Journalistenpreis des deutschen Mittelstands 2003

Elke Heidenreich
Elke Heidenreich

Malkasten/Düsseldorf  - Mit Blick auf das Anzeigengeschäft lassen sich nicht wenige Journalisten vor den Karren der Konzerne spannen. Nicht so Elke Heidenreich! Schon Anfang der 80er Jahre hat sie als Metzgers-Gattin Else Stratmann Weltpolitik und Wirtschaftsentwicklung schonungslos kommentiert. "Frau Heidenreich hat die 'Geiz ist geil'- Werbung der Metro-Tochter 'Saturn' nachhaltig und öffentlich als geschmacklos bezeichnet und insbesondere der Jugend zugerufen, Großzügigkeit, Moral und Hilfsbereitschaft als Wertmaßstab anzunehmen und eben nicht den Geiz in den Vordergrund ihres Denkens und Handelns zu rücken. Sie hat u.a. in der Frauenzeitschrift Brigitte unter dem Titel 'Bitte gehen Sie woanders einkaufen!' couragiert gegen diese Werbung protestiert. Dabei offenbarte sie ihre Sympathien insbesondere für den mittelständischen Fachhandel, jene kleinen Läden, die daran kaputt gehen", stellt 'mi'- Redaktionsdirektor Axel J. Prümm die Aktivitäten der Journalistin vor.

Elke Heidenreich mit Blick auf ihre ZDF-Sendung 'Lesen': "Eigentlich bin ich im Moment dabei, kleine Buchläden zu retten. Als wüßte Saturn, daß ich heute für meine 'Geiz ist geil'-Kritik ausgezeichnet würde, finde ich in meiner Kölner Zeitung die Beilage 'Schluß mit dem Falschgeiz'. Geiz ist weder geil noch sinnvoll. Denn gemeint ist wohl Sparsamkeit hinter dieser schwachsinnigen und abgrundtief ekeligen Werbung. Mit Ludwig Börner möchte man sagen: Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstande wie andere mit dem Geld. Ich habe Saturn geschrieben: 'Richten Sie Ihrem Werbetexter bitte von mir aus, Dummheit ist total ungeil'. Im Folgenden habe ich so oft ich konnte darüber geredet und geschrieben und auch schon direkt vor Saturn Leute vom Kauf abgehalten, was sehr viel Spaß gemacht hat."

"Pointiert und scharfzüngig setzt sich Elke Heidenreich mit der kundenverdummenden Werbekampagne von Saturn auseinander und trifft dabei alle Handelskonzerne. Dabei macht sie deutlich, wie wichtig der mittelständische Fachhandel für unsere Lebensqualität ist. Für diese offene und gleichzeitig kompromißlose Art hat sie den 'Journalistenpreis des Deutschen Mittelstandes 2003' verdient", unterstreicht Vorjahrespreisträger Harald Posny das Engagement der streitbaren Journalistin. Ihren Einsatz charakterisiert Gerhard Baum, Bundesinnenminister a.D.: "In ihrer engagierten Art hat Elke Heidenreich Partei ergriffen gegen die volksverdummende Werbemacht geistloser Konzerne und für den mittelständischen Fachhandel."

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