Im Fokus: Sabo

25.02.2021
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3 Fragen an … Fatmir Veselaj, Geschäftsführer Sabo-Maschinenfabrik GmbH, und Peter Nortmann, Vertriebsleiter Sabo

Vergangenen Herbst wurde die Übernahme von Sabo durch Mutares vollzogen. Wie ­bewerten Sie seitdem die Entwicklung des Unternehmens?

Fatmir Veselaj: „Wir sind nun seit sechs Monaten stolze Eigentümerin der Sabo-Maschinenfabrik GmbH und sehen bereits die ersten signifikanten Verbesserungen. Der angestoßene Umbruch braucht allerdings auch viel Energie und Zeit, die alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbringen. Wir sind fest von unserem eingeschlagenen Weg überzeugt und sind positiv für die kommenden Jahre gestimmt. Den Umbruch von Sabo erleben auch unsere Fachhandels­partner und Lieferanten, die uns auf dem Weg sehr unterstützen und das Verständnis aufbringen. Wir sind inzwischen ein kleiner Familien­betrieb, der ambitionierte Ziele hat und den Umbruch mit Erfolg bewerkstelligen wird!“

Fatmir Veselaj, Peter Nortmann (v. l.)
Fatmir Veselaj, Peter Nortmann (v. l.)

In einem Schreiben an Ihre Fachhandelspartner kündigten Sie eine verstärkte Internationalisierung an. Was sind die Hintergründe?

Peter Nortmann: „Im September haben wir die internationale Expansion als eines unserer Kernziele definiert – sechs Monate später haben wir unsere Marktpräsenz international mehr als verdreifacht. Diese enorm gesteigerte Markenpräsenz wird auch die Wahrnehmung im Heimatmarkt beflügeln. Überdies unterstreicht es die Möglichkeiten, die wir als mittelständisches Unternehmen mit unserem neuen Eigentümer Mutares in der schnellen Realisierung unserer Ziele haben.“

Der Markt unterliegt derzeit außerordentlichen Dynamiken. Mit welchen Maßnahmen für Ihre Fachhandelspartner reagieren Sie darauf?

Peter Nortmann: „Durch den anhaltenden Lockdown können unsere Partner im täglichen Geschäft nicht wie gewohnt agieren und Potenziale nicht optimal ausnutzen. Diese verlorene Zeit wollen wir durch zusätzliche Flexibilität und Planungssicherheit gerne kompensieren. Dazu zählt beispielsweise die Verlängerung des Frühbezugszeitraums.“

© Sabo

Vor sechs Monaten übernahm die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares den Fachhandelslieferanten Sabo. Den Traditionsbetrieb in eine neue Ära zu führen, ist kein leichtes Unterfangen. Allerdings kann der auch starke Attribute vorweisen, greift insbesondere auf ein dichtes Fachhandelsnetz zurück. Um das stärkste Asset im Sabo-Portfolio richtig ausspielen zu können, müssen die Handelspartner Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Marke haben. In der heutigen 'Im Fokus'-Beilage geben die Gummersbacher zum Saisonstart einen Ein- und Ausblick in den Stand der Dinge.

Aufbruchstimmung in Zahlen „Sehr ehrgeizige Ziele in Bezug auf Wachstum und Ausführungsgeschwindigkeit“ und die Entschlossenheit, „das Wertpotenzial der Sabo erfolgreich zu realisieren“, gab Johannes Laumann, CIO des Mittelstands-Investors Mutares, bei der Übernahme-Ankündigung Ende Juni 2020 aus. Seit Vollzug der Akquisition zum 1. September ist viel passiert: Geschäftsführer-­Wechsel, Portfolio-Reduzierung, Preisanpassungen, internationales Wachstum, Kostensenkungsmaßnahmen, Personalabbau und – produktseitig – ab März die Einführung einer neuen Handheld-Linie. Die Führungsspitze aus Sabo-Geschäftsführer Fatmir Veselaj und Vertriebs- und Marketingleiter Peter Nortmann zieht eine erste zuversichtliche Bilanz: „Ein kleiner, aber wichtiger Erfolg für das Unternehmen“ ist das im Januar realisierte erste positive Betriebsergebnis auf Monatsbasis seit fünf Jahren, so Fatmir Veselaj. Die Umsatz­entwicklung bis in die ersten beiden Monate des neuen Jahres sei – getrieben durch die insgesamt gestiegene Nachfrage im Gartensegment –, wie auch die Aufträge für die kommenden Monate, zufriedenstellend. Das macht Mut und ist ein wichtiges Signal an den Fachhandel für die Zukunftsfähigkeit der Marke Sabo. Vertriebschef Peter Nortmann resümiert: „In einer durch den Lockdown geprägten Zeit und mit deutlich reduziertem Produktportfolio haben wir seit der Übernahme durch Mutares Monat für Monat die besten Ergebnisse seit vielen Jahren erwirtschaftet.“ Eine klare Teamleistung seitens der Mitarbeiter und Partner. „Ihnen gilt unser herzlicher Dank für ihr Vertrauen und ihren Glauben an die erfolgreiche Zukunft unserer einzigartigen Marke.“

Frühe wirtschaftliche Erfolge sind nicht zu verachten, eine umfassende Restrukturierung ist jedoch nicht innerhalb weniger Wochen getan. Unter dem Aspekt Vertrauensbildung gerade in unsicheren Zeiten kündigt Sabo als weitere Unterstützungsmaßnahme für den Fachhandel ganz aktuell an: Der Frühbezugszeitraum, ursprünglich auslaufend per 28. Februar 2021, wird um weitere vier Wochen bis 31. März verlängert. Die Zahlungskonditionen wurden entsprechend angepasst. Ein gut überlegter Zug, der den Blick unweigerlich auf die Sortimentsstrategie lenkt.


