Pracht — Was kann die Wallbox ALPHA?

28.09.2021
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Der Kauf einer Ladestation für E-Autos, einer Wallbox, wird derzeit staatlich gefördert: Die Förderbank KfW zahlt pauschale 900 Euro pro Ladepunkt aus, wenn die Heimladestation auf der dazugehörigen Liste förderfähiger Modelle steht und die Wallbox inklusive Einbau mindestens 900 Euro gekostet hat. Elektro-Installation (miEI) berichtete mehrfach. Das hat zu einer riesigen Nachfrage geführt – mit der Folge, dass gute und gleichzeitig preisgünstige Wallboxen schwer zu bekommen sind. Beliebte Modelle haben bis zu einem halben Jahr Lieferzeit. „Viele Leute kaufen eine Wallbox, weil sie durch die Förderung keine bis geringe Kosten haben, nicht, weil sie eine brauchen“, berichtete uns ein Elektromeister. „Die haben kein E-Auto und wollen auch keins kaufen.“ Reiner Mitnahmeeffekt. In diesem Herbst steht auch eine Förderung gewerblich genutzter Wallboxen an, und das bei weiterhin knapper Verfügbarkeit von Bauteilen und steigenden Preisen. Das wird die Situation nicht entspannen – und ist wohl der Grund für den Lichtspezialisten Pracht, auf seine Wallbox ALPHA, deren Modellbreite und insbesondere auf die sofortige Lieferfähigkeit zu verweisen.

Nun ist Pracht ein Hersteller von Leuchten für besondere Anwendungsgebiete in der Industrie und für öffentliche Bereiche. Hier hat das Unternehmen eine fast hundertjährige Expertise. Dass Pracht jetzt auch Wallboxen anbietet, überrascht. Deshalb hat miEI für Sie hingeschaut: Was kann die Wallbox von Pracht? Kann Pracht damit überzeugen?

Thomas Scherer
© Pracht
Thomas Scherer

Ein erster Blick zeigt, dass sich Pracht nicht erst seit dem Launch der Ladesäule neuen Technologien widmet, sondern solche schon seit mehreren Jahren in der Leuchtenfertigung einsetzt, um nachhaltiger zu produzieren. Dafür unterhält das Unternehmen ein eigenes Forschungsinstitut, das PIT – Pracht Institute of Technology, das in Zusammenarbeit mit Universitäten Forschungen und Projekte für innovative Lichttechnik durchführt. „Eine Wallbox zu entwickeln, lag näher als man vermuten würde“, sagt Thomas Scherer, CSO des Leuchtenherstellers. „Wir sind in der Elektrik zu Hause: Wir kennen uns mit Stromnetzen aus, besser als die Autohersteller. Wir sind ein Mittelständler, der schnell reagieren kann. Früher hieß es: Die Großen fressen die Kleinen. Heute sind es die Schnellen, die gegenüber anderen den Vorteil haben. Schnell bedeutet im Bereich E-Mobility: förderfähig und sofort verfügbar.“ Es sei ein Unternehmensprinzip, sehr komplexe Themen einfach und verständlich in konkrete Lösungen zu übersetzen, die unkompliziert zu installieren sind. Scherer weiter: „Die Teileproduktion und Fertigungstiefe am Produktionsstandort Deutschland ermöglichen die schnelle Fertigung auf kurzen Wegen. Statt dem reinen Zukauf von Teilen liegt die Wertschöpfung bei Pracht in der Kombina­tion der verschiedenen Produktions- und Montageprozesse unter einem Dach: Vom Design und der Bestückung der Platine über den Spritzguss für Serien­bauteile und die elektrotechnische Kon­struktion bis hin zur Montage der Wallbox.“

Pracht gilt bei Elektrofachkräften als verlässlich, als ehrlich und bodenständig, die Produkte werden als von hoher Qualität wahrgenommen. Gute Voraussetzungen für eine schnelle Akzeptanz einer Diversifikation im Markt.

