Rexel Germany — bundesweit agierendes Kompetenzteam ermutigt Fachhandwerk, die steigende PV-Nachfrage aktiv zu nutzen

05.01.2021
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Ende September 2020 waren in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW Solar) rund 1,95 Millionen Solarstrom-Anlagen mit einer Leistung von 52,7 Megawattpeak (MWp) installiert. Mit dem EEG 2021 setzt der Gesetzgeber insbesondere beim Thema Eigenverbrauch weitere Impulse. Was dies für das installierende Fachhandwerk bedeutet?

Zumindest nichts Schlechtes! Im Windschatten zahlreicher repräsentativer Großprojekte entstanden auch in der Vergangenheit bereits viele Anlagen, bei denen das elektrotechnische Fachhandwerk zum Zuge kam. Die Grenzen verlaufen fließend, nach oben und nach unten. Aus dem Großhandel ist zu hören: Einige Händler haben in den letzten zwölf Monaten doppelt so viele PV-Anlagen verkauft, wie ein Jahr zuvor. Dabei stellt sich zunehmend die Frage: Was ist zu tun, damit möglichst viele Fachbetriebe Zugriff auf rentable PV-Projekte bekommen? Einige Unternehmen sind hier als 'Einzelkämpfer' sehr erfolgreich. Anderen steht es gut zu Gesicht, mit einem verlässlichen Partner zu kooperieren. Kann der Elektrogroßhandel so etwas grundsätzlich leisten? Mit dieser Frage konfrontierte 'markt intern' Elektro-Installation (miEI) zuletzt Rexel Germany.

Nach der Restrukturierung von Hagemeyer Deutschland und der Umfirmierung des Unternehmens tut sich bei Rexel Einiges. Unter den Dächern des einstigen Großhandels Fröschl hat sich zuletzt ein bemerkenswertes Konstrukt herausgebildet: Gemeint ist das PV-Kompetenzteam. Bundesweit stehen dafür mittlerweile 25 PV-Experten zur Verfügung. Ihr Ziel ist es, die stark steigende Nachfrage – gemeinsam mit dem Fachhandwerk – zu bewältigen. Und zwar so, dass man in qualitativer Hinsicht keine Kompromisse eingeht. Aber Moment mal – in weiten Teilen Deutschlands sind doch gar keine Großhandelsniederlassungen von Rexel (mehr) vorhanden. Wie möchte der konzerngebundene Großhändler da – gemeinsam mit dem Fachhandwerk – bundesweit Projekte umsetzen? Auf miEI-Nachfrage berichtet uns dazu Rexel-Geschäftsführer Jens Wehran:

Jens Wehran
© Rexel
Jens Wehran

„Zum einen ist es ja so: Rexel ist derzeit mit seinen Industrie-Centern bundesweit an vielen regionalen Knotenpunkten sehr erfolgreich. Zum anderen haben wir festgestellt: Die unmittelbare regionale Nähe zu einem Projekt ist beim Thema Photovoltaik nicht immer entscheidend. Viele Fachhandwerksbetriebe informieren sich beim Thema PV oftmals ohnehin zunächst online. Dank unserer herausragend organisierten E-Commerce-Konzepte dauert es meistens nur kurze Zeit, bis ein recherchierender Fachbetrieb bei seiner Suche mit unseren vertrieblichen Beratungs- und Dienstleistungsangeboten konfrontiert wird. Entschließt sich der Unternehmer dann, zu uns Kontakt aufzunehmen, setzen wir uns in kürzester Zeit mit dem interessierten Unternehmen in Verbindung. Anfragen nach Preis und Verfügbarkeit bereits definierter Komponenten können wir in kürzester Zeit beantworten. Im Falle einer Bestellung gelingt es uns in der Regel, die benötigten Komponenten innerhalb von 48 Stunden auf die Baustelle zu liefern. Stellt sich heraus, dass der anfragende Fachbetrieb zunächst unsere umfassenden Planungshilfen in Anspruch nehmen möchte, ist auch dies kein Problem. Sobald uns konkrete Unterlagen vorliegen, können die Mitarbeiter unseres Kompetenzteams  mit der Planung beginnen  bei der Komponentenauswahl behilflich sein oder   individuelle Fragen beantworten. Stellt sich heraus, dass eine Vor-Ort-Besichtigung notwendig ist, fahren die Kollegen während der Umsetzung eines Projekts gerne auch mal direkt zur Baustelle. Dort können sie dann vor Ort fast immer weiterhelfen.“

