'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Woche für Woche

Apotheke/Pharmazie: Ausgabe 33/2017

Was wird aus der Stada-Übernahme? Scheitert auch der zweite Anlauf von Bain&Cinven? Sobald Näheres bekannt wird, finden Sie es online bei uns. Bis dahin lesen Sie diese Woche in Ihrer 'mi':

  • frei öl: Stärkungsmittel Drogerie
  • Selektiver Vertrieb: EuGH-Tendenzen zu Verkauf auf Drittplattformen
  • APOkix: Keine sommerliche Aufmunterung
  • Belsana: Vorfreude auf die expopharm.

Doch zunächst, sehr geehrte Damen und Herren, zu einem Top-Event, dem …

inspirato Branchentreff ZUKUNFT APOTHEKE 2017

'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Aktuelle Nachrichten

STADA beruft neue Vorstände

Und dann ging es ganz schnell: Dienstagmorgen kamen über die Nachrichtenagentur Bloomberg erste Hinweise, dass die angesetzte Tagung des Aufsichtsrates der Stada Arzneimittel AG Folgen für die Besetzung der Vorstandsposten haben könnte. Gegen Mittag des 4. Juli 2017 wurde es offiziell: • Dr. Matthias Wiedenfels, Vorstandsvorsitzender, und Helmut Kraft, Vorstand für Finanzen, Marketing und Vertrieb, legen aus persönlichen Gründen ihre Ämter nieder • Bis voraussichtlich Ende des Jahres übernehmen ab sofort interimistisch Engelbert Coster Tjeenk Willink (Vorstandsvorsitz, Marketing und Vertrieb) und Dr. Bernhard Düttmann (Finanzen). Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Oetker dankte den Scheidenden, begrüßte die branchenerfahrenen Nachfolger und gab die grobe Richtung schon vor: „Wir setzen unsere Strategie unbeirrt fort. Eventuelle neue Übernahmeofferten wird STADA unvoreingenommen prüfen.“

Die neuen Vorstände bringen einige Branchenerfahrung mit: Engelbert Coster Tjeenk Willink verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der pharmazeutischen Industrie mit, u. a. als Mitglied der Geschäftsführung von Boehringer Ingelheim. Dr. Bernhard Düttmann war zuvor u. a. für die Finanzen bei Lanxess und Beiersdorf verantwortlich.

Dr. Barthold Piening (Vorstand für Produktion und Entwicklung) ist von den Veränderungen nicht betroffen.

LSP OTC-Anbieter 2017 - Teilergebnisse 'Ertrag'

Wieder ein Etappenziel erreicht: Ihre Noten in den Bereichen Konditionen/Rabatte und Restlaufzeiten/Retourenkulanz sind thematisch unter 'Ertrag' für Sie in einer gemeinsamen Ergebnis-Tabelle zusammengefasst.

Ergänzung zu Ihrer 'markt intern'-Ausgabe Apotheke/Pharmazie 18/2017

Coty beim EuGH: Auftakt zur Entscheidungsschlacht um den Selektivvertrieb

Ein Kommentar des Münchener Vertriebsrechtspezialisten Mark-E. Orth zum ersten Verfahrenstag der Anhörung im Coty-Verfahren am Luxemburger EuGH und eine Einordnung in den Gesamtkontext

Ergänzung zu Ihrer 'markt intern'-Ausgabe Apotheke/Pharmazie 16/17

„Sanofi Zentiva: Lieferant mit den meisten Defekten in 2016“

Diese Betreffzeilen haben Noweda-Genossen und weitere Kunden vielleicht heute schon gelesen – ein entsprechendes Schreiben ging von der Essener Apothekergenossenschaft
aus. Udo Harneit, Ressortleiter Vertrieb, und Matthias Groß, Ressortleiter Industrie, informieren über die mangelhafte Lieferfähigkeit von Arzneimitteln. Dies ist kein prinzipiell neues Thema – auch nicht die Bemühungen aller pharmazeutischen Großhandlungen, deshalb Bestände aufzubauen und so Lieferschwierigkeiten abzupuffern, bevor diese die Apotheken erreichen.

