Die FAIRPLAY-AWARDs: Auszeichnungen für partnerschaftliches Verhalten

Die FAIRPLAY-Aktion (fairplay) findet in der Vergabe von Ehrungen, den FAIRPLAY-Awards, ihren vorläufigen Höhepunkt. Geehrt werden Unternehmen, die sich im Frühjahr 2020 während des Corona-Shutdowns bzw. Lockdowns in besonderer Weise um stationäre Fachgeschäfte und Dienstleister vor Ort verdient gemacht haben. Das können Marken-Lieferanten oder Kooperationen sein, aber auch Händler oder Händler/Hersteller-Partnerschaften sowie vergleichbare Gruppen.

Da es sich um eine ideelle Aktion handelt, ist der Award nicht mit einem Geldbetrag dotiert.

 

  • Urkunden mit der Unterschrift von Wolfgang Thierse, Schirmherr der FAIRPLAY-Aktion

    Die Geehrten erhalten eine Trophäe sowie eine individuelle Urkunde, die vom Schirmherrn der Aktion, Dr. h.c. Wolfgang Thierse, sowie von der jeweiligen 'mi'-Chefredaktion unterzeichnet wird. Der Präsident des Deutschen Bundestages a. D. hatte im Frühjahr die Schirmherrschaft der Aktion 'FAIRPLAY – für Handelsvielfalt vor Ort ' übernommen und an die Solidarität mit kleinen und mittelgroßen Fachgeschäften appelliert: „Wie vielfältig und bunt unsere Städte und unser Leben sein werden, das hängt jetzt von unserem Verhalten ab.“

     


  • G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG / Hohenlockstedt

    Pohl-Boskamp ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein, das nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel, beispielsweise gegen Erkältung (Gelomyrtol, Gelorevoice) oder Läusebefall (Nyda), herstellt.

    Das Unternehmen entschloss sich in einer frühen Phase der Pandemie, noch vor dem ersten Lockdown, seine Geschäftspartner dadurch zu unterstützen, dass es Schutzscheiben herstellen ließ, die als Abtrennung zum Schutz von Kunden und Verkaufspersonal am und auf dem Verkaufstisch angebracht werden konnten. Die Resonanz war so groß, dass Pohl-Boskamp über 12.000 Schutzscheiben an rund 4.000 Apotheken verteilen konnte. Das Unternehmen wickelte Lieferung und Montage über sein Marketing- und Vertriebsteam ab, so dass für die Apotheken weder Kosten noch zusätzlicher Aufwand entstanden. Jede Apotheke konnte bis zu drei Scheiben bestellen. Das Unternehmen verstand sein Engagement als Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise.

    Zum Hintergrund der Aktion ist anzumerken, dass Apotheken keineswegs, wie man auf den ersten Blick meinen könnte, von vorne herein zu den Gewinnern der Pandemie zählten. Zwar blieben im Frühjahr 2020 die Apotheken im Gegensatz zu vielen anderen Geschäften geöffnet. Dahinter stand aber die sogenannte Betriebspflicht. Denn nach der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sind Apotheken „zur ständigen Dienstbereitschaft verpflichtet“. Nur in der Zeit zwischen 18.30 und 8 Uhr sind sie davon befreit, ebenso wie samstags ab 14 Uhr, an Sonn- und Feiertagen sowie an Heiligabend und Silvester. Für diese Zeiten gibt es einen Nacht- und Notdienst. Auch muss in einer Lockdown-Phase trotz niedriger Kundenfrequenz das Personal vorgehalten werden. Durch die Abstandsregeln kommt es zu längeren Verweilzeiten, auch dauern die Gespräche bei der Beratung, gerade bei Fragen zu Covid-19, länger. Zudem stellten viele Apotheken auf einen Zwei-Schicht-Betrieb um, damit die Arzneimittelversorgung auch sichergestellt ist, wenn ein Teammitglied positiv getestet wird. Gerade kleinere Apotheken mit wenig Personal waren besonders zu Anfang der Kontaktbeschränkungen stark gefordert. Allgemein wird von Apotheken im Umgang mit den Abstands- und Hygieneregeln ein nicht nur konsequenter, sondern geradezu vorbildlicher Gesundheits- und Arbeitsstättenschutz gepflegt.

