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MPC-Anleihe Auventas 2: Vom "Investment für Entspannte" zur Krampf-Anlage
Düsseldorf, 21.01.2010. Nach der Schieflage mit akutem Totalverlustrisiko trotz Kapitalgarantie bei den Anleihen Fortrust 4, 5, 6 und 7 droht weiteren Anlegern des Hamburger Emissionshauses MPC Capital Unheil. Wie aus einer aktuellen MPC-Vertriebs-Mail hervorgeht, die dem Düsseldorfer Branchendienst 'kapital-markt intern' ('k-mi') vorliegt, müssen auch die Anleger der sogenannten Auventas-2-Anleihen mit finanziellen Einbußen rechnen.
Bei Auventas 2 handelt es sich um eine Inhaber-Schuldverschreibung mit 10jähriger Laufzeit, emittiert im Oktober 2006 von der holländischen Rabobank. Basiswert des Investments waren drei gleichgewichtete Dach-Hedgefonds. Das als "Investment für Entspannte" beworbene Produkt, war eine Anlage mit sicherheitsorientiertem Charakter, da gemäß Anlagestrategie auch zu Zeiten fallender Märkte Gewinne erwirtschaftet werden sollten. Im Flyer der Anleihe heißt es dazu: "Selbst wenn ein börsianisches Sommergewitter droht, ist das nicht zwangsläufig das Ende der Rendite. Gut für Sie." So versprach die Emittentin den Anlegern hundertprozentigen Kapitalschutz zum Laufzeitende (2016). Dabei stellte sie einen jährlichen Zinskupon von 2 Prozent bis 8 Prozent in Aussicht.
Jetzt nahm die Rabobank laut der 'k-mi' vorliegenden Mail die Auventas II-Anleihen mit Wirkung zum 8. Januar 2010 vorzeitig zurück. Der offizielle Rücknahmekurs beträgt 81,75 Prozent des gezeichneten Nominalkapitals bzw. 86,55 Prozent beim Private Placement. Gleichzeitig leitete MPC ein Angebot der Rabobank weiter, bis zum 18.01.2010 eine neue Nullkupon-Anleihe zu zeichnen, die zum ursprünglich geplanten Laufzeitende der Auventas 2-Anleihen am 31.10.2016 eine Rendite von 3,018 Prozent p. a. aufweist. Dies entspricht in etwa dem Abzinsungsfaktor des heutigen Barwertes des Kapitalschutzes. Für die Anleger bedeutete dies, innerhalb kürzester Frist zwischen zwei Übeln wählen zu müssen: Entweder mit signifikantem Verlust auszusteigen oder sein Kapital der Rabobank voraussichtlich über insgesamt 10 Jahre nahezu unverzinst zur Verfügung zu stellen. Die bisher Ende 2007 und Ende 2008 gezahlten Zinskupons von 5,15 Prozent und 2 Prozent kompensieren gerade einen eventuell gezahlten Ausgabeaufschlag.
Auf Anfrage von 'kapital-markt intern' erklärt MPC zum Grund der Abwicklung u. a.: "Gemäß § 4 (3) der Endgültigen Bedingungen des Verkaufsprospekts hat die Emittentin Rabobank das Recht, bei Eintritt eines sogenannten vorzeitigen Rückzahlungsereignisses die Anleihen zurückzunehmen. Die Rabobank schätzt die Abwicklung des Zielfonds La Fayette Leveraged Fund Ltd. als ein solches vorzeitiges Rückzahlungsereignis ein und hat daher die Anleihen zum 8. Januar 2010 zurückgenommen." Für 'kapital-markt intern'-Redaktionsleiter Christian Prüßing eine im Sinne der Anleger unbefriedigende Antwort: "Je nach Kleingedrucktem steht man beim 'hundertprozentigen Kapitalschutz zum Laufzeitende' doch mit faktischem Verlust da, den man entweder selbst kompensieren muß oder man hat zum Nutzen des Anbieters in 10 Jahren lediglich sein Geld getauscht, ohne währenddessen darüber verfügen zu können."
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