'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Woche für Woche

Apotheke/Pharmazie: Ausgabe 12/2017

Rote 100 % sind toll – aber für was nur? Bei uns müssen Sie nicht bis Mai warten – wir liefern sofort diese Inhalte:

  • L'Oréal Deutschland – Strategie für die Zukunft
  • ARZ Haan erneuert Sicherheitsaudit
  • Bionorica – Zahlen sprechen für sich
  • DocMorris – Werbung via Rentenversicherung
  • Stada – kein Spielball für Investoren.

Die Umstellung auf den Wahlkampfmodus, sehr geehrte Damen und Herren, führt zu überraschend klaren Worten:

6. Westfälisch-Lippischer Apothekertag — Vertrauen und Vernetzung

 

Inhaltsverzeichnis 2016 

Damit Sie immer die Übersicht behalten - das Inhaltsverzeichnis Ihrer 'markt intern'-Ausgaben Apotheke/Pharmazie 2016 liegt für Sie hier zum Download bereit.

'markt intern' Apotheke/Pharmazie - Aktuelle Nachrichten

Leistungsspiegel 'OTC-Anbieter 2017'

Düsseldorf, 14. März 2017. - Mit der aktuellen Ausgabe Apotheke/Pharmazie 11/17 ist der neue Leistungsspiegel 'OTC-Anbieter 2017' gestartet. Die Umfragebögen sind da – jetzt sind Sie dran! Der Leistungsvergleich bietet Apothekerinnen und Apothekern die Chance zu reflektieren, wie die Zusammenarbeit mit ihrenOTC-Anbietern läuft und welche Stärken und Schwächen Sie im Offizin-Alltag aus ihrer Sicht erwähnenswert sind. Teilnehmende Apotheken finden in der Druck-Version ausreichend Platz für Mitteilungen reserviert und es dürfen gerne Anmerkungen und konstruktive Verbesserungsvorschläge eingereicht werden. Nutzen Sie das Online-Formular, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldungen per Mail.

Die Liste der vorgegebenen Anbieter wurde stark überarbeitet. Aus der Tabelle der 50 (OTC-)umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland (vielen Dank an Quintiles IMS/Frankfurt a. M. für die prompte Bereitstellung) haben wir die Anbieter von Klinikmaterialien herausgenommen – das ist schließlich keine im HV besonders relevante Warengruppe. Es bleibt eine beachtliche Liste von mehr als 30 Herstellern der in deutschen Apotheken gängigsten Produkte, die Sie natürlich um weitere ergänzen können.

Bewertungen können uns auf drei Wegen erreichen:

  1. Der 'markt intern'-Ausgabe vom 14. März 2017 (P11/17) lag ein Teilnahmebogen in Papierform bei.
  2. Den gleichen Teilnahmebogen können Sie an dieser Stelle herunterladen, direkt am PC ausfüllen und ausdrucken. Da sich das beschreibbare Dokument nicht speichern lässt, muss es anschließend per Fax oder per Post an uns gesendet werden.
  3. Als dritte Möglichkeit haben wir eine (identische) Online-Umfrage eingerichtet.

Einsendeschluss ist der 10. April 2017.

Zu der Erläuterung der Kriterien...

Syrischer Apotheker mit Nachwuchspreis ausgezeichnet

Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens übergab die Preise und lobte das Engagement der Preisträger

Bonn/Düsseldorf, 12.02.2017 – Der syrische Apotheker Farid Dawd wurde für seine Initiative 'Erfahrungsgruppe für Syrische Apotheker' mit dem 'Nachwuchspreis öffentliche Apotheke' ausgezeichnet. Darüber hinaus haben drei weitere Projekte die Auszeichnung erhalten. Die Preisverleihung mit Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens fand am Samstag, den 11.02.2017, im ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages (World Conference Center) in Bonn statt. 

Mit der Initiative 'Erfahrungsgruppe für syrische Apotheker' unterstützt Farid Dawd andere aus Syrien nach Deutschland geflohenen Apotheker, u.a. bei der Erlangung der Berufserlaubnis und der Überwindung von Sprachbarrieren. Damit leistet er als Flüchtling einen außergewöhnlichen Beitrag zur Integration von geflohenen Berufskollegen in die Gesellschaft und in das deutsche Gesundheitswesen. Im Rahmen der Preisverleihung lobte Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, die Projekte des Preisträgers und der drei Preisträgerinnen als beispielgebend. Darüber hinaus würden Projekte und Preisträger aufzeigen, so die Ministerin, wie viel Potenzial man im Gesundheitswesen in NRW habe. Bei den Preisträgern bedankte sie sich ausdrücklich: „Vielen Dank für Ihr tolles Engagement!“ Die Ministerin hatte die Schirmherrinschaft für die Ausschreibung 'Nachwuchspreis öffentliche Apotheke' des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. übernommen.

Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein e.V., Thomas Preis, sagte anlässlich der Preisverleihung: „Die Projekte der Preisträger zeugen von herausragendem Engagement, profilieren das heilberufliche Berufsbild des Apothekers und liefern nicht zuletzt auch Impulse für die öffentlichen Apotheken.“ 

Die Gewinner des 'Nachwuchspreises öffentliche Apotheke':

1. Preis: Farid Dawd, Apotheker aus Syrien, zur Zeit Apotheker im Praktikum in einer Apotheke in Bornheim, für seine Initiative 'Initiierung einer Erfahrungsgruppe für syrische Apotheker vor Ort'
2. Preis: Julia Lanzenrath, Pharmaziestudentin, Uni Bonn, für ihre Initiative 'Blutspendemarathon 'Vampire Cup''
Aufgrund der Qualität der eingereichten Beiträge hat die Jury den
3. Preis zweimal vergeben, und zwar an:
- Maira Anna Deters, Doktorandin im Fach Pharmazie, Uni Düsseldorf, für das Projekt 'Subanalyse der DIADEMA-Studiendaten'
- Anita Petric, Pharmazeutin im Praktikum, Uni Bonn, für das Projekt 'Nothilfe-Einsatz von Apotheker ohne Grenze e.V. Haiti 2016'

Darmstädter Blister Symposium:

Zum 9. Mal lädt der Blisterkarten-Hersteller Omnicell zum Symposium über "Theorie und Praxis rund um die Arzneimittelversorgung" am 29. März 2017 nach Darmstadt. Neben hochkarätigen Vorträgen wird dem Erfahrungsaustausch großer Stellenwert zukommen. Die Vorträge der Fachleute widmen sich u.a. den Themen 'AMTS erhöhen, Patientensicherheit steigern', 'Stellen und Verblistern in Apotheken aus Sicht einer Aufsichtsbehörde' und 'Aktuelle Entwicklungen im Apothekenmarkt – Neues aus der Kooperationsszene'. Neu: Ganztägig stehen Ihnen Experten in einer Sprechstunde zum manuellen Verblistern zur Verfügung.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb melden Sie sich bei Interesse frühzeitig an. Die aktuellen Informationen zum Programm und ein Anmeldeformular finden Sie auf der Omnicell-Homepage.

Ebert + Jacobi: Bundeskartellamt gibt den Zusammenschluss mit Noweda frei

Das Bundeskartellamt gibt am 20.12.2016 bekannt, dass die Übernahme des Pharmagroßhändlers Ebert+Jacobi durch die Essener Apothekergenossenschaft Noweda freigegeben ist. Auswirkungen werden insbesondere für Apotheken in Süddeutschland und Hessen spürbar sein.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, kommentiert: „In allen regionalen Märkten bleiben die Pharmagroßhändler Phoenix und/oder Alliance Healthcare Marktführer, allerdings rückt Noweda mit dem Erwerb an die zweite bzw. dritte Stelle. Auch bei einer bundesweiten Betrachtung bleibt Noweda der zweitgrößte Händler hinter Phoenix, gefolgt von den Unternehmen Gehe, Sanacorp und Alliance Healthcare. Sowohl bei regionaler als auch bei bundesweiter Betrachtung stehen den nachfragenden Apotheken auch nach der Fusion noch mehrere Pharmagroßhändler als Alternative zur Verfügung.“

Das Bundeskartellamt informiert, dass mit der Fusion zeitgleich die Zusammenarbeit mit anderen Branchenunternehmen zurückgefahren wird. Ebert+Jacobi scheidet aus dem mittelständischen Einkaufsverband Pharma Privat aus und muss aufgrund von Bedenken des Bundeskartellamtes auch einen bestehenden IT-Dienstleistungsvertrag mit einem Unternehmen Gruppe beenden.

