Magasin Traditionnel

Urkundenübergabe an Maria und Gerd Pankert (2. und 3. von links)

'markt intern'-Traditionsgeschäft goes Europe

 

Jedes ’mi’-1a-Fachgeschäft, jedes ’mi’-Traditionsgeschäft, das der ’markt intern’-Verlag in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, ist auf seine Art etwas Besonderes. Das verwundert nicht, denn jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte, seine eigene Ausrichtung, seinen eigenen Service, mit dem der Kunde, der Beratungsleistung und Servicequalität noch zu schätzen weiß, angesprochen wird. Nichtsdestotrotz gibt es Anlässe, die fallen aus dem Üblichen heraus. Anfang Dezember 2009 war ein solch besonderer Anlaß für das ’mi’-Traditionsgeschäft gegeben, und der Umstand, der die ganze Sache so außergewöhnlich machte, liegt letztlich darin begründet, daß Grenzen überschritten wurden.

 

„Wir würden gerne bei Ihrer Aktion mitmachen. Nur können wir keine Werbung mit ’Deutsches Traditionsgeschäft’ schalten. Haben Sie eventuell eine Idee, wie wir trotzdem teilnehmen können?“, meldete sich im März 2009 Gerd Pankert, ein langjähriger ’markt intern’-Leser. Sein spezielles Problem wird auch schnell deutlich, denn Herrenmoden Pankert ist ein HAKA-Spezialist im durch seinen individuellen Facheinzelhandel geprägten belgischen Eupen. Und da geht das denn tatsächlich nicht mit dem Länderzusatz – soviel war klar.

 

Klar war aber auch: Herrenmoden Pankert mit stolzen 103 Jahren Firmengeschichte mußte in jedem Fall die Traditionsgeschäfts-Urkunde bekommen. Und so war die Lösung denn trotzdem schnell gefunden: Das 'Europäische Traditionsgeschäft'! Ohne die Gestaltung der für deutsche Geschäfte gemachten Urkunde groß zu verändern (schließlich soll der Wiedererkennungseffekt gewährleistet sein), war in Zusammenarbeit mit der ’mi’-Marketingabteilung nach mehreren Anläufen eine neue, länderunabhängige Urkunde „Traditionsgeschäft“ gebastelt.

 

Doch damit nicht genug. Kollege Gerd Pankert hatte uns in einem vorbereitenden Telefonat mitgeteilt, daß er auch viele Kunden aus den Niederlanden und vor allem dem französischsprachigen Teil Belgiens habe. Gerade letztgenannter Kundenkreis sollte mit der Urkunde ebenfalls angesprochen werden. Insofern wurde nicht nur die Urkunde an sich internationalisiert, sondern sie wurde auch erstmals in einer fremden Sprache, hier in Französisch, verfaßt.

 

Am 3. Dezember 2009 begab sich nun ein 'markt intern'-Team nach Eupen, um dort persönlich die Urkunde zu überreichen. Dort hatten sich im Ladenlokal des Geschäfts u. a. neben Vertretern des belgischen Fernsehens, Rundfunks und der ortsansässigen Zeitung auch der Bürgermeister der Stadt Eupen, Dr. Elmar Keutgen, sowie der Präsident der Mittelstandsvereinigung Eupen, Axel Dericum, eingefunden. Bürgermeister Dr. Keutgen überreichte Pankert am Markt zunächst die 1a-Fachhändler-Urkunde, um die sich das Geschäft parallel zum Traditionsgeschäft beworben hatte. Er bezeichnete das Herrenmoden-Fachgeschäft dabei wegen seiner Innovationskraft als „Lokomotive“ für die Stadt Eupen. Anschließend erhielten die beiden Inhaber des Geschäfts, Maria und Gerd Pankert, die erste europäische und zugleich erste belgische Traditionsgeschäfts-Urkunde. Insgesamt fünf Perlen werden dem Geschäft verliehen, denn wie bereits gesagt, besteht es schon über 100 Jahre:

 

