Kopp Free Control — Welche Kompatibilitäts-Perspektiven sich dem Fachhandwerk bei der Version 3.0 bieten

12.11.2019
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Uwe Fischbach
Foto: Kopp
Uwe Fischbach

Woran lässt sich erkennen, ob es sich im konkreten Einzelfall bei einem Produkt um eine aktuelle Komponente der Version 3.0 handelt? Unter welchen Voraussetzungen ist Free Control 2.0 mit der aktuellen 3.0-Version kompatibel? – Dass 'markt intern' Elektro-Installation ('miEI') den Hersteller Kopp unter anderem mit diesen Fragen konfrontiert hat, haben regelmäßige 'miEI'-Leser in EI 45/19 erfahren. Kurz vor Re­daktionsschluss dieser Ausgabe führte 'miEI' mit Uwe Fischbach, Produktmanager Smart Home, ein umfassendes Hintergrundgespräch. Die wichtigsten Erkenntnisse für Sie im kompakten Überblick:

Sanfter Einstieg mit Erweiterungs-Optionen – Smart-­Home-Systeme gibt es jede Menge. Doch nicht alles, was am Markt als 'smart' bezeichnet wird, ist tatsächlich intelligent. Und wenn dann doch ein Hauch technischer Intelligenz zu erahnen ist, heißt dies noch lange nicht, dass jeder Lösungsansatz für das elektrotechnische Fachhandwerk interessant ist. Hat sich bei einem Endkunden einmal der Eindruck verfestigt, man könne mit einer Do-it-yourself-Komplettlösung für 300,– € Berge versetzen, gilt für das Fachhandwerk: Finger weg von solchen Kunden! Denn hier ist Ernüchterung vorprogrammiert. Von diesem Szenario zu unterscheiden sind solche Kunden, die sich für wenig Geld einen sanft­en Einstieg wünschen. Zum Beispiel durch die Installation eines ersten Schalters, der mit dem Aktor einer bestimmten Leuchte in Kontakt treten soll. Solche Kunden können für einen installierenden Fachbetrieb grundsätzlich interessant sein. Insbesondere dann, wenn solche Komponenten zum Einsatz kommen, die sich nach und nach zu einem umfassenden Automationssystem erweitern lassen. Dieser Einstieg zu geringen Kosten ist mit Kopp Free ­Control möglich. Nicht zuletzt deshalb, weil ein Anwender für derartige Einstiegsfunktionalitäten noch kein Gateway benötigt. Das Kopp-'Gateway-Mini' ist erst dann hinzuzuziehen, wenn es darum geht  die Hausautomation mit mobilen Endgeräten zu steuern  Szenarien zu erstellen oder sich  Zustandsänderungen der Geräte als E-Mail oder Push-Nachricht anzeigen zu lassen.

Farbwechsel bei UP-Komponenten für Kopp Free Control 3.0
Foto: Kopp
Farbwechsel bei UP-Komponenten für Kopp Free Control 3.0

Aus Grün (2.0) wird Blau (3.0) – Bei dem Upgrade eines bewährten Automationssystems auf eine neue Version verfügt vermutlich jeder Installateur über seine eigenen Erfahrungen. Für viele Kollegen stellt sich dabei zunächst die Frage, woran man erkennen kann, ob man bei der Produktauswahl tatsächlich eine aktuelle 3.0-Komponente in der Hand hält. Einige Hersteller machen sich in vergleichbaren Fällen schon mal die Mühe, entsprechende schriftliche Hinweise auf der Komponente anzubringen – in der Regel im Kleingedruckten. Gut gemeint, aber wer die Praxis kennt weiß sehr genau: Je kleiner die Schrift, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass handelnde Personen bei der Komponentenauswahl irrtümlich in das falsche Regal greifen. Mal ist das Warenlager schlecht ausgeleuchtet, ein anderes Mal ist die Lesebrille nicht griffbereit ... Fehlerquellen gibt es viele. Damit Großhandelsmitarbeiter und Installateure wirklich auf 'Nummer sicher' gehen können, hat Kopp sich entschieden, allen UP-basierten Free-­Control-3.0-Komponenten nicht nur eine neue technische Ausstattung, sondern auch einen frischen Anstrich zu verpassen. Ganz konkret: Aktuelle UP-Komponenten der Version 3.0 sind an einer blauen (!) Kunststoffverkleidung zu erkennen. Wer heute noch irgendwo auf eine grüne Komponente stößt, der weiß sofort: Bei diesem Produkt handelt es sich um eine Free-Control-2.0-Komponente aus der vorherigen Produktgeneration.

Kompatibilität der Versionen 2.0/3.0 über Gateway-­Anbindung – Technische Erweiterungen sind grundsätzlich eine tolle Sache. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass einzelne Komponenten tatsächlich in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren. So ist es wenig überraschend, dass auch Free-Control-2.0- und 3.0-Komponenten auf der reinen Funk­ebene zunächst einmal nicht miteinander kompatibel sind. An dieser Stelle tritt das bereits erwähnte 'Gateway Mini' auf den Plan. Damit die Free-Control-Komponenten 2.0 mit den 3.0-Komponenten kommunizieren können, hat Kopp die Kompatibilität der unterschiedlichen Versionen in das Gateway verlagert. Dadurch ist es dem Anwender möglich, bestehende Free-Control-2.0-Installationen weiter zu nutzen. Wer diese dann an das Gateway anbindet, ebnet sich den Weg, das bisherige System um die verbesserte 3.0-Technologie erweitern zu können.

