Wie umweltfreundlich sind die Leuchten von Steinel?

28.06.2022
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Russland drosselt seine Gaslieferungen – und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck setzt auf Appelle zum Energiesparen. „Regelmäßig das Eisfach abtauen, Duschkopf wechseln oder in Büros die Beleuchtung auf LED umstellen“, riet der Minister. Praktische Tipps aus dem Ministerium: Der Duschkopf als Waffe im Gaskrieg gegen Putin – da müssen wirklich kreative Köpfe am Werk gewesen sein …

In Gruppen geschaltete Langfeldleuchte RS PRO 5100 SC in einem Parkhaus
© Steinel
In Gruppen geschaltete Langfeldleuchte RS PRO 5100 SC in einem Parkhaus

Zumindest der Tipp mit den LEDs ist nicht absurd: Kaum jemand weiß so gut wie das Elektrofachhandwerk, was moderne Beleuchtungtechnologien und -konzepte wie Connected Lighting zu leisten vermögen und welche ökonomischen und ökologischen Vorteile sie haben: Hier hat Sparen so rein gar nichts mit Verzicht und Einschränkung zu tun. Im Gegenteil. Die Kostenreduktion und die Steigerung der Lichtausbeute ist verbunden mit einem höheren Komfort, beispielsweise wenn sich dank lokaler Licht- und Anwesenheitssensorik und einer Bluetooth-Vernetzung das Licht automatisch steuert, sobald man ein Treppenhaus oder eine Tiefgarage betritt.

Werden in einem solchen Fall LED-Sensorleuchten wie die Langfeldleuchte RS PRO 5100 SC von Steinel verbaut, verursacht eine dieser Leuchten gegenüber ­einer normalen T8-Leuchtstoffröhre pro Jahr nachweislich rund 20-mal weniger CO2 und senkt Stromkosten um 130 €, teilt der Beleuchtungsspezialist aus Herzebrock-Clarholz mit. Auch eine LED-­Leuchte wie die RS PRO Connect 5100 C von Steinel, die weitestgehend baugleich ist, aber nicht mit einem Sensor ausgestattet ist, schlägt die alte Leuchte mit Sensor um Längen.

Prof. Dr. Mario Schmidt
© INEC
Prof. Dr. Mario Schmidt

„Wir sind im öffentlichen Raum insgesamt 'überbeleuchtet'. Es gibt Nachbarländer, in denen werden sogar die Autobahnen angestrahlt. Das ist ein Überfluss, der nicht sehr klimafreundlich ist und außerdem viel Geld kostet. Es gibt ja sogar Stimmen, die von Lichtverschmutzung sprechen. Das heißt natürlich nicht, dass wir überall das Licht ausschalten sollten zu Lasten des Sicherheitsgefühls. Wir sollten aber maßvoll mit Licht umgehen, und da kann Connected Lighting sehr gut helfen.“

Den erwähnten Nachweis dafür haben Prof. Dr. Mario Schmidt und seine Kollegin, Dipl.-Ing. Heidi Hottenroth vom INEC-Institut der Hochschule Pforzheim erbracht, indem sie für die Langfeldleuchte RS PRO 5100 SC, die in einem Parkhaus installiert und genutzt wird, ein Life Cycle Assess­ment (LCA) bzw. einen Product Carbon Footprint (PCF) erstellt haben. Ein LCA dient dazu, auch andere Umweltwirkungen außer der Klimawirksamkeit zu berücksichtigen. Damit ist gewährleistet, eventuell auftretende Trade-offs bei den Umweltwirkungen zu erkennen, da angenommen wird, dass durch den vergleichsweise geringen Stromverbrauch von LEDs die Herstellungsphase an Bedeutung gewinnt – auch weil elektronische Bauteile als ressourcenintensiv gelten. Von einem Trade-off sprechen Ökonomen, wenn zwei Größen vorliegen und die eine Größe nur zu Lasten der anderen Größe verbessert werden kann. Die Studie wurde laut INEC konform zu den entsprechenden internationalen ISO-Standards ISO 14040 und 14044 erstellt, die vorschreiben, wie beim Erstellen einer Ökobilanz vorzugehen ist.