1906 wurde Herrenmoden Pankert durch Leonhardt Pankert an der Aachener Straße 1, das auch Geburtshaus des Kölner Erzbischofs Dr. Hubert Simar ist, gegründet. Das ursprüngliche Gebäude wurde Mitte der zwanziger Jahre dann allerdings durch einen Neubau, das jetzige Geschäftshaus, ersetzt. In zweiter Generation übernimmt kurz nach Kriegsende Erich Pankert das Geschäft von seinem Vater und erweitert dieses anschließend zum 50-jährigen Firmenjubiläum. 1976 übernehmen dann die heutigen Eigentümer Gerd und Maria Pankert. Das war zumindest von Gerd Pankert nicht so vorgesehen, wie er im Gespräch mit ’mi’ gesteht. Aber als ihm sein Vater das Geschäft anträgt, bereitet er sich erst einmal mehrere Jahre u. a. auch in mehreren Verwendungen bei Horten in Deutschland auf seine Rolle als zukünftiger HAKA-Spezialist vor.

 

Gerd Pankert lernt dort auch, daß es gilt, ein Geschäft weiterzuentwickeln, wenn man kontinuierlich Kunden an sich binden will. Bereits fünf Jahre nach dem Einstieg, zum 75-jährigen Jubiläum, erfolgt ein erneuter Umbau mit neuer Einrichtung unter dem Gesichtspunkt eines modernen und innovativen Ladenkonzeptes. Nur zehn Jahre später, 1991, wird das Geschäft komplett neukonzipiert und erweitert, diesmal unter Einbeziehung der beiden Nachbarhäuser. 2004 kommt dann eine Neugestaltung der Inneneinrichtung, bei der dem Zeitgeist entsprechend Helligkeit und Transparenz im Vordergrund stehen.

 

Ein Geschäft lebt aber nicht nur durch seine Räumlichkeiten, das Entscheidende sind vielmehr die Menschen, die dahinter stehen. Mit drei Vollzeit- und einer Halbzeitkraft sowie seiner Frau leistet Pankert Service am Mann total. Insbesondere Maria Pankert ist mit Leib und Seele Herrenausstatterin: „Wir haben wirklich einen tollen Beruf. Wir können uns mit so schönen Dingen wie mit Mode beschäftigen. Wir haben viel Kontakt mit Menschen und wir kommen auch viel in der Welt herum, beispielsweise zu Messen wie nach Florenz und so. Ich verkaufe sehr gerne an Männer. Männer sind unkomplizierter als Frauen. Hier kann man auch schon mal offen und ehrlich sagen, daß einem Mann ein bestimmter Anzug nicht steht, vielleicht weil er nicht richtig sitzt. Männer nehmen das gelassen auf. Frauen fangen dann gleich schon wieder an, an sich zu zweifeln. Da muß man sehr aufpassen.“

 

Und wenn der Anzug mal nicht paßt – auch kein Problem: Das Service-Paket bei Herrenmoden Pankert umfaßt auch eine hauseigene Schneiderei, in der Änderungen kostenlos vorgenommen werden, Aufbügeln inklusive. Es gäbe noch viel über Pankert in Eupen zu berichten, wie das Engagement in diversen Erfa-und Marketingvereinigungen, über die vielen Kunden-Events und das kontinuierliche Marketing. Beispielhaft möchten wir aber lieber den hervorragender Medienauftritt von Gerd Pankert anführen, der die Urkundsverleihung zu einem Fernseh-Interview mit einer wichtigen Botschaft an den Endverbraucher nutzte:

 

„Wir denken, daß die Menschen in Zukunft vielleicht etwas weniger konsumieren, dafür aber mehr Wert auf Qualität legen. Der Mensch sucht ein Einkaufserlebnis. Wir wollen dem Rechnung zu tragen, indem wir immer wieder versuchen, unser Geschäft zu modernisieren und mit Leben zu füllen.“

 

Infos zur ’markt intern’-Aktion 'Traditionsgeschäft' erhalten Sie unter www.traditionsreiche-unternehmen.de oder auch über die Redaktion.