Kopp Free Control — Feldstärkenerkennung, Bidirektionalität und Halte-Clip für UP-Aktoren bringen das Fachhandwerk voran

06.11.2019
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Ralf Jäckel
Foto: EAG GmbH Rhein/Main
Ralf Jäckel

„Technologisch betrachtet ist es egal, ob man in einer Hausverteilung einen Verteilungsaktor oder einen vergleichsweise günstigen UP-Feldaktor einsetzt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass UP-Feldaktoren sich auf der Hutschiene nicht VDE-konform befestigen lassen. Weil meine Monteure die Anweisung haben, sämtliche VDE-Normen immer hundertprozentig einzuhalten, verzichten sie darauf, UP-Feldaktoren in der Verteilung zu platzieren und diese dort – beispielsweise mit einfachen Kabelbindern – zu befestigen. Allein die Tatsache, dass Kopp auf die Idee gekommen ist, für Free Control einen VDE-konformen Montage-Clip zur Aufnahme von UP-Aktoren auf die Hutschiene zu entwickeln, zeigt mir: Dort machen sich Entwickler Gedanken darüber, wie man die Gesamtkosten für eine technische Lösung mit dem einen oder anderen originellen Detail sinnvoll begrenzen kann“ , zeigt sich Ralf Jäckel, Abteilungsleiter im Fachbereich Gebäudeautomation bei EAB GmbH Rhein/Main, im Gespräch mit 'markt intern' Elektro-­Installation ('miEI') tief beeindruckt. Vermutlich ist diese vermeintliche Kleinigkeit nicht der einzige Grund, warum elektrotechnische Fachbetriebe sich bei Smart-Home-Projekten zunehmend auch mit dem Automationssystem Free Control von Kopp befassen. Doch eines nach dem anderen:

Es dürfte kaum einen elektrotechnischen Hersteller geben, der in den letzten Jahren noch nicht auf die Idee gekommen wäre, fernab von KNX 'irgendwas mit Smart Home' anzubieten. Im Vergleich zu vielen Lösungen der jüngeren Vergangenheit kann das Kopp-Automationssystem Free Control auf eine beachtliche Historie zurückblicken: Die Markteinführung erfolgte im Jahr 2004 – drei Jahre bevor der US-Amerikaner Steve Jobs vor seinem staunenden Publikum erstmals ein iPhone aus der Tasche zog. Seitdem wurde Free Control in mehreren Etappen weiter­entwickelt und an die Anforderungen der heutigen Zeit angepasst. Im April 2019 startete die Vermarktung der derzeit verfügbaren Free-Control-Version 3.0. Auf Nachfrage von 'miEI' bringt Uwe Fischbach, Kopp-Produktmanager Smart Home, den aktuellen Stand der Dinge auf den Punkt:

Anwendungsbeispiel Montage-­Clip für UP-Aktoren
Foto: Kopp
Anwendungsbeispiel Montage-­Clip für UP-Aktoren

„Free Control basiert auf der 868-MHz-Band-Frequenz und einem proprietären Funkprotokoll. Kopp war vor 15 Jahren einer der ersten Anbieter, der mit einem Funksystem auf den Markt gegangen ist. Heute ist das System einfach zu programmieren. Die Zeiten, dass Einstellungen an Drehrädchen vorzunehmen sind, gehören der Vergangenheit an. Für Konfiguration und Bedienung kann man heute vollständig auf mobile Endgeräte zurückgreifen. Dort, wo ein Schalter benötigt wird, kann man diesen frei positionieren. Kabellose Schalter lassen sich auf Glas, Stein, Beton oder Holz aufkleben oder schrauben. Neben dem bereits erwähnten Montage-Clip zur Aufnahme von UP-Aktoren auf die Hutschiene ist beispielsweise die optische Anzeige der ankommenden Signalstärke ein ganz besonderes Leistungsmerkmal. Mit der automatischen Feldstärken­erkennung haben Installateure die Möglichkeit, die Stärke des Funksignals mit einem einfachen Blick auf die Anzeige direkt zu überprüfen. Ist das Signal an einer bestimmten Stelle zu schwach, weiß der Installateur sofort, dass er die jeweilige Funkkomponente von vornherein an einer anderen Stelle positionieren sollte. Damit scheiden ungünstige Positionierungen als Fehlerquelle weitestgehend aus. Diese Gewissheit ist für jeden installierenden Fachbetrieb ein enormer kalkulatorischer Vorteil.“