     


     

    Miele Hausgeräte KG / Gütersloh

    Der Elektrohausgeräte-Hersteller Miele hat während des Lockdowns viel Feingespür dafür bewiesen, wie man den Fachhandel unterstützen kann. So baute Miele ein bereits bestehendes digitales Schulungsprogramm für den Fachhandel im Zuge der Pandemie aus bzw. passte es an, beispielsweise indem aus Präsenz-Seminaren Online-Schulungen gemacht wurden. Darüber hinaus unterstützte Miele seine Fachhandelspartner durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. In der Phase des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 wies das Unternehmen Verbraucher darauf hin, dass der Verkauf von Elektrogeräten ebenso wie Beratungen und Reparaturen über die Service-Techniker weiterhin möglich waren.

    Hinzu kamen weitere gezielte Maßnahmen wie die zuverlässige Information des Handels über Produktneuheiten, nachdem eine eigentlich geplante Roadshow pandemiebedingt abgesagt werden musste, sowie abverkaufsunterstützende Maßnahmen im Fachhandel wie etwa eine Cashback-Aktion unmittelbar nach Beendigung der ersten Lockdown-Phase. Miele nutzte die Pandemie auch nicht dazu aus, um einen Direktvertrieb in Konkurrenz zum Fachhandel auszubauen, sondern blieb beim Konzept, die Auslieferung online bestellter Geräte durch den Fachhandel vornehmen zu lassen. Dieser erhält dafür eine angemessene Vergütung. Das Modell bewährte sich in der Pandemie.

     


     

    Wertgarantie / Hannover

    Das Unternehmen Wertgarantie ist ein Spezialversicherer, der Garantieleistungen in den Bereichen Konsumelektronik, Haushaltsgeräte, Fahrräder, E-Bikes und E-Scooter, Hörgeräte und Hausleitungen anbietet. Die Wertgarantie arbeitet mit rund 7.000 Fachhandelspartnern zusammen.

    ©Wertgarantie
    v. l. Thilo Dröge, Wertgarantie-Vertriebsleiter, Lorenz Huck, Patrick Döring, Wertgarantie-Vorstandsvorsitzender

    Unmittelbar nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 erstellte das Unternehmen ein Online-Schulungsformat, das unter dem Titel 'Verkaufen in Zeiten geschlossener Geschäfte' stand und an dem alle Partner teilnehmen konnten. Die Webinare richteten sich an Unternehmer, Marktleiter sowie Abteilungsleiter im Handel. Ferner baute der Technikversicherer zur Betreuung der Fachhandelspartner sein Team aus, um unter Pandemiebedingungen erreichbar zu bleiben. Nachdem im Frühjahr 2020 wichtige Messen abgesagt worden waren, bot Wertgarantie für die Mitglieder der betroffenen Verbände kurzfristig mehrere Webinare als Ersatz für die weggefallenen Partnergespräche vor Ort an.

     

     

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Elektro-Fachhandel'

     


     

     

    NOCH GmbH & Co. KG / Wangen i.A.

    Die Modellbahnmarke NOCH aus dem schwäbischen Wangen im Allgäu hat frühzeitig Maßnahmen ergriffen, um den Modellbahn-Fachhändlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die von Lockdown-Maßnahmen betroffen waren, unter die Arme zu greifen.

    FAIRPLAY-Award-Gewinner NOCH mit den Geschäftsführern

    Bereits Anfang April 2020 stellte NOCH seinen Partnern einen Aktions-Leitfaden mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Verfügung. Parallel wurde das bereits vor der Pandemie bestehende NOCH-Händlerportal ausgebaut, indem ein Verkaufen von Gutscheinen leichtgemacht und die Kundenunterstützung auf den Social-Media-Kanälen verstärkt wurden. NOCH gab außerdem Hilfestellungen bei der Überarbeitung der Online-Auftritte von Fachhändlern. Ferner unterstützte das Unternehmen die Händler mit der Benefiz-Aktion 'Support your local NOCH-Dealer', bei der Endkunden einen Rabattcode eingeben konnten, der zu Gutschriften auf den Konten der Händler führte. Die Bewerbung dieser Shopaktivität erfolgte mit einem begleitenden Marketing auf Instagram, YouTube und Facebook sowie im NOCH-Newsletter. Auch die Wiedereröffnung der Geschäfte im Sommer 2020 wurde durch NOCH entsprechend unterstützt.

