'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Woche für Woche

Apotheke/Pharmazie: Ausgabe 42/2017

Regierungen zu bilden ist schwer. Noch schwerer sind nur Medikamente in test. Diese Woche für Sie an Bord:

  • Digitalisierung – KBV/ABDA-Absichtserklärung
  • test-Heft Oktober – Thema Medikationsplan
  • BAH erklärt Arzneimittelversorgung 2.0
  • Keine Angst vor Kassennachschau – Steuerberater zu forsch.

Doch zunächst, sehr geehrte Leserin, verehrter Leser, eine zeit- und kostensparende Lösung ohne Wechsel des Rechenzentrums:

ScanAdhoc — sichere Rezeptkontrolle im Stapel vs. Einzelprüfung

'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Aktuelle Nachrichten

inspirato Konferenz ZUKUNFT APOTHEKE 2017

Ein Top-Branchentreff, die inspirato Konferenz ZUKUNFT APOTHEKE, findet am 13. und 14. November 2017 in Frankfurt statt; man darf sich schon jetzt auf spannende Themen freuen. Schauen Sie doch einfach mal auf www.inspirato-zukunft-apotheke.de/ vorbei. Appetithäppchen gefällig? Angekündigte Themen sind u. a. Apotheke der Zukunft – Shoppertrends, Entwicklungspotenziale, Learnings Wenn Amazon zur Apotheke wird – Der Apothekenmarkt in Deutschland unter Druck!? Apotheken-exklusivität auf Abwegen – Wie Offizin-Apotheken zukünftig gegen Drogerien und Supermärkte punkten. Und es wird Ihnen wieder eine gute Gelegenheit zum Netzwerken mit Vertretern aus Industrie, Großhandel, Verbänden und Kooperationen geboten – immer eine gute Idee.

Es ist geschafft: Die Nidda Healthcare Holding AG, Erwerbsgesellschaft von Bain Capital und Cinven, konnte im zweiten Anlauf 63,85 % der Stada-Aktien einsammeln. Knapp, aber reicht so gerade und spricht für eine gute Überzeugungsarbeit auf den letzten Metern. Engelbert Coster Tjeenk Willink, Vorstandsvorsitzender der Stada, klingt optimistisch: "Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist. Jetzt wird sich Stada wieder voll auf das operative Geschäft konzentrieren und die erfolgreiche Wachstumsstrategie mit der Unterstützung zweier starker Partner noch konsequenter vorantreiben können." Kartellrechtlich ist alles geklärt und die betroffenen Aktien sollen bis zur Hauptversammlung am 30.08. übertragen werden. Gemäß Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) schließt sich nach Erreichen der Mindestannahmeschwelle an die Bekanntgabe des endgültigen Ergebnisses noch eine zweiwöchige Frist an, in der weitere Aktien angedient werden können.

'mi' meint: Laut vorliegenden Berichten haben nur ungefähr die Hälfte der bis dahin rund 27 % Privatanleger das Angebot von Bain und Cinven angenommen, ebenso sind noch lange nicht alle Investmentfonds im Boot. Wo für die einen der spekulative Anreiz und Shareholder Value über allem stehen dürfte, geht es für die anderen um Rentenversorgung und emotionale Bindung. Das Hin und Her hat zumindest hier dem Konzern keinen Gefallen getan und auch die versprochene Besserung auf eine prosperierende Zukunft hin muss erst einmal geschafft werden. Vor Bekanntgabe der neuen Personalia zum Jahreswechsel und im Hinblick auf die Interessen der Großanleger ist sicherlich erst einmal ein wenig Skepsis erlaubt, ob und wie das Unternehmen zur Ruhe kommt. Die Hauptversammlung wird zeigen, ob ein Gewinn- und Beherrschungsvertrag für die neuen Eigentümer zustande kommt – denn ohne wird es auch nach Übernahme der Aktienmehrheit schwer.

LSP OTC-Anbieter 2017 - Teilergebnisse 'Ertrag'

Wieder ein Etappenziel erreicht: Ihre Noten in den Bereichen Konditionen/Rabatte und Restlaufzeiten/Retourenkulanz sind thematisch unter 'Ertrag' für Sie in einer gemeinsamen Ergebnis-Tabelle zusammengefasst.