Die PV-Vergütung pro kW/h hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren Schritt für Schritt reduziert. Seit Anfang Januar beträgt die Einspeisevergütung bei Anlagen mit weniger als 10 kWp nur noch 8,16 Cent pro kWh. Für Anlagen < 40 kWp gibt es noch 7,93 Cent pro kWh, größere Anlagen > 40 kWp werden nur noch mit 6,22 Cent vergütet. In Anbetracht derartiger Beträge ist klar: Anlagenbetreiber nehmen die heute gezahlte Einspeisevergütung gerne mit – entscheidend für eine Investition ist aber etwas anderes: Ein möglichst optimaler Eigenverbrauch. Erst eine gute Eigenverbrauchsquote macht eine PV-Investition sinnvoll. Für denjenigen, der bereit ist, seine PV-Anlage beispielsweise mit einer Wärmepumpe oder einem Batteriespeicher zu verknüpfen, kann sich das Ganze am Ende auszahlen. An dieser Stelle sieht beispielsweise Daniel Hannemann, regionaler Rexel-PV-­Experte, großes Potenzial. Nicht nur für das installierende Fachhandwerk, sondern vor allem für eine Zusammenarbeit mit dem Elektrogroßhandel:

Daniel Hannemann
© Rexel
Daniel Hannemann

„Durch die Notwendigkeit, eine PV-Anlage zum Beispiel an einen Batteriespeicher anzubinden, ist für die Umsetzung von PV-Projekten mehr Planungskompetenz gefragt als noch vor einigen Jahren. Zurzeit werden etwa acht von zehn PV-­Anlagen mit einem Batteriespeicher kombiniert. Das 'eine' ­System für alle Anwendungsfälle gibt es nicht. Die Größe eines Batteriespeichers ist immer auf die jeweilige individuelle Verbrauchssituation auszulegen. Jeder einzelne Rexel-Mitarbeiter aus unserem PV-Kompetenzteam hat an unzähligen Projekten mitgewirkt. Die Kollegen wissen meistens schon aus der Erfahrung heraus, welche Fabrikate sich miteinander kombinieren lassen. Bei jeder PV-Investition gilt der Grundsatz: Je höher die Eigenverbrauchsquote, desto rentabler wird die Anlage.“

Ist Photovoltaik in Verbindung mit einem umfassenden Energiemanagement also tatsächlich etwas für Fachbetriebe, die hier bisher noch nicht allzu erfahren sind? Daniel Hannemann sieht die Sache so: „Die erhöhten Planungsanforderungen müssen aus unserer Sicht nicht dazu führen, dass weniger erfahrene Fachbetriebe sich mit dem Geschäftsfeld Photovoltaik gar nicht erst beschäftigen sollten. Unser Anspruch ist es grundsätzlich, dass wir gegenüber unseren Kunden aus dem Fachhandwerk eine 'Gelinggarantie' aussprechen. Daran werden wir uns am Ende eines jeden Projekts immer wieder messen lassen.“