Online-Petition pro Versandhandelsverbot

Die Dresdner Apothekerin Sylvia Trautmann, Apotheke Buehlau, hat sich mit einer ePetition an den Deutschen Bundestag gewandt. Ihr Antrag (Petitions-ID 68425) lautet:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass in Deutschland sehr zeitnah der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für inländische und ausländische Versandapotheken verboten wird.“

Lesen Sie hier vorab den kompletten Text, der nach Prüfung auch unter https://epetitionen.bundestag.de/ stehen wird. Unterstützen Sie die Online-Petition!

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in Ihrer 'markt-intern'-Ausgabe P47/16.

Wie aus Nichts Rechtsprechungsänderung wird

In Ihrer 'mi'-Ausgabe Apotheke/Pharmazie 43/16  wird zusammengefasst, wie anscheinend der Bundesgerichtshof (BGH) eine Rechtsprechungsänderung in einem brandaktuellen Urteil vom 12.10.2016 (BGH, VIII ZR 103/15) unter Bezugnahme auf ein EuGH-Urteil (Az. C-497/13) getroffen hat. Lesen Sie hier eine erste Einschätzung dazu von 'mi'-Justiziar Dr. Gregor Kuntze-Kaufhold, der die Motive des BGH anhand der vorliegenden Medien-Kurzinfo erläutert:

„Aus meiner Sicht spricht vieles für einen Übereifer des Bundesgerichtshofs. Die Frage der Beweislast ist im Gesetz klar geregelt, darüber muss man eigentlich nicht streiten. Der Käufer muss beweisen, dass die Sache fehlerhaft ist. Bei einem in voller Fahrt befindlichen Pkw, der aus unerfindlichen Gründen Feuer fängt, ist das nicht besonders schwer. Hier zu verlangen, dass der Käufer den Grund für den Brand nachliefert, ginge an der Realität vorbei. Beim Kauf eines Dressurpferdes kann das anders aussehen. Der BGH hat einen solchen Fall erst im Jahr 2014 entschieden. Dort kam es auf die Frage an, ob eine Vorschädigung der Sehne zum Zeitpunkt des Kaufs vorlag. Die Vorschädigung im Sinn einer deutlich überdurchschnittlichen Anfälligkeit für Verletzungen hatte der Käufer zu beweisen. Erst danach, so der BGH damals zu Recht, greift die Vermutung, dass die Sehne schon bei der Übergabe des Pferds vorgeschädigt war.“ Er stellt klar: „Das Bedürfnis für eine Änderung der Rechtsprechung in diesem Punkt sehe ich nicht. Den in der BGH-Presseerklärung enthaltenen Begriff einer ’nicht nur zeitlichen, sondern auch sachlichen Vermutung’ halte ich für unglücklich. Wenn ein Auto während der Fahrt in Brand gerät, ohne dass es in einen Unfall verwickelt ist, brauche ich keine sachliche Vermutung für die Annahme, dass da etwas nicht stimmt. Diese Konstellation sollte man nicht auf Fälle ausdehnen, bei denen andere Szenarien als Erklärung für den eingetretenen Zustand genauso gut möglich sind. Die vom EuGH geforderte effektive Anwendung der Vermutungsregel lässt sich ohne weiteres mit einer fairen Handhabung der Darlegungslasten hinbekommen. Die sind in der Praxis ohnehin meist relevanter als schematische Beweistlastregeln. Eine fundierte Analyse des Urteils ist allerdings erst möglich, wenn die schriftliche Begründung vorliegt.“ 

Lassen Sie sich von Kunden nicht irritieren:

  • Auch für reklamationsfreudige Kunden gilt noch - Verschleiß bleibt Verschleiß und Fehlgebrauch bleibt Fehlgebrauch, auch in den ersten 6 Monaten ab Kauf.
  • Sobald möglich, wird markt intern eine Analyse des Urteils vornehmen und Sie informieren.
  • Nutzen Sie als Abonnent auch unsere Ratgeber zum Thema.

Bundesapothekerkammer aktualisiert Berufsbild

Düsseldorf, 24.06.2016 - Als Grundlage für die anstehende Novellierung der Approbationsordnung hat die Bundesapothekerkammer am 16. Juni ein aktualisiertes Berufsbild für Apothekerinnen und Apotheker verabschiedet. Schließlich arbeitet mittlerweile jeder fünfte Apotheker außerhalb einer öffentlichen Apotheke. Das Berufsbild verdeutlicht die besonderen pharmazeutischen Leistungen, die der Apotheker in seinen wichtigsten Tätigkeitsbereichen erbringt. 24 Seiten umfasst das Werk, mit dem laut Thomas Benkert, Vizepräsident der BAK, „alle wesentlichen Tätigkeitsfelder systematisch erfasst“ wurden. Der von einer Arbeitsgruppe erarbeitete und online gestellte Entwurf wurde seit November 2015 mehr als 1.200 mal kommentiert. Das aktuelle Berufsbild finden Sie in unserem Service-Bereich zum Download.