     

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Spielwaren/Modellbau/Kreativ'

     


     

    Mephisto / Sarrebourg

    Der Qualitätsmarkenschuh-Anbieter Mephisto hat sich in der Phase der Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen im Frühjahr und Sommer 2020 gegenüber Sport-, Schuh- und Outdoor-Spezialisten durch partnerschaftliche Aktivitäten besonders hervorgetan.

    So haben Mephisto-Fachhändler eine zusätzliche Valuta auf die Erstorder für Schuhe der Saison Herbst/Winter 2020 bekommen. Das Nachlieferprogramm wurde nicht aus Kostengründen reduziert. Die Vertriebspartner erhielten im Vorfeld der Ordern ein Lookbook der neuen Kollektion für Frühjahr/Sommer 2021, um sich besser auf die Dispositionen vorbereiten zu können. In der Lockdown-Phase wurden die Warenauslieferungen unverzüglich gestoppt. Mephisto gab ferner eine zusätzliche 30-tägige Valuta auf offene Rechnungen und Aufträge der Saison Frühjahr/Sommer 2020. Der Service war während der Zwangsschließungszeit nicht eingeschränkt. Sämtliche Marken-, Service- und Logistikdienstleistungen wurden aufrechterhalten.

     


     

    Michael Pachleitner Group / Graz

    Die Michael Pachleitner Group aus Graz (Österreich) ist ein Hersteller von Brillenfassungen und Brillengläsern. Das Unternehmen handelte besonders professionell und partnerschaftlich, als es im Frühjahr 2020 zu den ersten Kontaktbeschränkungen und Lockdown-Maßnahmen kam.

    So informierte die Michael Pachleitner Group ihre Vertriebspartner frühzeitig per Newsletter und wies auf besondere Serviceleistungen hin. Dabei blieben die Mitarbeiter für die Augenoptik-Partner telefonisch, für Bestellungen und im Logistikcenter erreichbar, so dass Bestellungen, Reklamationen und andere Anliegen unverzüglich und unkompliziert behandelt und gelöst werden konnten. Das Unternehmen zeigte sich ferner kulant bei pandemiebedingt eingetretenem Zahlungsverzug. Auf Wunsch wurden Zahlungsverpflichtungen für Geschäftspartner im Rahmen bestehender Systemverträge ausgesetzt oder es wurden Zahlungsziele flexibel verlängert. Des weiteren führte die Michael Pachleitner Group eine Sparte „Healthcare“ ein und belieferte die Optiker, deren Mitarbeiter und deren Kunden mit Masken, Schutzbrillen und Visieren.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Augenoptik/Optometrie'

     


     

    „Team Bocholt“ / Bocholt

    Mit „Team Bocholt“ wird ein Trio ausgezeichnet, das aus der Wirtschaftsförderung- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt, der Werbegemeinschaft Bocholt und der Stadt Bocholt besteht.

    Ausgehend von einer Anregung der Werbegemeinschaft und des Stadtmarketing, entschied sich die Stadt Bocholt im Juni 2020, den lokalen Handel zu unterstützen, indem sie die Ausgabe von 200,-Euro-Gutscheinen an Endverbraucher mit 20% bezuschusste. Weitere 5% wurden durch die Akzeptanzstellen bezuschusst, bei denen es sich um lokale Unternehmen handelte. Der städtische Zuschuss belief sich auf 1 Mio. Euro. Insgesamt konnten auf diese Weise 5 Mio. Euro Umsatz für den lokalen Handel erreicht werden.

    Mit der Maßnahme gelang es, dem örtlichen Einzelhandel in einer Notsituation umsatzsteigernd unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig wurde auf moderne Weise Werbung für das Einkaufen vor Ort gemacht.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Foto-Fachhandel & -Studio'

  • Rudolf Flume Technik GmbH/Essen

    Die Rudolf Flume Technik GmbH ist eine Großhandlung für Uhren- und Schmuckersatzteile und Werkzeuge für Uhrmacher und Goldschmiede. Die Zeit des Shutdowns zu nutzen, war eines der Hauptthemen in der Kommunikation von Flume mit seinen Partnern. Das Unternehmen plädierte schon frühzeitig dafür, den Kontakt zu den Kunden nicht einschlafen zu lassen, sondern zu intensivieren. Flume wies darauf hin, dass sich Freiräume für kreative Ideen eröffnen, die die Händler zu neuen Techniken, Produkten und Technologien führen könnten – entsprechende Weiterbildungen sowie Korrekturen der eigenen Ausrichtung eingeschlossen.