Ganz abgesehen von dem Nervenaufwand, der entstehen kann, wenn sich ein Endkunde nach Abschluss einer Installation wegen einer Signalstörung meldet. Jeder nachträglich korrigierende Monteureingriff kostet einen Fachbetrieb Geld. Kommt es zu mehreren Korrekturen, dann gerät der unternehmerische Ertrag des installierenden Fachbetriebs in Gefahr. Im schlimmsten Fall zahlen Sie am Ende sogar drauf, wenn Sie Ihren Kunden vollends zufriedenstellen möchten.

'miEI' vermutet: Die optisch angezeigte Feldstärkenerkennung und der eingangs erwähnte Montage-Clip für UP-Aktoren hat Kopp in den letzten Jahren beim Fachhandwerk einige Sympathiepunkte beschert. Damit ist aber noch nicht die Frage beantwortet, inwiefern sich die vorherige Free-Control-Version 2.0 von der aktuellen 3.0-Version unterscheidet. Auch hier bezieht Produktmanager Uwe Fischbach gegenüber 'miEI' Position:

Uwe Fischbach
Foto: Kopp
Uwe Fischbach

„Die größten Veränderungen im Vergleich zur Version 2.0 laufen überwiegend im Hintergrund ab. In der Kopp-HomeControl-App wird der tatsächliche Schaltzustand des Aktors angezeigt. Free Control 3.0 arbeitet bidirektional. Die Bidirektionalität hat positive Auswirkungen auf die Batterielaufzeiten der kabellosen Komponenten. So gehen wir beispielsweise bei der Batterie für den Handsender davon aus, dass die Lebensdauer bis zu acht Jahre betragen kann. Insgesamt konnten wir das komplette Handling durch kürzere Schaltzykluszeiten perfektionieren. Jeder Fachhandwerker sollte außerdem wissen: Das Thema Sicherheit genießt bei Free Control hohe Priorität. Die Schaltsignale werden mit einer 128 Bit AES-Verschlüsselung verschickt. AES steht für Advanced Encryption Standard. Es gilt als symmetrisches Verschlüsselungsverfahren, das im Bereich der Datensicherheit weltweite Anerkennung genießt. Hinzu kommt der 'Faktor Betriebssicherheit': Sender und Aktoren sind direkt über den Funk-BUS miteinander verbunden. Das hat den Vorteil, dass das Gebäude auch in dem unwahrscheinlichen Fall eines Software-Fehlers oder einer App-Funktionsstörung funktionsfähig bleibt.“

Technische Details, die vermutlich nicht jedem Fachbetrieb bekannt sind. Davon abgesehen, wird jeder Installateur seine eigenen Erfahrungen gemacht haben, worauf man bei dem Upgrade eines bewährten Systems unbedingt achten sollte. Insofern stellen sich zu Free Control 3.0 weitere Fragen. 'miEI' ist auch diesen Dingen auf den Grund gegangen. Dazu haben wir den Hersteller Kopp mit folgenden weiterführenden Aspekten konfrontiert:  Woran lässt sich erkennen, ob es sich im konkreten Einzelfall bei einem Produkt um eine aktuelle Komponente der Version 3.0 handelt?  Unter welchen Voraussetzungen ist Free Control 2.0 mit der aktuellen 3.0-Version kompatibel?  Ist es prinzipiell möglich, auch solche Komponenten in das System einzubinden, die nicht von Kopp, sondern von anderen Markenherstellern stammen?  Wenn ja, für welche Marken liegt die Zusicherung für eine herstellerübergreifende Kompatibilität vor? – Antworten lesen Sie in Kürze bei 'miEI'!

RA Oliver Blumberg
Chefredakteur
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