Quartett auf der Hand: Das neue HandheldLine-up zum Saisonstart 2021
© Sabo
Quartett auf der Hand: Das neue HandheldLine-up zum Saisonstart 2021

Sortiments-Nadelöhr, aufgebohrt Angesichts fortschreitender Akku-Technologie und Digitalisierung unterliegt der Markt starken disruptiven Kräften; die Pandemie­lage wirkt als Katalysator. Keine einfache Ausgangssituation: Der Marke Sabo muss neue Vitalität eingehaucht werden, ohne die selbst definierten Alleinstellungsmerkmale – Qualität Made in Germany, technische Perfektion, Fairness im Umgang mit Partnern – zu vernachlässigen. Ausflüge in Sortimente abseits der Mähtechnik waren in der Vergangenheit selten von Erfolg gekrönt, sind aber zur strategischen Markenpositionierung wichtig.

Eine zunächst überschaubare, dafür aber zeitnahe und dem Markenversprechen gerechte Portfolioausweitung ist das Mittel der Wahl. Noch im März bringt Sabo vier Akku-Handgeräte an die Fachhandels-PoS:  Die 3,8 kg leichte Kettensäge CS-25 mit zwei Schwertern in den Längen 25 cm und 35 cm  Der Laubsauger LB-934 mit einer Luftgeschwindigkeit von 209 km/h sowie einer Blaskraft von 934 m³/h  Der Rasentrimmer MS-36 mit variablem Seil/Messer-­System  Die Heckenschere HC-66 mit 66 cm langem, beidseitig geschärftem Schwert und robustem Magnesiumgehäuse. Alle Maschinen laufen mit bürstenlosen 40 V-Motoren und sind mit den bestehenden Akku-­Rasenmähern kompatibel. Um bei Fachhändlern wie Endkunden die Attraktivität des Systems zu erhöhen, werden die Maschinen in flexibel zusammenstellbaren Paketen (Starter, Power und Power Plus) mit unterschiedlichen Akkus und Ladegeräten angeboten. Weitere Produkte sollen zeitnah folgen.

Zwei Segmente sind mit John Deere aus Gummersbach ausgezogen: Robot- und Aufsitzmäher wurden mit der früheren Konzernmutter entwickelt und werden aktuell nicht unter Sabo vertrieben. Rider würden von vielen Fachhändlern weiter­hin angefragt, erklärt Fatmir Veselaj, weshalb dieser Bereich ebenfalls priorisiert behandelt wird: „Die Wiedereinführung des Aufsitzmähers ist für uns ein sehr attraktives Projekt, um unsere Positionierung auf dem Markt zu stärken und auszubauen. Daher arbeiten wir daran, den Aufsitzer in den nächsten zwei Jahren auf den Markt zu bringen und sind zuversichtlich, dies zu realisieren.“ Ähnliches ist auch für ­einen eigenen Mähroboter angedacht. Dieser Warengruppe misst jedoch auch der Wettbewerb eine hohe strategische Bedeu­tung zu. Sabo konnte hier trotz 10-jähriger Präsenz nicht punkten. Mit dem zweiten Anlauf soll es besser klappen: „Der Robot-Mäher ist ein tolles Produkt, das in Zukunft mehr Attraktivität und Marktanteil genießen wird. Wir wissen, dass wir mit unseren begrenzten Ressourcen keinen komplett eigen­entwickelten Robot-Mäher in zwei Jahren auf den Markt bringen werden. Wir arbeiten mit unserem Team und externen Partnern an dem Thema, haben bisher aber noch keine finale Entscheidung getroffen, wann wir den Markteintritt planen.“ Dennoch lautet die angepeilte Zeitmarke: in zwei Jahren!

Unter Strom: Zukunftsperspektiven bei Sabo Dem Markttrend entsprechend werden auch die Gummersbacher dem Batteriebetrieb zukünftig erhöhte Aufmerksamkeit zumessen: „Mein großer Wunsch ist es, sehr zeitnah eine Sabo-einheitliche Akku-Lösung anzubieten und somit die Kompatibilität über alle Produkte sicherzustellen. Auch hier arbeiten wir mit externen Partnern, da sich die Umsetzung einer Sabo-eigenen Lösung nicht rechnet. Wir treiben dies voran und ich freue mich, das weiterentwickelte Angebot in den nächsten Monaten zu präsentieren“, kündigt der Sabo-­Chef an. Wie ehrgeizig die von Mutares-­CIO Laumann vor einem dreiviertel Jahr angekündigten Ziele tatsächlich sind, wird nun greifbar: „Wir wollen im Jahr 2021 um 25 % wachsen und das werden wir mit der Erfahrung aus den ersten sechs Monaten auch schaffen“, führt Veselaj fort. Das soll zum einen über Expansion und Sortimentserweiterungen geschehen, aber eben in erster Linie ­basierend auf bestehenden Strukturen: „Sabo ist eine absolute Traditionsmarke, die herausragende Produkte anbietet und sich in einem Wandel befindet, den es in der Form bei Sabo nicht gab. Wir sehen die ersten Erfolge und fühlen uns mit der neuen Ausrichtung bestätigt. Wir wollen weiterhin wachsen: neue Produkte auf den Markt bringen, neue Märkte erschließen und das Unternehmen wieder groß machen. Es wird ein herausfordernder Weg, den wir nur mit unseren Kolleginnen und Kollegen, Fachhandels-Partnern und Lieferanten gehen können. Dass wir uns in diesen Zeiten unterstützen müssen, ist für uns selbstverständlich.“ – 'markt intern' wird die Wegmarken weiterhin beobachten und begleiten. Wie stehen Sie zum 'neuen alten' Sabo?

Robin Meven M.A.
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