Null-Retaxationen: Einigung zwischen DAV und GKV-Spitzenverband

Düsseldorf, 25. Mai 2016. - "Neue Regeln für Korrekturverfahren bei Arzneimittelrezepten - mehr Handlungsspielraum für Apotheker", lautet eine Meldung aus Berlin, die alle Apothekeninhaber oder -leiter lautstark gefordert und auch schon lange erwartet haben. Am vergangenen Montag, dem 23. Mai 2016, besiegelte die Schiedsstelle nach § 129 SGB V neue Regeln für Korrekturverfahren (Retaxationen) bei Arzneimittelverordnungen für Krankenkassen und Apotheker per einvernehmlichem Beschluss. Eine Entscheidung...

DAV-Vorsitzender Fritz Becker fordert, ehrliche Apotheker nicht zu diffamieren

Luftrezepte – "Ehrliche Apotheker nicht diffamieren"

Düsseldorf, 09.05.2016. - Unter der Überschrift „Staatsanwaltschaft ermittelt Millionenbetrug in Apotheken mit so genannten ‚Luftrezepten’“ setzte die Welt am Sonntag (WamS) eine mediale Lawine in Gang, die einen ganzen Berufsstand verunglimpft. Überregionale Formate wie Die Zeit, FAZ und Die Süddeutsche folgten der Meldung. Die WamS berichtete darüber, dass die Staatsanwaltschaften mehrere Bundesländer gegen Apotheker wegen Ausstellens falscher Rezepte vorgehen. Sie machten gemeinsame Sache mit Ärzten und Patienten, denn „das Entdeckungsrisiko“ sei „gering“, so die WamS. Allein die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) habe eine halbe Millionen Euro von den Apothekern im vergangenen Jahr zurück gefordert, heißt es in dem Bericht weiter. Der Gesamtschaden durch Betrug mit Arzneimitteln werde auf 2,7 Millionen Euro jährlich geschätzt.

Dass es sich bei den betrügerisch abgerechneten Rezepten um Einzelfälle handelt, macht nun der Deutsche Apothekerverband klar. Jedes Jahr, so der DAV, würden mehr als 460 Millionen Rezepte mit der GKV abgerechnet. Dabei werden rund 750 Millionen ärztlich verordnete Arzneimittel abgegeben. Fritz Becker, Vorsitzender des DAV, stellt klar: „Die überwältigende Mehrheit der Apotheker in Deutschland versorgt die Patienten nach bestem Wissen und Gewissen und rechnet auch die Rezepte ordnungsgemäß mit der jeweiligen Krankenkasse ab. ‚Schwarze Schafe', die Urkundenfälschung oder Betrug begehen, müssen im Interesse der ehrlichen Mehrheit strafrechtlich konsequent verfolgt werden. Aber man darf nicht einzelne Betrugsfälle zu einem angeblich massenhaften Phänomen hochstilisieren und damit den Berufsstand in seiner Gesamtheit diffamieren. Für einige spektakuläre Einzelfälle 20.000 Apotheken mit 150.000 Beschäftigten in 'Sippenhaft' zu nehmen ist falsch - auch gegenüber den Patienten, die sich mit existenziellen Gesundheitsfragen vertrauensvoll an ihre Apotheke vor Ort wenden. Das Apothekenwesen ist eines der am weitesten digitalisierten und am strengsten regulierten Bereiche der Gesundheitswirtschaft. Moderne Softwaresysteme sorgen für große Transparenz bei den Warenströmen. Für Regelverstöße hält neben dem Strafrecht auch das Berufsrecht Sanktionsmöglichkeiten bereit.“

Kaum ein Patient/Kunde weiß, dass Rückzahlungsforderungen seitens der Krankenkassen überwiegend aus Retaxationen bestehen. Was in den Köpfen der Bevölkerung haften bleibt, ist ‚Der Apotheker, ein Betrüger’. Traurig und unwahr!