Zentralverband des Handwerks (ZDH) kämpft gegen Einschränkung der steuerlichen Absetzbarkeit der Handwerkerleistungen

ZDH-Sprecher Alexander Legowski
ZDH-Sprecher Alexander Legowski

Ein typisch deutsches Politgeschacher spielt sich aktuell bei der steuerlichen Absetzbarkeit der Handwerkerleistungen ab. Um den selbstgesteckten Klimaschutzzielen zu entsprechen, deren Einhaltung aufgrund der Absurditäten der Energiewende (mehr Kohleverstromung denn je) in Gefahr zu geraten droht, hat die Bundesregierung ihren Nationalen Aktionsplan Klimaschutz 2020 beschlossen. Der enthält zur Reduzierung des CO₂-Ausstosses auch eine steuerliche Förderung der umstrittenen energetischen Gebäudesanierung. Eine Milliarde Euro jährlich sollen dafür ab 2015 für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung gestellt werden. Da die Bundesregierung, allen voran der Bundesfinanzminister, aber zugleich ihre berühmte Schwarze Null um jeden Preis erreichen und beibehalten will, müssen diese zusätzlichen Mittel an anderer Stelle eingespart werden. Kurioserweise ist dabei die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen in den Blick geraten. Diese Regelung wurde eingeführt, um die Schwarzarbeit einzuschränken. Aufgrund der hohen Lohnnebenkosten gehört Schwarzarbeit bei privaten Auftraggebern gerade im häuslichen Umfeld zu einer weit verbreiteten Übung. Warum dies aufgrund steuerlicher Förderung der Gebäudedämmung nicht mehr gelten soll, erschließt sich allenfalls gestählten Politprofis. Zyniker verweisen darauf, es sei doch nur gerecht, eine steuerliche Förderung für Handwerkerleistungen (um solche handelt es sich bei der Gebäudedämmung am Ende eben auch) durch Abbau einer steuerlichen Förderung für Handwerkerleistungen gegenzufinanzieren (das Zauberwort aller Finanzpolitiker). 

Das Handwerk ist jedoch nicht bereit, diese politischen Taschenspielertricks ohne weiteres mitzumachen. ZDH-Sprecher Alexander Legowski erläutert gegenüber markt intern die Haltung des ZDH. Er stellt fest, eine Verknüpfung zwischen den Instrumenten des Steuerbonus auf Handwerkerleistungen und der steuerlichen Förderung der Energieeffizienz stelle bisher nur die Politik her: „Der ZDH hält das bestehende Instrument des Steuerbonus für sehr erfolgreich und unverzichtbar im Kampf gegen Schwarzarbeit.“ Der ZDH hält das geplante Instrument der Förderung der Energieeffizienz durchaus für notwendig, betont jedoch: „Eine abschließende Vereinbarung darüber zwischen Bundesrat und Bundestag ist noch nicht absehbar. Im Rahmen der Verhandlungen über eine mögliche Ausgestaltung würden auch Gespräche über eine eventuelle Gegenfinanzierung beginnen können. Insbesondere ist erst dann ein eventuelles Gegenfinanzierungsvolumen absehbar.“

Legowski verweist darauf, eine Reform des Instrumentes des Steuerbonus sei in der Vergangenheit mehrfach gefordert worden: „Stein des Anstoßes war zum einen, dass gesetzlich verpflichtende Leistungen angesetzt werden konnten. Dies ist bereits durch eine einschränkende Neufassung der Verwaltungsverlautbarung abgestellt worden. Zum anderen wurde der Bürokratieaufwand der Finanzbehörden bei der Anerkennung von Kleinbeträgen beklagt. Der ZDH hat sich hier schon in der vergangenen Legislaturperiode konstruktiven Gesprächen gestellt. Bund und Ländern geht es aktuell offenbar um möglichst hohe Einsparungen, um diese an anderer Stelle zu verwenden.“ Bei aller Kompromissbereitschaft ist aber für den ZDH klar: „Das Handwerk lehnt es ab, den einen Vorteil für Verbraucher gegen einen anderen auszuspielen. Zumal die steuerliche Anreizförderung für Energieeffizienz nur zu einem Teil auch das Geschäft des Handwerks belebt, Anlagenbauer oder Dämmstoffhersteller profitieren ebenso von mehr Aufträgen.“ Zudem, so der ZDH, habe sich mit der CSU ein Koalitionspartner gegen die Kürzung der steuerlichen Absetzbarkeit der Handwerkerleistung ausgesprochen. Uns allen, vor allem auch der CSU, ist zu wünschen, dass sie sich am Ende damit durchsetzt. Könnte sie sich doch in diesem Fall des Beifalls der ganz überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung sicher sein.