Die Stromtankstelle von Pracht mit dem Namen ALPHA wurde konzipiert als Ladestation mit zwei Ladepunkten, aber nur einer Zuleitung. Solche Doppellader – von denen es derzeit auf dem Markt nur wenige Modelle gibt – eignen sich für Privathaushalte, zu denen mehrere E-Autos gehören, ebenso wie für eine Installation auf Mitarbeiter- oder Kundenparkplätzen. Wallboxen mit zwei Ladepunkten sind auf den ersten Blick zwar etwas teurer als Einzellader, allerdings spart man damit zum einen Platz und zum anderen Folgekosten, beispielsweise für eine spätere Erweiterung der Ladeinstalla­tion. Es gibt also doppelte Power zum einfachen Preis. Mit der Wallbox ALPHA können zwei Fahrzeuge via Anschluss der Standard-Norm IEC 62196-2 gleichzeitig geladen werden – in einer Garage oder – durch den hohen IP-Schutz (IP65) – auch im Freien. Die integrierte Temperaturüberwachung schützt hier die Elektronik vor Temperaturen von bis zu –25 °C und bis zu 40 °C.

Wie aufwendig ist die Installation? Pracht verspricht das Gegenteil von schwierig: Die Wallbox hat nur eine Zuleitung und kann an jede Bestandsinstallation angeschlossen werden. Ein Eingriff in die Hauselektrik ist nicht nötig. Die Bedienungsanleitung ist übersichtlich; auf nur 16 Seiten werden Installation und Bedienung kompakt und leicht verständlich dargestellt. Auch ein Dreieinhalb-Minuten-Video auf der Seite www.prachtenergy.com zeigt jeden der wenigen Handgriffe, die für eine Installation und Inbetriebnahme nötig sind.

Doppellader-Wallboxen eignen sich für Kunden- und Mitarbeiterparkplätze.
© Pracht
Doppellader-Wallboxen eignen sich für Kunden- und Mitarbeiterparkplätze.

Was, wenn es knapp wird mit der verfügbaren Hausanschlussleistung? Das integrierte Lademanagement teilt die maximal abrufbaren Ladeströme zwischen den angeschlossenen Fahrzeugen auf, bis eines der Fahrzeuge aufgeladen ist. Danach steht die Leistung dem oder den noch nicht vollständig geladenen Fahrzeug(en) zur Verfügung. Das System unterbricht den Ladevorgang selbständig, sollte einmal nicht genügend Leistung bereitstehen. Das Laden wird fortgesetzt, sobald wieder ausreichend Strom vorhanden ist. Auch eine Überlast des Stromanschlusses wird so zuverlässig verhindert.

Wie viele Modelle der ALPHA gibt es? Das Wallboxportfolio von Pracht umfasst derzeit acht Modelle; vier mit zwei Ladepunkten, aber auch vier mit nur einem Ladepunkt namens ­ALPHA MONO. Die Varianten mit einem XT im Namen (­ALPHA XT, ALPHA MONO XT, ALPHA XT+ und ALPHA MONO XT+) lassen sich über Modbus RTU auf unterschiedliche Anforderungen und Ladeleistungen anpassen; das Lademanagement ermöglicht eine einstellbare Ladeleistung via Jumper bei ein- oder mehrphasigem Anschluss zwischen 2,3 und 22 kW. Alle ALPHA-Modelle sind mit einem allstromsensitiven Fehlerstrom-Schutzschalter (Doepke RCD, allstromsensitiv, 30mA AC und 6mA DC) ausgestattet. So kann die Wallbox in Bestandsinstallationen mit oder ohne bestehende FI-Schalter sicher betrieben werden.

Welche Wallboxen werden gefördert? Wer Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen möchte, ist verpflichtet, sich für eine Lösung mit der Option zur technischen Intelligenz zu entscheiden. Dazu heißt es in den offiziellen KfW-Erläuterungen unter anderem: „Ladestationen gelten als intelligent gesteuert, wenn sie sich vernetzen lassen und in das Energieversorgungssystem eingebunden sind.“ Das ist bei den XT-Modellen durch die serienmäßige RS485-Schnittstelle mit Modbus RTU zur bidirektionalen Kommunikation sowie einem RFID-Modul mit zwei RFID-Karten der Fall. Der Modbus stellt übrigens auch eine Kompatibilität mit einem Energiemanager und einer PV-Anlage sicher.

