienenspiel verfügt, wurden andere Lösungen gefunden: Der helle Bereich um die Pupille seiner Augen kann durch LEDs je nach Situation verschiedene Farben — rosa, blau, grün, weiß — annehmen. Durch eine hell/dunkel/hell-Abfolge wird beispielsweise der Effekt des Lidschlags erreicht. Zusätzlich verfügt Pepper über ein Repertoire an Gesten und Körperhaltungen, das entsprechend den Analysen des Inputs verwendet wird […] Bei Fragen, die durch Datensuche beantwortet werden können, kann sich Pepper selbständig mit dem Internet verbinden.

Vernetzte Küchenzeile – Dabei gelingt es dem Roboter, ohne nennenswerte Schwierigkeiten den Wunsch seiner Gäste nach einem „doppelten Espresso“ per W-LAN an die internetfähige Kaffeemaschine in die benachbarte Küchenzeile weiterzuleiten. Im unmittelbaren Anschluss an diesen 'Befehl' zieht dieser Wohnungsbereich die Aufmerksamkeit des Besuchers durch Brüh-Geräusche auf sich. Wenige Momente später erfreut der Duft eines frisch zubereiteten Espresso die Sinne des Gastes. Spätestens jetzt wird klar, was es heißt, intelligente Technologie mit allen Sinnen zu erfahren. Ein Prinzip, das sich auch in den anderen Räumen des 'Home of Smart City' wiederfindet. Abgesehen von dem bereits erwähnten Kaffee-Automaten befinden sich in der Küchenzeile weitere vernetzbare Hausgeräte – beispielsweise WLAN-­fähige vollelektronische Durchlauferhitzer von Stiebel Eltron.

Foto: Uwe Isenbügel

Arbeitsplatzbeleuchtung auf Basis von HCL – Von dort sind es nur wenige Schritte, um in die authentische Arbeitswelt eines gewerblichen Büro-Arbeitsplatzes eintauchen zu können. In der Mitte des Raumes befinden sich moderne und hochwertige Büromöbel. Es dürfte kaum einen Besucher geben, der allein wegen der Möblierung nicht bereits darüber ins Grübeln gerät, mit welchen gestalterischen Elementen man den eigenen Arbeitsplatz 'im echten Leben' aufwerten könnte. 'markt intern' ist sich sicher: Die daraus resultierende positive Grundstimmung kann zu einem entscheidenden Faktor werden, wenn der Gastgeber sich anschließend die Mühe macht, seinen Besuchern die Anwendungsvorteile der dort in­stallierten Büro-Beleuchtung – im wahrsten Sinne des Wortes – vor Augen zu führen. Auf Basis einer Human-Centric-Light­ing-Installation (HCL) lässt sich dort nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Lichtfarbe individuell bestimmen. Im Vergleich zu konventionellen Beleuchtungsmethoden ist erwiesen, dass HCL-basierte Lichtlösungen einen signifikanten Beitrag zur Steigerung des persönlichen Wohlbefindens leisten können. Gleichzeitig steigt die Leistungsfähigkeit des Anwenders spürbar. Ursache dafür sind blauempfindliche Fotorezeptoren auf der menschlichen Netzhaut. Diese steuern die Produktion wichtiger Hormone im Gehirn wie z. B. Melatonin, Serotonin und Cortisol. Das 'Schlafhormon' Melatonin macht müde und senkt die Aktivität. Cortisol ist ein 'Stress­hormon', Serotonin wirkt stimmungsaufhellend und motivierend. Fakten, die man – ähnlich wie den Kaffeeduft aus der Küchenzeile – spüren muss, um sie wirklich zu begreifen.

Foto: Uwe Isenbügel

Konferenzraum – Mit der Konzeption des Home of Smart City erbringen die Initiatoren den Nachweis, dass sie in der Lage sind, sich auf solche Zielgruppen zu fokussieren, bei denen zumindest von den finanziellen Möglichkeiten her ein hinreichendes Investitionspotenzial vorhanden ist. Dies zeigt sich nicht nur an dem bereits erwähnten Arbeitsplatz mit HCL-Beleuchtung. Auch der ebenfalls in das Home of Smart City integrierte Konferenzraum versteht es auf einzigartige Weise, eine hochwertige Möblierung mit zukunftsweisenden Präsentations- und Besprechungsfunktionalitäten zu verknüpfen. Das Gleiche gilt für das …

Foto: Uwe Isenbügel

Wohn- und Kaminzimmer – Wer auf einem gemütlichen Designer-Sofa vor einem Kamin sitzt, dürfte die zentrale Dimm-Funktion einer Licht­steuerung ganz besonders zu schätzen wissen. Insbesondere dann, wenn dieses Bestandteil eines ganzheitlichen Automationssystems mit zahlreichen weiteren elektrotechnischen Funktionalitäten (Rollladen- und Jalousiesteuerung, Heizung etc.) ist, die sich per Fernbedienung, per Smartphone oder per Sprachbefehl steuern und konfigurieren lassen.

Auch die in Funktion befindliche Besuchertoilette genügt in gestalterischer Hinsicht höchsten qualitativen Ansprüchen. Die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher und Ladestation für Elektro-Fahrzeuge ist geplant. Seit gut einem Jahr bietet das Home of Smart City zahlreichen Herstellern die Gelegenheit, aktuelle Technologien zu präsentieren. So befinden sich dort u.a. Lösungsansätze aus folgenden elektrotechnischen Geschäftsfeldern:

 Drahtgebundene Systeme  Powerline- und Funksysteme für den Bestandsbau zum Nachrüsten  sprach- und gestengesteuerte Elemente  LED-Licht-Systeme  Zugangs- und Kontrollsysteme  Brand- und Gefahrenmeldetechnik  Multimedia- und Audiosysteme  Intelligente IP Wasserarmaturen  W-LAN-Kaffeeautomaten.

Georg Eickholt
Georg Eickholt

Das Konzept des City of Smarthome ist in technologischer und vertrieblicher Hinsicht ein Erfolg. Zahlreiche Besucheranfragen stammen aus der elektrotechnischen Industrie und dem elektrotechnischen Großhandel. Als Vorsatz für das neue Jahr haben sich alle Beteiligten vorgenommen, den Nutzungsgrad bei den Innungsbetrieben weiter zu steigern. Gegenüber 'markt intern' bringt Obermeister Eickholt die Sache auf den Punkt: „Jeder Kollege, der bisher die Gelegenheit genutzt hat, den Showroom zunächst allein und wenig später in Begleitung potenzieller Kunden aufzusuchen, hat mir anschließend berichtet, dass es sich lohnt, geeignete Zielgruppen an das Thema heranzuführen. Damit erfüllen sich unsere Erwartungen an das Projekt in jeglicher Hinsicht. Jeder Mitgliedsbetrieb der Elektro-Innung Düsseldorf kann den Showroom für seine Zwecke nutzen. Das ist eine von zahlreichen weiteren Leistungen, die für mich dazugehören, wenn wir von der Innung als große Solidargemeinschaft sprechen.“ Ein Ansatz, der in dieser Form bundesweit einzigartig sein dürfte – zur Nachahmung dringend empfohlen. Denn gerade zu Beginn eines Jahres können neue Vorsätze vielleicht doch den einen oder anderen Berg versetzen. In Düsseldorf hat es zumindest schon einmal geklappt. Weitere Impressionen finden Sie unter www.elektro-duesseldorf.de/show-room.

RA Oliver Blumberg
Chefredakteur
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