Studie belegt: Einzelhandel ist kein Infektionsherd!

11.02.2021
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Eine erneute Lockdown-Verlängerung bis in den März ist beschlossene Sache – ungeachtet der gravierenden gesellschaft­lichen und wirtschaftlichen Konsequenzen. Die immer neue Verlängerung der gleichen Maßnahmen gibt ein trauriges Zeugnis der Mut- und Ideenlosigkeit der politischen Entscheider, die sich selbst in diese Sackgasse manövriert haben. Dabei belegen mittlerweile unabhängige Studien, dass – anders als in der politischen Argu­mentation ins Feld geführt – im Einzelhandel kein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht. „Bei der Arbeit im Einzelhandel kommt es nicht zu einer erhöhten Infektionsgefährdung durch das SARS-CoV-2-Virus“, lautet das eindeutige Fazit einer gemein­samen Untersuchung der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Demnach infizierten sich im Erhebungszeitraum von Mitte März bis Ende Oktober nur rund 0,6 % der über 330.000 Beschäftigten in den untersuchten Einzelhandelsunternehmen. Der Wert liege sogar unter dem Mittel der entsprechenden Altersgruppe in der Allgemeinbevölkerung und die Ursache der gemeldeten Infektionen habe überwiegend im außerbetrieblichen Bereich gelegen! Auch gebe es keine wesentlichen Unterschiede in den betrachteten Handelsbereichen. Selbst im dauerhaft geöffneten Lebensmitteleinzelhandel sei die Infektionshäufigkeit unauffällig geblieben. Ein Grund dafür liege in den konsequent umgesetzten Hygienekonzepten der Unternehmen, so Dr. Stefan Mayer von der Präventionsabteilung der BGHW.

Die bislang pauschal angeführte Vermutung eines erhöhten Infektionsrisikos aufgrund längerer Kontaktdauern können BGHW und BAuA ebenfalls widerlegen: „Die hohe Anzahl an Kontakten zwischen Beschäftigten und Kundinnen und Kunden legte bislang die Vermutung erhöhter Infektionsrisiken nahe. Epidemiologische Daten aus unterschiedlichen Kontaktszenarien zeigten jedoch, dass kurze Kontaktdauern, wie sie im Einzelhandel typisch sind, im Allgemeinen geringere Infektionsrisiken bergen als längere Kontaktdauern. Die Kontaktdauer von 15 Minuten, die als Grenzwert für Hochrisikokontakte gilt, wird in Abhängigkeit vom regionalen Infektionsgeschehen auch beim Kontakt Beschäftigter mit Infizierten über die Arbeitsschicht nicht unweigerlich erreicht. Sechs bis zehn Minuten summierte Kontaktdauer wurden beispielhaft für Szenarien abgeleitet, die bei lokalen Ausbrüchen auftreten könnten.“ In einer „weiteren, methodisch unabhängigen Analyse von Krankenkassendaten“ sei zudem festgestellt worden, „dass Erkrankungsrisiken für den Einzelhandel insgesamt unauffällig blieben.“

„Der Einzelhandel hat in den vergangenen Monaten bewiesen, dass Pandemiebekämpfung und offene Ladentüren kein Widerspruch sind“, schlussfolgert daraus Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Deutschland (HDE). Er fordert ein sofortiges Umdenken: „Die geschlossenen Handelsunternehmen brauchen schleunigst eine realistische Öffnungsperspektive. Ansonsten werden wir zehntausende Geschäfte verlieren. Der pauschale und flächendeckende Lockdown ganzer Wirtschaftsbereiche muss durch ein intelligentes Konzept zielgenauer und regional differenzierter Einzelmaßnahmen zur wirksamen Viruseindämmung ersetzt werden.“

'mi'-Fazit:  Die Veröffentlichung der Studienergebnisse wie auch die Aussage des HDE-Geschäftsführers erfolgte wohlgemerkt vor den neuerlichen Lockdown-Verschärfungen  ­Obwohl der Studien-Mitherausgeber eine Bundesanstalt mit medizinischer Fachkompetenz ist, wurde diese ganz offensichtlich aus dem politischen Entscheidungsprozess herausgehalten  Die Mitteilung zur Studie finden Sie auf den Seiten der BGHW unter https://t1p.de/bghw-corona-studie Umso wichtiger ist ­daher, dass mittelständische Unternehmer zusammenstehen und sich über alle zur Verfügung stehenden Kanäle Gehör verschaffen  Bereits Mitte Januar startete 'markt intern' daher die Aktion 'ÖFFnEN mit Verantwortung – GESCHLOSSEN gegen Entmündigung!', die aktuell um weitere Bausteine ergänzt wurde  Machen Sie mit und beachten Sie den Kasten!

ÖFFnEN mit Verantwortung — GESCHLOSSEN gegen Entmündigung! Jetzt bei 'mi'-Protestaktion mitmachen

„Für unsere gewerblichen Kunden bieten wir bereits seit langem die Vorbestellung per Telefon oder E-Mail mit kontaktloser Abholung an — das wird gut angenommen. Ähnlich verfahren wir nun mit unseren Einzelhandelskunden: Diese können ihre Ware vorbestellen und außerhalb der Geschäftsräume abholen. Außerdem bieten wir gegen ein kleines Entgelt einen eigenen Lieferservice an. Die Abrechnung erfolgt auch hier per Überweisung. Aber wir möchten unsere Kunden natürlich gern wieder unter Wahrung aller notwendigen Hygieneregeln in unseren Geschäftsräumen empfangen – das können wir doch leisten! Daher setzen wir die Plakate der Aktion an unserem Firmensitz in Friedberg ein.“ Christian Kniess, Friedberger Eisenhandlung Christian Kniess, erläutert am 'mi'-Draht die örtliche Situation im Augsburger Umfeld und wünscht eine Zusendung der Plakatdateien zur Aktion.

Die von 'markt intern' initiierte Aktion 'ÖFFnEN mit Verantwortung — GESCHLOSSEN gegen Entmündigung!' umfasst aktuell neben  zwei Schaufenster-Plakaten  insgesamt drei Musterbriefvorlagen und  einen offenen Brief an die Bundesregierung! Alle Bausteine und weitere Informationen finden Sie unter www.markt-intern.de/corona-­protestaktion Also: Gleich Dateien runterladen, online teilen und/oder ins Schaufenster hängen  Weisen Sie auch Ihre Erfa-Gruppe oder lokalen Marketingverband auf die Aktion hin — Solidarität vor Ort zahlt sich aus!

Robin Meven M.A.
Chefredakteur
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