    v. l.: Thomas Krükkert, Gesa Hufmann, Sandra Kinder

    Damit die Händler ihre Maschinen auf Vordermann bringen und sich fortbilden lassen konnten, standen ihnen bei Flume ununterbrochen Außendienst- und Innendienst-Mitarbeiter zur Verfügung. Auch Vor-Ort Besuche waren durchgängig möglich, um wichtige Reparaturen und Wartungsarbeiten an Maschinen wie Laser- und Schweißgeräten vorzunehmen. Für Händler, die persönliche Kontakte meiden wollten, stand das Außendienstteam über Teamviewer, Facetime oder Webcam zur Verfügung und führte Fernschulungen durch.

    Flume brachte sehr frühzeitig eine Reihe von Hygiene- und Schutzprodukten auf den Markt, die sich für den Verkaufsraum, die Werkstatt und das Büro eigneten, um den Kunden eine höhere Sicherheit bieten zu können, etwa Spuckblocker aus Acrylglas für die Verkaufstheke, Desinfektionsmittel, Reinigungstücher, Luftreinigungsfilter, Handschuhe und Mundschutzmasken. Das Portfolio wurde regelmäßig der Situation angepasst.

    Darüber hinaus etablierte Flume ein besonderes Leasingprogramm, das beim Kauf größerer Geräte und Maschinen eine Ratenfreiheit bis zum 1.1.2021 einräumte. So konnten Juweliere nach dem Motto 'Jetzt investieren, später zahlen‘ ihr Service-Portfolio in der Shutdownphase ausbauen.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Uhren & Schmuck'

     


     

    SÜMO eG/Neu-Ulm

    Im Bereich Motoristik war Fachhändlern mit Inkrafttreten der Bund-Länder-Vereinbarungen sowohl durch den Werkstattbetrieb wie auch aufgrund der Stellung als Großhändler grundsätzlich eine Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs möglich. Allerdings unterschieden sich dahingehend nicht nur die Erlasse der jeweiligen Landesregierungen, die endgültige Entscheidung zur konkreten Umsetzung oblag den lokalen Behörden.

    Die SÜMO hat sich in dieser unübersichtlichen Anfangsphase der Pandemie ab Mitte März dadurch hervorgetan, dass Sie sich intensiv bemühte, ihre Mitglieder zielgerichtet über die jeweils aktuellen behördlichen Vorgaben etc. zu informieren, wo möglich bis in einzelne Landkreise hinein. Dazu korrespondierten die Verantwortlichen u.a. mit Landesbehörden, aber auch Ordnungs- und Gewerbeämtern. Des Weiteren bemühten sie sich umgehend um die Informationsbeschaffung u.a. zu Maßnahmen und Unterstützung zur Kostensenkung (z.B. durch Kurzarbeit), Liquiditätszufuhr (z.B. erleichterter Zugang zu Darlehen) und Fördergeldern.

    Nicht zuletzt suchten sie umgehend nach Eintreten der ersten (bayerischen) Allgemeinverfügung die Unterstützung der Öffentlichkeit mit dem Ziel, alle Kräfte zu bündeln, um die Branche maximal zu unterstützen.
     
    Dieser Einsatz wurde auch von Mitgliedern der SÜMO gegenüber der 'mi'-Redaktion ‚Eisenwaren/Werkzeuge/Garten‘ ausdrücklich gelobt.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Eisenwaren/Werkzeuge/Garten'

     


     

    Weber Küchen/Gifhorn

    Das Unternehmen Weber Küchen aus Gifhorn – Inhaber ist Friedrich Weber – verkauft inzwischen einen Großteil seiner Küchen über das Internet. Verantwortlich für den Online-Verkauf ist der Sohn des Inhabers, Jonathan Weber. Weber Küchen erzielt inzwischen einen bedeutenden Teil seines Umsatzes über die Online-Beratung. Da es um den Verkauf und die Beratung von hochwertigen, individuellen Küchen geht, ist dies nur möglich, wenn die Kompetenz und der Service eines Küchenspezialisten vor Ort mit einem gut funktionierenden Küchenplanungs-Programm einhergehen. Jonathan Weber war bereit, im Angesicht der Coronakrise seine Erfahrungen mit diesem Verkaufsinstrument an seine mittelständischen Kollegen weiterzugeben und diese damit zu unterstützen. Der Küchenhersteller Ballerina griff das Angebot auf, so dass es am 30.03.2020 zu dem Webinar 'Online- Verkauf – insbesondere für hochwertige Küchen' kam, an dem 100 Fachhändler teilnahmen.  