Neu sind einige Interna, die nun öffentlich gemacht werden. Wir lesen weiter: „NOWEDA bemüht sich nach Kräften, Einfluss zu nehmen auf Lieferanten, die besonders auffällig sind und damit auch in Ihrer Apotheke zu Kundenenttäuschungen und massiv erhöhtem Arbeitsaufwand führen. Um diese Lieferanten mit unakzeptablen Liefersituationen und Defektzahlen zu konfrontieren, hat NOWEDA schon vor einiger Zeit das Projekt 'Blaue Briefe' gestartet: Danach erhalten Vorstände und Geschäftsleitungen der besonders auffälligen Firmen monatlich persönliche Anschreiben, denen entnommen werden kann, dass das jeweilige Unternehmen im Berichtsmonat zu den schlechtesten Lieferanten der NOWEDA gehört hat.“

Harneit und Groß müssen leider erkennen, wie bei manchen Lieferanten sämtliche Bemühungen ins Leere laufen. Einsame Spitze sind unsere französischen Freunde mit deutschen Standorten in Berlin und Höchst: „So war Zentiva im Jahr 2016 die Firma mit den meisten nicht lieferfähigen Packungen in der NOWEDA. Die von Zentiva ausgelieferte
Menge entsprach im abgelaufenen Kalenderjahr nur rund 39 % der bestellten Mengen. Seit Anfang 2017 hat sich die Auslieferquote der Zentiva noch weiter verschlechtert und
liegt nun nur noch bei 35 %. Bei fünf Artikeln mit der schlechtesten Lieferfähigkeit lag die Auslieferquote im Februar 2017 sogar nur bei 17 % der von NOWEDA bestellten Mengen.“

Von Matthias Groß erfahren wir, dass unter den fünf 'schwierigsten' Produkten Metformin Lich, Novaminsulfon Lichtenstein (zwei Darreichungsformen), Ibuflam und Bronchoforton sein sollen – u. a. also sehr oft verordnete Schmerzmittel, die bei Rabattverträgen zum Zuge kommen.

Was nun folgt, ahnen Sie? Directeur Général de Sanofi, Monsieur Olivier Brandicourt, kennt es schon – und wird es garantiert niemals lieben: Die NOWEDA stellt allen Kunden einen Protestbrief zur Verfügung. Darin wird der Sanofi-Chef aufgefordert seiner Verantwortung für eine schnelle und verlässliche Versorgung der Patienten gerecht zu werden dem pharmazeutischen Großhandel (NOWEDA) und damit Ihrer Apotheke ausreichend Ware zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass keine Lieferengpässe mehr auftreten. Auf unsere Anfrage bei Sanofi/Zentiva erhalten wir kurzfristig diese Zeilen:

„Die in der Protestaktion von Noweda publizierten Zahlen können wir nach einer ersten Überprüfung überhaupt nicht nachvollziehen. Sanofi/Zentiva hätte es begrüßt, im Vorfeld mit Noweda zu sprechen und die Zahlen abzuklären. Das Unternehmen bedauert, dass dadurch viele Apotheker instrumentalisiert und verunsichert werden. Für die generischen
Wirkstoffe existieren mit den Krankenkassen etablierte Prozesse, die gemeinsam mit den Apothekern die Versorgung der Patienten sicherstellen. Dies ist das oberste Ziel von Sanofi/Zentiva.“

Fühlen Sie sich instrumentalisiert – oder protestieren Sie? Schicken Sie Ihr Feedback auch an die 'markt intern'-Redaktion!

Und bei Interesse: Hier finden Sie den Brief-Text.

 

Inhaltsverzeichnis 2016 

Damit Sie immer die Übersicht behalten - das Inhaltsverzeichnis Ihrer 'markt intern'-Ausgaben Apotheke/Pharmazie 2016 liegt für Sie hier zum Download bereit.