Doch warum braucht Steinel eine solche Studie? Geschäftsführer Martin Frechen ordnet ein: „Die Steinel GmbH war daran interessiert zu erfahren, wie groß der Carbon Footprint ihrer Produkte ist und wo die Hotspots und damit mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen sind.“

Nun könnte man denken, dass eine solche Studie mal eben schnell erstellt ist. Deshalb hat 'markt intern' Elektro-Installation (miEI) für Sie genauer hingeschaut. Die Details wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Die Untersuchung legt zugrunde, dass bei der Anwendung in einem Parkhaus die Langfeldleuchte RS PRO 5100 SC in Gruppen geschaltet wird. Bei Abwesenheit von Fahrzeugen oder Personen werden die Leuchten nach einer Minute auf 10 % Grundlicht gedimmt und nach 15 weiteren Minuten komplett abgeschaltet. Zwei Leuchten an den Eingangstüren bleiben angeschaltet. Aus dieser Konfiguration ergeben sich 1009 Volllaststunden pro Jahr. Beim Modell ohne Sensor werden Bewegungsmelder zentral im Parkhaus eingebaut, und die Leuchten werden nach 15 Minuten ohne Aktivität abgeschaltet. Diese Konfiguration führt zu 5318 Volllaststunden pro Jahr. Das Modell ohne Sensor wird darüber hinaus für den Dauerbetrieb mit 8760 Volllaststunden pro Jahr untersucht, ebenso die konventionelle Leucht­stoffröhre. In die Bilanz einbezogen wurde auch die gesamte Wertschöpfungskette der Leuchten – von der Gewinnung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe über die Weiterverarbeitung, Distribution, Nutzung und Entsorgung – und bis ins kleinste Detail deren Wirkung auf beispielsweise  Klimawandel  stratosphärische Ozonzerstörung  Humantoxizität (karzinogen und nicht-karzinogen)  Feinstaub  ionisierende Strahlung  Ressourcennutzung (Mineralien und Metalle)  Wasserknappheit oder  Ökotoxiztität.

Steinel produziert die Leuchten an drei Standorten: Am Standort Leipzig-Mölkau werden Spritzgussteile hergestellt. Die Bestückung der Leiterplatten mit SMD-Bauteilen erfolgt am Schweizer Standort Einsiedeln. Die in Mölkau und Einsiedeln hergestellten Vorprodukte werden in Curtea de Arges (Rumänien) zusammen mit weiteren zugekauften Vorprodukten montiert und endverpackt, um anschließend nach Herzebrock-Clarholz ins Versandlager transportiert zu werden.

Die Forscher kommen zu folgendem Ergebnis: „In einem ökobilanziellen Vergleich werden verschiedene Beleuchtungsoptionen für den Einsatz in Parkhäusern betrachtet, darunter eine LED-Leuchte der Firma Steinel GmbH mit einem eingebauten lokalen Bewegungssensor sowie eine LED-Leuchte, die mit zentralem Bewegungsmelder gesteuert wird. Die LED-­Leuchte RS PRO 5100 SC hat einen Product Carbon Footprint (PCF) von 19 kg CO2Äq [Co2-Äquivalent; sie sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. Neben dem wichtigsten von Menschen verursachten Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gibt es weitere Treibhausgase wie beispielsweise Methan oder Lachgas, Anmerkg. d. Red.] pro Leuchteinheit und Jahr. Demgegenüber ist der PCF bei der Beleuchtung unter Verwendung der RS PRO 5100 C (ohne Sensor) mit zentralem Bewegungsmelder gut fünffach höher und beträgt 97 kg CO2Äq pro Leuchteinheit und Jahr. Wird dieselbe Leuchte im Dauerbetrieb genutzt, steigt der PCF weiter auf 160 kg CO2Äq pro Leuchteinheit und Jahr, was einem Faktor von 8,4 gegenüber der RS PRO 5100 SC entspricht. Wird das Parkhaus mit einer konventionellen Leuchtstoffröhre im Dauerbetrieb beleuchtet, resultiert daraus ein PCF von circa 394 kg CO2Äq pro Leucht­einheit und Jahr. Dieser Wert ist um Faktor 20 höher als bei der Beleuchtung mit sensorgesteuerter LED-Leuchte. Aufgeschlüsselt nach den Lebenszyklusphasen zeigt sich für alle untersuchten Varianten, dass der Hauptanteil (96 – 97 %) durch die Nutzung und durch den Stromverbrauch verursacht wird. Wird statt einer LED-Leuchte mit zentralem Bewegungsmelder eine LED-Leuchte mit lokalem Sensor und Bluetooth-Vernetzung mit Schwarmintelligenz einsetzt, so werden pro Leuchteinheit und Jahr circa 78 kg CO2Äq eingespart.“