    In dem Webinar wurde den Kollegen präzise erläutert, wie sie die Beratung und den Verkauf online mit ihren Kunden optimieren können. Das Küchenplanungs-Programm wurde dabei so detailliert vorgestellt, dass die Kollegen es unverzüglich einsetzen konnten.

    Nach Auffassung der Redaktion „Möbel-Fachhandel“ ist die von Ballerina und Weber Küchen gemeinsam angebotene Info-Veranstaltung nicht nur als voller Erfolg zu werten, sondern auch wegen der dabei praktizierten Kollegialität vorbildlich. Von den Teilnehmern wurde dies ähnlich bewertet. Über Details berichtete die Redaktion in der Ausgabe Mö 16/20.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Möbel-Fachhandel'

     


     

    GN Hearing GmbH/Münster

    v. l.: Carsten Schmitt, Olaf Weber, Jochen Meuser

    Das Unternehmen GN Hearing ist Hersteller von Hörgeräten und vertreibt u.a. die Marke ReSound. Auch wenn Hörakustiker nicht von einer totalen Betriebsschließung betroffen waren, beutelte Corona die Branche. Viele Kunden gehörten aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe und schreckten davor zurück, in die Öffentlichkeit zu gehen. In dieser schwierigen Phase baute GN Hearing die Möglichkeit der Fernanpassung aus. Dabei wird die Einstellung von Hörgeräten über Distanz vorgenommen. Das Unternehmen ermöglichte für ReSound Hörgeräte eine Fern-Feinanpassung per Video-Anruf. Durch diese zusätzliche Funktion konnten Hörgeräteakustiker das Hörgerät auch in Augenschein nehmen. Damit ist GN zwar nicht Pionier, zeigte aber Gespür für den richtigen Moment. Das Unternehmen warb auch gezielt gegenüber Endverbrauchern für die neue Möglichkeit vor dem Hintergrund der Coronakrise.

    In der Re-Start-Phase erweiterte GN sein Angebot individualisierbarer YouTube Videoanzeigen für lokale Hörakustiker. Die Clips werben mit einem Augenzwinkern für gutes Hören vom lokalen Hörakustiker.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Hörgeräteakustik'

     


     

    Amigo Spiel + Freizeit GmbH/Dietzenbach

    Die Spiele und Kreativ-Marke aus Dietzenbach südlich von Frankfurt hat überdurchschnittlich viel für die Fachhändler in der Covid-Zeit geleistet.

    März/April: Als der COVID-19 Shut-down angeordnet wurde, hat Amigo den Handel vor Chaos bewahrt und Lieferungen gestoppt. Bereits ausgestellte Rechnungen wurden um zusätzliche 30 Tage valutiert. Zusätzlich zur großzügigen Valutaregelung gab es besondere Zahlungsmodalitäten sowie eine umfassende Marketingunterstützung. Parallel dazu hat der Außendienst mit den Kunden individuell mit den Handelspartnern die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs abgestimmt, so dass es eine geregeltes “Runterfahren” und wieder “Hochfahren” mit Amigo gegeben hat. Dies passierte simultan mit Beratung und Unterstützung sowie mit Materialien. Die Händler erhielten Unterstützung in Form von verschiedenen Online-Materialien wie Grafiken oder Listung von Händlern mit Lieferdiensten auf der Amigo Webseite, um ihre Dienste online zu verbreiten und darauf hinzuweisen. Es gab Social Media-Support mit Materialien und Publikationen und Einbindung auf die Amigo-Website, auf der Händler, die Lieferdienste anbieten, aufgeführt wurden. Im Juni kam es zur Auslieferung des kostenlosen LAMAHilfspakets – damit die über den Außendienst abgestimmten Fachhändler die Sicherheits- und Hygienerichtlinien einfacher umsetzen konnten – mit Stoffmasken, Desinfektionsmitteln, kostenlosen Postkarten, Kartenspielen sowie Puzzle-Tins zu Frozen und Freiexemplaren des Kartenspiels LAMA. Außerdem wurden kontinuierlich kostenlose Aktionspakete angeboten, die sowohl im Geschäft als auch zur Auslieferung oder beim Abholen von Bestellungen verwendet werden konnten. Der Amigo Außendienst hat mit seinen Kunden regelmäßig und sehr individuell telefoniert, um gezielt auf die konkreten Probleme des einzelnen Händlers einzugehen.