Ergänzung zu Ihrer 'markt intern'-Ausgabe Apotheke/Pharmazie 18/2017

Coty beim EuGH: Auftakt zur Entscheidungsschlacht um den Selektivvertrieb

Ein Kommentar des Münchener Vertriebsrechtspezialisten Mark-E. Orth zum ersten Verfahrenstag der Anhörung im Coty-Verfahren am Luxemburger EuGH und eine Einordnung in den Gesamtkontext

Ergänzung zu Ihrer 'markt intern'-Ausgabe Apotheke/Pharmazie 16/17

„Sanofi Zentiva: Lieferant mit den meisten Defekten in 2016“

Diese Betreffzeilen haben Noweda-Genossen und weitere Kunden vielleicht heute schon gelesen – ein entsprechendes Schreiben ging von der Essener Apothekergenossenschaft
aus. Udo Harneit, Ressortleiter Vertrieb, und Matthias Groß, Ressortleiter Industrie, informieren über die mangelhafte Lieferfähigkeit von Arzneimitteln. Dies ist kein prinzipiell neues Thema – auch nicht die Bemühungen aller pharmazeutischen Großhandlungen, deshalb Bestände aufzubauen und so Lieferschwierigkeiten abzupuffern, bevor diese die Apotheken erreichen.

Neu sind einige Interna, die nun öffentlich gemacht werden. Wir lesen weiter: „NOWEDA bemüht sich nach Kräften, Einfluss zu nehmen auf Lieferanten, die besonders auffällig sind und damit auch in Ihrer Apotheke zu Kundenenttäuschungen und massiv erhöhtem Arbeitsaufwand führen. Um diese Lieferanten mit unakzeptablen Liefersituationen und Defektzahlen zu konfrontieren, hat NOWEDA schon vor einiger Zeit das Projekt 'Blaue Briefe' gestartet: Danach erhalten Vorstände und Geschäftsleitungen der besonders auffälligen Firmen monatlich persönliche Anschreiben, denen entnommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen im Berichtsmonat zu den schlechtesten Lieferanten der NOWEDA gehört hat.“

Harneit und Groß müssen leider erkennen, wie bei manchen Lieferanten sämtliche Bemühungen ins Leere laufen. Einsame Spitze sind unsere französischen Freunde mit deutschen Standorten in Berlin und Höchst: „So war Zentiva im Jahr 2016 die Firma mit den meisten nicht lieferfähigen Packungen in der NOWEDA. Die von Zentiva ausgelieferte
Menge entsprach im abgelaufenen Kalenderjahr nur rund 39 % der bestellten Mengen. Seit Anfang 2017 hat sich die Auslieferquote der Zentiva noch weiter verschlechtert und
liegt nun nur noch bei 35 %. Bei fünf Artikeln mit der schlechtesten Lieferfähigkeit lag die Auslieferquote im Februar 2017 sogar nur bei 17 % der von NOWEDA bestellten Mengen.“

Von Matthias Groß erfahren wir, dass unter den fünf 'schwierigsten' Produkten Metformin Lich, Novaminsulfon Lichtenstein (zwei Darreichungsformen), Ibuflam und Bronchoforton sein sollen – u. a. also sehr oft verordnete Schmerzmittel, die bei Rabattverträgen zum Zuge kommen.

Was nun folgt, ahnen Sie? Directeur Général de Sanofi, Monsieur Olivier Brandicourt, kennt es schon – und wird es garantiert niemals lieben: Die NOWEDA stellt allen Kunden einen Protestbrief zur Verfügung. Darin wird der Sanofi-Chef aufgefordert seiner Verantwortung für eine schnelle und verlässliche Versorgung der Patienten gerecht zu werden dem pharmazeutischen Großhandel (NOWEDA) und damit Ihrer Apotheke ausreichend Ware zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass keine Lieferengpässe mehr auftreten. Auf unsere Anfrage bei Sanofi/Zentiva erhalten wir kurzfristig diese Zeilen:

„Die in der Protestaktion von Noweda publizierten Zahlen können wir nach einer ersten Überprüfung überhaupt nicht nachvollziehen. Sanofi/Zentiva hätte es begrüßt, im Vorfeld mit Noweda zu sprechen und die Zahlen abzuklären. Das Unternehmen bedauert, dass dadurch viele Apotheker instrumentalisiert und verunsichert werden. Für die generischen
Wirkstoffe existieren mit den Krankenkassen etablierte Prozesse, die gemeinsam mit den Apothekern die Versorgung der Patienten sicherstellen. Dies ist das oberste Ziel von Sanofi/Zentiva.“

Fühlen Sie sich instrumentalisiert – oder protestieren Sie? Schicken Sie Ihr Feedback auch an die 'markt intern'-Redaktion!

Und bei Interesse: Hier finden Sie den Brief-Text.

 

Inhaltsverzeichnis 2016 

Damit Sie immer die Übersicht behalten - das Inhaltsverzeichnis Ihrer 'markt intern'-Ausgaben Apotheke/Pharmazie 2016 liegt für Sie hier zum Download bereit.