Bestätigt wurden die Studienergebnisse durch die Carbotech AG/Basel, ein unabhängig arbeitendes Umwelt- und Nach­haltigkeitsberatungsunternehmen. Dort hat man die Bilanzen qualitativ und quantitativ geprüft und für „korrekt“ und „­stabil“ befunden; auch bei etwas anderen Annahmen ergäben sich keine gegenteiligen Schlussfolgerungen. Mehr noch: „Positiv zu erwähnen ist die hohe Transparenz der Studie. Alle relevanten Vordergrunddaten werden aufgeführt, damit können die Resultate weitgehend nachvollzogen werden. Auch wenn dies eine wesentliche Anforderungen der Norm ist, so weisen viele Studien heute diese Transparenz nicht auf.“

Martin Frechen
© Steinel
Martin Frechen

„Das überzeugendste Argument für Connected Lighting ist aus meiner Sicht die drastische Energieeinsparung dadurch von bis zu 95 %. Parallel zur Stromersparnis reduzieren wir massiv die CO2-Emissionen. Connected Lighting von Steinel ist die mit Abstand nachhaltigste und wirtschaftlichste Beleuchtung. Unsere Lösung erreicht einen ROI nach zwei bis drei Jahren. Das zeigt: Ein Umstieg lohnt sich immer! Wir arbeiten daran, die Lichtsteuerung um weitere Größen zu erweitern. Aus meiner Sicht sind Licht-, Luft- und Flächenmanagement die drei wichtigen Aspekte, die in einem intelligenten Gebäudemanagementsystem zusammenfließen müssen. Wir bei Steinel verstehen uns als die Sinnesorgane des modernen Gebäudes. Energie und Kosten sparen sind da wichtige Aspekte, aber es geht auch um Wellbeing. Die Menschen sollen sich in den Gebäuden wohlfühlen, damit sie sie auch nutzen.“

Hochgerechnet ergeben die Zahlen laut Frechen folgendes Poten­zial: „Würde man in einer mittelgroßen deutschen Stadt nur zehn Parkhäuser auf jeweils 300 Sensorleuchten von Steinel statt LED-Leuchten umrüsten, könnte das allein 1.125 Tonnen CO2 einsparen. Das ist nicht nur ein gewaltiger Fortschritt für die Umwelt hin zu mehr Klimaneutralität, sondern auch extrem wirtschaftlich. Das Umrüsten von einem Parkhaus hat sich in der Regel innerhalb von 24 Monaten bereits rentiert. Auch in Treppenhäusern lassen sich die Stromkosten senken, in dem sich mithilfe der R-Serie von Steinel um bis zu 94 % Energie einsparen lassen, bei besserem Licht und steigendem Komfort. Das haben aktuelle Messungen im Wohnquartier Rütihof in Höngg in der Schweiz ergeben, die von der Schweizer Lichtgesellschaft bestätigt wurden. Genau diese Vorteile möchten wir Parkhausbetreibern, Bauherren und Installateuren zahlenbasiert darlegen und zeigen, wie sie vom wirtschaftlichsten und energieeffizientesten Lichtsystem auf dem Markt profitieren.“

Mehr Informationen zur Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Connected Lighting unter https://www.steinel.de/de/leuchten-­professional/anwendungen/gruenes-licht-fuer-morgen/.

miEI meint: Agiert ein Unternehmen wirklich glaubhaft nachhaltig? Gerade in Krisenzeiten können die Marktaktivitäten eines Anbieters dazu wichtige Anhaltspunkte liefern. Hersteller wie Steinel zeigen: Unternehmerische Verantwortung ist kein Stückwerk, sondern ein ganzheitlicher Lösungsansatz, der im Optimum bis zur Produktebene durchdekliniert wird, und zwar transparent und überprüfbar. Das elek­trotechnische Fachhandwerk kann sich an dieser Stelle als Energieexperte in Szene setzen und auf zentrale Aspekte einer nachhaltigen Elektroinstallation und die damit verbundenen nachweislichen Einsparmöglichkeiten hinweisen.

Dörte Fleischhauer
Chefredakteurin
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