Kompatibilität mit den Funk-Komponenten anderer Markenhersteller – Auch wenn die Bedeutung der herstellerübergreifenden Kompatibiliät für den Erfolg eines Smart-Home-Systems gelegentlich überschätzt wird, steht fest: Ab einer gewissen Funktionstiefe stoßen proprietäre Systeme, sog. Insellösungen, an ihre Grenzen. Für expansionsbereite Anwender, die sich nicht auf dem technologischen High-End-Niveau der KNX-Welt bewegen möchten, ist dies – Stand heute – durchaus eine Barriere. Diese lässt sich nicht ohne weiteres einreißen, allenfalls abmildern. Ein häufiger Lösungsansatz ist es in diesem Zusammenhang, dass Hersteller für ihre Systeme entweder ein offenes Protokoll verwenden oder zumindest Schnittstellen zu anderen Systemen schaffen. Diesem Kooperationsgedanken trägt Kopp über das Gateway Rechnung. Beim 'Gateway Mini' handelt es sich um einen IP-Konverter, der die Steuerbefehle einer App in Funksignale umsetzt. Wegen seiner geringen Maße lässt sich der handflächengroße quadratförmige Kasten mit einer Gesamthöhe von 20 mm fast überall unauffällig platzieren. Ist der Konverter mit einem vorhandenen Internetanschluss verbunden, sorgt er zum einen dafür, dass Free Control Alexa-Sprachbefehle umsetzen kann. Zum anderen lassen sich über das Gateway weitere Funk-Komponenten zahlreicher weiterer Markenhersteller einbinden. Dies führt zu einer signifikanten Erweiterung der Funk­tionstiefe. So liegt Ihrer 'miEI'-Redaktion eine Kompatibilitätszusicherung für die Komponenten folgender Anbieter vor:  Abus Barthelme Bauer Becker Belkin WeMo BSC Conrad Elero ELF Eltako EnOcean FS20 HomeMatic Kaiser-Nienhaus PEHA ­EnOcean Philips Hue Renkforce REV Minimax RS2W Siemens und Uniroll.

An dieser Stelle wird sich manch einer eventuell folgende Frage stellen: Gibt es tatsächlich Fachbetriebe, die sich detailliert mit den Möglichkeiten von Free Control 3.0 auskennen? – Ja, die gibt es! Ein erheblicher Teil der hier aufgeführten Detail-Informationen ist das Resultat mehrerer umfassender Hintergrund­gespräche. Einer unserer Gesprächspartner war dabei auch Ralf Jäckel, Abteilungsleiter im Fachbereich Gebäudeautomation bei EAB GmbH Rhein/Main. Ein Automations­experte, der nicht nur fast jedes am Markt verfügbare System kennt, sondern auch genau weiß: Für viele kleinere und mittelgroße elektrotechnische Fachbetriebe ist es in der Praxis alles andere als einfach, das Thema Gebäudeautomation in all seinen Facetten aktiv voranzubringen. Gegenüber 'miEI' macht der Experte jedoch keinen Hehl daraus, dass er den einen oder anderen kollegialen Ratschlag parat hat. Einer davon lautet unter anderem:

Ralf Jäckel
Foto: EAG GmbH Rhein/Main
Ralf Jäckel

„Meines Erachtens sind mittelständische Fachbetriebe gut beraten, sich beim Thema Gebäudeautomation nicht auf einen einzigen Hersteller zu beschränken. Niemand kann die ganze Bandbreite anbieten, aber: Aus meiner Sicht gibt es für das installierende Fachhandwerk derzeit etwa drei bis vier verschiedene Preis- und Leistungskategorien. Hier wäre es sinnvoll, wenn man in jedem Segment mindestens bei einem System genau Bescheid weiß. Und zwar so, dass man in der Lage ist, unterschiedlichen Kunden passende Lösungsvorschläge zu machen. In jeder Kategorie gibt es Leistungsmerkmale, mit denen ein Fachbetrieb punkten kann. Bei Free Control von Kopp bin ich persönlich zum Beispiel von der automatischen optischen Anzeige der Feldstärkenerkennung beeindruckt. In diesem Preissegment kenne ich keinen einzigen Anbieter, der eine vergleichbar gute Lösung im Programm hat.“

Ein Kommentar, den wir auf diesem Wege gerne an die Branchenöffentlichkeit weiterleiten. Haben Sie weitere Hinweise, welche Anbieter Ihnen die tägliche Arbeit mit sinnvollen Dingen erleichtern? Müssen Sie sich aktuell mit einem Partner herumärgern, der Ihre unternehmerischen Belange nicht angemessen berücksichtigt? – Meldungen nimmt Ihre 'miEI'-Redaktion gerne unter [email protected] entgegen. Auf Wunsch behandeln wir Ihre Hinweise streng vertraulich – versprochen!

RA Oliver Blumberg
Chefredakteur
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