    Fazit der Redaktion: Amigo hat in besonderer Art und Weise mit Kreativität, Flexibilität und individueller Abstimmung mit den Spiele-Fachhändlern auf deren kaufmännische Bedürfnisse und Nöte reagiert. Dabei ist die Partnerschaft besonders gut in Form des LAMA Hilfspakets dokumentiert, das in dieser Form in der Branche einzigartig ist. Das Engagement von Amigo verdient daher eine besondere Würdigung.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Spielwaren/Modellbau/Kreativ'

     


     

    IGA OPTIC/Datteln

    Die Kooperation aus der Augenoptik-Branche half den von der Coronakrise getroffenen Augenoptikern durch herausragende Leistungen für Mitgliedsunternehmen. Dazu zählten die unkonventionelle Ausschüttung einer höheren Warenrückvergütung als im Vorjahr, die Bereitstellung von umfangreichen aktuellen Informationen und Links im Intranet (von Steuertipps über Kurzarbeit bis hin zu Hinweisen zu Corona-Soforthilfeprogrammen) sowie speziell angepasste Werbe- und Marketingmaßnahmen wie etwa die Videokampagne „Ein Auge füreinander“, die zum Zusammenhalt aufrief und den Traffic in den Sozialen Medien erhöhte.

    Parallel sorgte die hauseigene Werbeagentur dafür, dass die Mitglieder-Websites aktuelle Öffnungsinformationen bekamen, unterstützte die Mitglieder mit unterschiedlichen Werbungen und traf rechtzeitige Vorbereitungen für die Öffnung der Geschäfte im April, insbesondere durch die Bereitstellung von Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Schutzwänden für die Mitgliedsbetriebe.

    Der Partner von IGA OPTIC, die Cronbank, half den Optikern bei den entsprechenden Anträgen für KfW-Unternehmenskredite. Durch die IGA OPTIC wurde zu diesem Zweck ein spezielles Liquiditäts-Berechnungstool entwickelt, mit dem die Mitglieder verschiedene Szenarien durchspielen konnten, um den tatsächlichen Liquiditätsbedarf zu ermitteln und frühzeitig handeln und gegenlenken zu können. Die Mitarbeiter der IGA OPTIC waren nicht nur persönlich ansprechbar, sondern leisteten auch Hilfestellung bei/zu schwierigen Details und zahlreichen Einzelfragen.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Augenoptik/Optometrie'

    Video IGA OPTIC der Fairplay-Award-Übergabe

     


     

    Adolf Riedl GmbH & Co. KG/Bayreuth

    Der Qualitätsanbieter für Bademoden mit den Marken Sunflair, Opera, Olympia, Sunmarin und Wavebreaker unterstützte seine Fachhandelspartner mit außergewöhnlichen Aktionen. Zu den Bausteinen der seit April stattfindenden Unterstützungsaktionen gehörten Kommunikations- und Marketingleistungen (z.B. über Facebook und Instagram; Posterservice, Bilder und Anzeigen). Besonders hervorzuheben sind die Förderung eines Gewinnspiels durch die Zusendung von fünf kostenlosen Artikeln sowie die Vorlage einer Maxi-Postkarte zum Download, die Fachhändler mit ihrem Firmenlogo, ihrer Adresse und den Öffnungszeiten ergänzen und an bis zu 5.000 Kunden verschicken konnten. Riedl übernahm die Kosten einschließlich Porto.

    Riedl passte außerdem seine Zahlungskonditionen und Lieferungen an die individuellen Bedürfnisse der Fachhändler an.

    Darüber hinaus stellte das Unternehmen seinen Fachhandelspartnern frühzeitig Mund-/Nasenmasken zur Verfügung und baute den Storelocator auf der Webseite mit den weiteren Funktionen „Gutschein“ und „Lieferservice“ aus.

    Gegenüber der Redaktion 'in motion — Sport- plus Schuh-Handel' lobten viele Händler der Adolf Riedl GmbH diese Unterstützung, die gerne angenommen wurde. Dabei wurden Händler auch motiviert, ihre Stammkundendatei auf den aktuellen Stand zu bringen.