Da durch die KfW Ladepunkte gefördert werden, ist die Doppellader-Variante mit 2 x 11 kW auch doppelt förderfähig.

Was kostet die ALPHA? Die Doppellader beginnen ab 998 Euro, das Topmodell XT+ liegt bei 1.748 Euro. Der förderfähige Doppellader ALPHA XT liegt bei 1.498 Euro netto bei einer Fördersumme von 1.800 Euro. Die Monolader liegen zwischen 798 Euro und 1.198 Euro für das Model XT+. Die Preise sind Nettolistenpreise.

Wie steht es um die Lieferbarkeit der Wallboxen? Die ALPHA-Wallboxen stehen laut Pracht sofort nach der Bestellung zur Montage bereit. Pracht setzt bei der Distribution ausschließlich auf den dreistufigen Vertrieb und auf eine Installation durch Sie als elektrotechnisches Fachhandwerk.

Wie sind die mittel- und langfristigen Perspektiven beim Einsatz einer Wallbox ALPHA? Eine heute verfügbare ­Alpha ist auch zukünftig up to date: Ändern sich die räumlichen Gegebenheiten oder die Zahl der zu ladenden E-Autos, ist die ALPHA via neuer Module und einem Update an die neuen Anforderungen, die beim Kauf noch nicht absehbar sind, anpassbar. Eine solche Erweiterung ist das Webmodul, das die ALPHA-XT-Modelle internetfähig machen kann. Ein dazugehöriger Controller, den Pracht noch in diesem Jahr auf den Markt bringen will, soll den Funktionsumfang der Wallboxen ausbauen.

Welches Zubehör gibt es? Da wären  Eine Wandhalterung mit Regendach aus pulverbeschichtetem Aluminium (Nettolistenpreis 249 Euro)  ein Standfuß als Stand-alone-Lösung (Nettolistenpreis 399 Euro)  eine Wandhalterung für ein Ladekabel (Nettolistenpreis 29 Euro)  RFID-Modul für maximal 100 anlernbare RFID-Karten inklusive Verbindungskabel und zwei RFID-Karten (Nettolistenpreis 149 Euro)  In Verbindung mit einem Pracht-RFID-Modul ist zudem erhältlich: Ein Karten-Set bestehend aus fünf RFID-Karten (Nettolistenpreis 29 Euro pro Set).

„Das Preis-Leistungs-Verhältnis der ALPHA XT+ ist unschlagbar: es muss nur eine Leitung gelegt werden und der Kunde kann 1.800 Euro Förderung von der KfW bekommen. Andere Wallboxen, die leisten können, was die ALPHA kann, sind da wesentlich teurer“, sagt Frank Hucken, Elektro Hucken/Krefeld.

miEi meint: Bei der Planung von Ladeinfrastruktur kommt es darauf an, mittel- und langfristige Perspektiven zu erkennen, um dann  auf Basis heutiger Konzepte eine passgenaue und zukunftstaugliche Lösung vorzuschlagen  Die Wallbox ­ALPHA von Pracht ist ein gelungenes Beispiel für den Einstieg eines Unternehmens in den Bereich E-Mobility  Sie ist eine optisch und technisch gelungene Wallbox. Eine Stromtankstelle mit zwei Ladepunkten gab es in der Preisklasse bisher nicht  Die Produktrange der Wallboxen und deren Ausrichtung auf elektrotechnische Fachbetriebe zeigen die Verbundenheit des familiengeführten Unternehmens mit den meist ebenfalls familien­geführten Elektroinstallationspartnern.

RA Oliver Blumberg
Chefredakteur
Dörte Fleischhauer
Chefredakteurin
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