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06.07.2018 14:02 Alter: 10 Tage

Onlinemarktplatz: Monheim am Rhein bietet Amazon die Stirn


Düsseldorf, 06.07.2018. Seit Daniel Zimmermann im Jahr 2009 zum Bürgermeister der Stadt Monheim am Rhein gewählt wurde, hat er aus einer hochverschuldeten Kommune mit Nothaushalt eine Stadt ohne Schulden und mit liquidem Vermögen von 200 Millionen Euro gemacht. Sein nächstes Ziel: Den Fachhandel in Monheim fit für den Wettbewerb mit Amazon zu machen. Wie das gelingen soll, berichtete Zimmerman jetzt als Gast der ʹmarkt internʹ-Redaktionskonferenz in Düsseldorf.

Die Stadt hat drei Einkaufszentren in Monheim erworben, diese werden nun entsprechend den lokalen Bedürfnissen umgebaut und der Branchenmix des städtischen Handels erweitert: So sei beispielsweise das Rathauscenter in zwei Bauabschnitten „1988 und 1992 fertiggestellt worden und war damals eigentlich schon nicht mehr zeitgemäß“. Die Ladenflächen seien sehr kleinteilig geschnitten, mit vielen innenliegenden Gängen und Fluren. „Wir wollen den Quartiersgedanken in der Innenstadt stärken. Daher wollen wir die gesamten innenliegenden Flure zu Ladenflächen umwidmen. Die Läden sollen sich nach außen und nicht nach innen öffnen, um dann wirklich auch das Bummeln und den Aufenthalt in der Innenstadt zu verbessern“, erläutert Zimmermann im Gespräch mit ʹmarkt internʹ.

Gemeinsam mit Atalanda errichtet Monheim einen lokalen Onlinemarktplatz. Allein in den kommenden zwei Jahren lässt sich die Kommune das 600.000 Euro kosten, unter anderem für die Softwareentwicklung und die Betreuung der mitmachenden Händler. So zahlt die Stadt beispielsweise die Kosten für ein professionelles Fotoshooting für jeden teilnehmenden Händler. Verbunden werden soll dies mit einem lokalen Lieferservice, der garantiert, dass in Monheim bis 16.00 Uhr gekaufte Ware noch am gleichen Abend geliefert wird. „Dieses Online-Instrument soll quasi den Einzelhändler bei uns vor Ort Waffengleichheit mit dem Onlinehandel verschaffen. Lieferservice und 24 Stunden Sichtbarkeit der Produkte, so dass die Einzelhändler vor Ort dann ihre Stärken ausspielen können, die der Onlinehandel nicht hat. Persönliche Beratung, die Möglichkeit bei Reklamation für Fragen vor Ort zur Verfügung zu stehen“,  so Zimmermann gegenüber ʹmarkt internʹ.

Bürgermeister Zimmermann ist sich dabei im Klaren, dass eine solche Plattform nur eine Zukunft hat, wenn sie sich im Wettbewerb mit Amazon & Co. bewährt. Alleine auf lokale Solidarität zu setzten sei kein Konzept: „Ich habe auch nie den Spruch für gut gehalten ‘Kaufe in deiner Stadt, damit sie eine Zukunft hat’, weil man solche Entscheidungen als Kunde nie aus Mildtätigkeit heraus trifft, sondern immer aus eigenem Konsuminteresse. Deshalb muss diese Plattform den Kunden das bieten, was sie letztendlich haben wollen. Sie darf nicht mit der Solidaritätsglocke durch den Ort laufen und sagen, das sind alles Monheimer Händler, die brauchen eure Unterstützung. Ich glaube, das Problem vieler Onlinemarktplätze ist, dass man die Umsetzung entweder den Händlern selbst überlässt oder irgendwelchen Verlagen und Wochenblättern, die damit neue Geschäftsmodelle aufbauen wollen. Wir halten das in Monheim am Rhein für eine kommunale Aufgabe, letztendlich für einen Aspekt der Daseinsvorsorge.“

Ein kurzes Videointerview und das gesamte Gespräch mit Daniel Zimmermann zum nachlesen finden Sie unter markt-intern.de/zimmermann
Dort erfahren Sie beispielsweise auch, was der Bürgermeister zur Diskussion über den geplanten Geysir, die Abschaffung der Grundsteuer oder Kommunalpolitik generell denkt.


Pressekontakt:

Dr. Bastian Peiffer

Pressesprecher
'markt intern'-Verlag

Grafenberger Allee 30
40237 Düsseldorf

Tel.: 0211/66 98 - 255
Fax:  0211/66 98 - 350

peiffer(at)markt-intern(dot)de

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