Auch bei der Einbindung von Wärmepumpen oder Ladeinfrastrukturlösungen für Elektromobilitätskonzepte kommuniziert bei weitem nicht jede Komponente mit jedem Wechselrichter. Hier können sich sortimentsübergreifende Produktkenntnisse eines Großhändlers durchaus auszahlen. Ob ein rein auf PV spezialisierter Großhändler eine derart umfassende Beratungskompetenz einbringen kann, dürfte vom konkreten Einzelfall abhängen. Sicher ist es nicht! Hinzu kommt: Wer Module und Wechselrichter verkaufen möchte, muss fast schon zwangsläufig über hinreichende Kenntnisse aus dem Bereich der Gestelltechnik verfügen. Stellvertretend für viele weitere Detailkenntnisse veranschaulicht Daniel Hannemann dies an einem konkreten Beispiel:

„Wer sich für ein Montage-System entscheidet, das für ein konkretes Projekt tatsächlich am besten geeignet ist, erspart sich viel Ärger. Nehmen Sie zum Beispiel den aktuellen Trend, dass bei vielen Gebäuden zunehmend sehr flache Dachziegel zum Einsatz kommen. Die Montage eines Dachhakens wird dadurch nicht einfacher. In der Regel werden diese ja befestigt, indem man zuvor einen handelsüblichen Dachziegel anflext und in ihrer Materialstärke etwas schwächt. So, dass der Ziegel an seiner Unterseite etwas Raum bietet aber dennoch belastbar bleibt. In solchen Fällen ist es hilfreich, für die Befestigung der Dachhaken gleich eine ausreichende Anzahl an Blechersatzziegeln mitzubestellen. Dies vereinfacht zum einen die Montage. Zum anderen sorgen passende Blechersatzziegel dafür, dass eine hundertprozentige Dachdichtigkeit garantiert ist – auch bei Flugschnee oder Starkregen.“

Foto: anatolij_gleb-stock.adobe.com

Viele Fachbetriebe werden über dieses Fachwissen verfügen – keine Frage! Aber hätte der handelnde Installateur im Eifer des Gefechts wirklich daran gedacht? – Fakt ist: Der PV-Markt wird in nächster Zeit weiter wachsen. Erst vor wenigen Wochen brachte Andreas Bett, Vorsitzender des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), das Ganze in einem Interview mit dem Handelsblatt auf den Punkt. In der Ausgabe vom 3. Dezember 2020 erklärte der Experte dort unter anderem:

„Wir sehen ganz generell, dass PV-Strom die billigste Energiebereitstellung ist. Dies gilt auch für Deutschland. Damit ist die Wirtschaftlichkeit für Großanlagen und in unterschiedlichen Geschäftsmodellen gegeben.“ Zugegeben, bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Umgang mit jenen Anlagen, bei denen die Förderung zum Ende des Jahres 2020 ausgelaufen ist, hätte sich manch ein Anlagenbetreiber vom Gesetzgeber wahrscheinlich eine etwas größere Fürsorge gewünscht. Das ändert aber nichts daran, dass die Nachfrage nach neu installierten PV-Anlagen weiterhin steigen wird. Für Fachbetriebe, die davon profitieren möchten, …

… gilt unter anderem:  Überlegen Sie sich genau, unter welchen Voraussetzungen es für Ihren Betrieb sinnvoll sein könnte, sich im PV-Segment zu engagieren  Informieren Sie sich über jene Möglichkeiten, mit denen Sie für Ihre Kunden eine optimale Eigenverbrauchsquote erreichen können  Gehen Sie zusätzlich der Frage nach, ob sich die Rentabilität einer Anlage erhöhen lässt, wenn diese einen Teil des erzeugten Stroms in eine virtuell verfügbare Cloud auslagert  Achten Sie bei Ihrem Zulieferer nicht nur auf Komponenten­preise, sondern auch auf jene Dienstleistungen, die über das bloße Liefern von Ware hinausgehen  Vergleichen Sie die jeweiligen Angebote und behalten Sie dabei stets das jewei­lige Gesamtpaket im Blick  miEI bleibt für Sie dran'!

RA Oliver Blumberg
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