     


     

    Ballerina Küchen/Rödinghausen

    Das Unternehmen Ballerina Küchen hat in der Zeit des Corona-Shutdowns, als die Verkaufsräume im Küchenmöbelbereich geschlossen waren, ein wirksames Instrument gefunden, um es Fachhändlern im Wege einer Online-Schulung zu ermöglichen, ihren stationären Verkauf beratungsstark weiterzuführen bzw. auszubauen. Gemeinsam mit dem Küchenfachhändler Weber Küchen aus Gifhorn wurde ein ca. einstündiges Webinar eigens für Fachhandelspartner konzipiert und durchgeführt. In dem Webinar wurde den Kollegen detailliert erläutert, wie sie die Beratung und den Verkauf online mit ihren Kunden optimieren können. Das Webinar, das am 30.3.2020 stattfand, hatte die Vorstellung eines Küchenplanungs-Programms zum Inhalt, das den Kollegen nahegebracht wurde. Dabei gelang es dem Referenten, seinen Kollegen die anspruchsvolle Materie praxisnah zu erklären. Er begeisterte sie dafür, das Beratungs- und Verkaufstool intensiv und erfolgreich zu nutzen.

    Nach Auffassung der Redaktion „Möbel-Fachhandel“ ist die von Ballerina und Weber Küchen gemeinsam angebotene Info-Veranstaltung nicht nur als voller Erfolg zu werten, sondern auch wegen der dabei praktizierten Kollegialität vorbildlich. Von den Teilnehmern wurde dies ähnlich bewertet. Über Details berichtete die Redaktion in der Ausgabe Mö 16/20.

    Mehr zur Auszeichnung in der 'mi'-Ausgabe 'Möbel-Fachhandel'

  • Die Jury

    Der FAIRPLAY-Award wird als Anerkennung für eine partnerschaftliche Unterstützung durch die jeweilige 'markt intern'- Fachredaktion nach Prüfung durch eine Jury vergeben, die sich aus Experten im Bereich des lokalen Handels und Handwerks zusammensetzt. Durch den Jury-Entscheid wird die Unabhängigkeit dokumentiert.

     

    Das Verfahren

    Die jeweilige 'mi'-Chefredaktion leitet einen oder mehrere Vorschläge zu möglichen FAIRPLAY-Award-Preisträgern aus ihrer Branche an das Justiziariat des 'markt intern‘ Verlages weiter. Von dort werden die mit Begründungen versehenen Vorschläge an die Jury weitergegeben. Aufgabe der Jury-Mitglieder ist es, die Nominierungen im Hinblick auf Plausibilität und Auszeichnungswürdigkeit zu bewerten. Die Mitglieder der Jury votieren mit Ja oder Nein, wobei das Nein kategorisch (als Veto) oder relativ (überstimmbar) ausfallen kann. Als positiv bewertet und damit auszeichnungswürdig gelten alle Nominierungen, die kein mehrheitliches (überstimmbares) Nein und kein Veto erhalten haben.

    In einer ersten Nominierungs- und Bewertungsrunde, die im August 2020 stattfand, wurden von den Redaktionen des 'markt intern‘ Verlages acht Unternehmen für einen FAIRPLAY-Award vorgeschlagen.


     

     

    Frau Dr. Claudia Ossola-Haring

    Professorin der SRH Hochschule Heidelberg, einer der ältesten und größten privaten Hochschulen Deutschlands. Sie leitet dort den M.A.-Studiengang Internationales Mittelstandsmanagement. Hochschule Heidelberg


     

    Herr Horst Garbrecht

    COOE Koki Holdings. metabo


     

    Herr Marc Eisinger

    Gründer und Geschäftsführer des Charity-Shopping-Portals 'Kauft-Lokal' (''Kauft-Lokal'), mit dem auf lokaler Ebene inhabergeführte Geschäfte gefördert werden.


     

    Herr Lorenz Huck

    Maßgebliche Mitentwicklung der Fairplay-Aktion sowie Vertretung der Geschäftsführung des 'markt intern'-Tochterunternehmens mi+ consulting. mi-plus


     

    Herr Marko Schucht

    Maßgebliche Mitentwicklung der Fairplay-Aktion sowie Vertretung der Geschäftsführung des 'markt intern'-Tochterunternehmens mi+ consulting. mi-plus


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